Monatsarchiv für September 2007

 
 

Brücken bauen

Hingehen!Am 3. Oktober laden mehrere islamische Verbände wieder zum alljährlichen Tag der offenen Moschee ein. Die Aktion erfreut sich seit 1997 wachsender Beliebtheit und bietet interessierten Besuchern einen Einblick in Glaubenswelt der Muslime in Deutschland. Dabei geht es aber nicht nur um Moscheeführungen, Podiumsdiskussionen, Ausstellungen, Folklore und Kulinarisches, sondern ausdrücklich auch darum, kritische Fragen zu stellen. Man sollte eigentlich meinen, dass gerade die Islamkritiker im Land eine solche Gelegenheit nutzen würden, um sich einmal nicht durch Hörensagen, dilletantische Koran-Interpretationen oder einseitig-antiislamische Publikationen zu informieren. Für Politically Incorrect (PI) sind offene Gebetshäuser allerdings nur ein weiterer Anlass, gegen die Muslime zu hetzen:

Auch in diesem Jahr werden die Muslime den Tag der deutschen Einheit, einen säkularen Nationalfeiertag, für ihre Zwecke missbrauchen und laden zum Tag der offenen Moschee die braven Dhimmis ins Haus der Eroberer ein.

[...]

Der Gründer des Islams, Muhammad, hinterließ seinen Anhängern: Der Islam herrscht, er wird nicht beherrscht! Der Islam versteht es, Zeichen zu setzen: Moscheen bei uns tragen z.B. Namen des Eroberers von Konstantinopel oder Spaniens, und hier wird der Nationalfeiertag von der Religion des Islams missbraucht. In keinem anderen Land wäre so etwas möglich! Wer am 3. Oktober in eine Moschee geht, hat nichts vom Islam verstanden.

Das verquaste Geschwurbel ist aber auch Ausdruck einer wahnhaft panischen Angst, dass Veranstaltungen wie diese in der Bevölkerung auf Dauer ein differenziertes Bild vom Islam entstehen lassen könnten. Für Leute wie Beate Klein, die für den zitierten PI-Beitrag verantwortlich ist, muss das eine regelrechte Horrorvorstellung sein. Selbst viel zu feige, sich einer offenen Diskussion zu stellen, muss sie nun auch noch hilflos mit ansehen, wie sich Muslime um ein friedliches Miteinander bemühen.

Das muss wirklich hart sein.

Lachen mit PI (1)

Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen. Ob Stefan Herre den heutigen Abend in der Notaufnahme eines Bergisch-Gladbacher Krankenhauses verbringt, wissen wir nicht. Nach der Veröffentlichung dieses Beitrags möchte man ihm aber wünschen, dass er sich Helmut Schmidts gut gemeinten Rat doch ein bisschen zu Herzen nimmt:

Gut, morgen ist zwar Montag und Oktober, aber leider nicht der 29. Da hat Meister Herre bei einem seiner wahrscheinlich auf Halde liegenden Pamphleten einfach beim falschen Beitrag das Veröffentlichungsknöpfchen gedrückt. Kann ja mal passieren. Ich meine, wer quasi rund um die Uhr vor der hammelgemeinen islamischen Weltverschwörung warnt, bei dem brennen halt ab und zu die synaptischen Schaltkreise durch. Allerdings ist die kleine Geschichte damit noch lange nicht zu Ende erzählt. Zunächst dauerte es immerhin bis zum zehnten Kommentar, bis überhaupt jemand den peinlichen Lapsus bemerkte:

Eine durchaus berechtigte Frage, vor allem, wenn man berücksichtigt, dass es in diesem Jahr natürlich schon einen Montag, den 29. Oktober gibt. Und deshalb konnte das auch nicht unwidersprochen bleiben:

Ja, das ist schon so eine Sache mit dem Zeitgefühl. Da kann man sich ja schon mal um vier Wochen vertun. Für PI-Leser nonconformicus dürfte dagegen jede Hilfe zu spät kommen:

Wir sehen also, dass islamophobe Gehirnwäsche bei schlichten Gemütern durchaus funktionieren kann. Wenn da nur diese heftigen Nebenwirkungen nicht wären! Gute Besserung! Aber nur, wenn sich endlich mal jemand erbarmt, den Fehler zu korrigieren. Nicht, dass da noch mehr Leute angesteckt werden.

Knapp vorbei ist auch daneben

Ein Großteil des New Yorker Taxis wird morgen und am nächsten Donnerstag keine Fahrgäste befördern. Hintergrund ist die von der Taxi and Limousine Commission verordnete Pflicht zum Einbau von GPS-Navigationssystemen mit Kreditkarten-Lesefunktion in die weltbekannten Yellow Cabs. Vor allem aber kann das rund 7000 Dollar teure Gerät sämtliche Fahrten aufzeichnen und speichern. Die zum Streik aufrufende Taxi Workers Alliance, in der etwa ein Fünftel aller Taxifahrer gewerkschaftlich organisiert sind, sieht in der ab Montag geltenden Verordnung deshalb nicht ganz zu Unrecht einen unzulässigen Eingriff in die Privatsphäre der Fahrer und ihrer Fahrgäste.

Wer am Ende für die Kosten der unsinnigen Aktion aufkommen soll, ist auch noch unklar, aufgrund ihrer bisherigen Erfahrungen gehen die Taxifahrer jedoch davon aus, dass die Zeche durch sie selbst bezahlt werden muss, obwohl das eigentlich Aufgabe der Taxiflotten-Besitzer wäre. Dabei liegt der Durchschnittslohn eines New Yorker Taxifahrers schon jetzt unter der für die Stadt geltende Mindestverdienstgrenze von 7,15 Dollar/Stunde.

Von all dem wollen unsere politisch impotenten Freunde natürlich nichts wissen. Für sie ist der Streik nur muslimischer Kokolores und damit ein weiterer Beweis für die Existenz der islamischen Weltverschwörung. Außerdem ist die Verordnung ja nur im Interesse der Taxifahrer und ihrer Kunden:

GPS sollte den Taxifahrern helfen, in einer Stadt wie New York den jeweils kürzesten Weg mit dem geringsten Stau zu finden, Kreditkartenmaschinen sollen das Verbuchen von (steuerpflichtigen) Einnahmen erleichtern. Dies ist es, wogegen sich gewehrt wird. Religion wird hier nur missbraucht.

Schon klar. Taxifahrer hören keinen Verkehrsfunk, kennen sich mit Stadtplänen nicht aus und simple Kreditkarten-Lesegeräte kosten ja auch nicht nur 60 Dollar. Das Ganze ist ungefähr so sinnvoll wie eine frühere Verordnung der Stadt, die vorsah, Prominente auf Band aufzunehmen, die Fahrgäste ermahnen sollten, sich anzuschnallen und ihre Sachen nicht zu vergessen. Nach kurzer Zeit war mit dem Unsinn allerdings schon wieder Schluss, weil sich zahlreiche Kunden ziemlich genervt beschwert hatten.

Unfreiwillig komisch wird es bei PI dann aber wenigstens noch im Kommentarbereich des Beitrags:

Das klingt ja auch so schön muslimisch, gell? Trotzdem falsch: Desai kommt aus Indien und ist Hindu – was folgendem PI-Leser auch schon aufgefallen ist:

Wieder falsch. Bhairavi Desai ist 32 Jahre alt und – eine Frau.

Nichts für ungut, aber knapp vorbei ist halt auch daneben.

Christian Identity

Nicht alle Moslems sind Terroristen, aber alle Terroristen sind Moslems. Phrasen wie diese kennen wir alle zu genüge, denn sie sind einfach nicht totzukriegen, auch wenn sie noch so falsch und irreführend sind. Natürlich kann niemand bestreiten, dass die islamistisch motivierte Gewalt zu den größten Herausforderungen unserer Zeit gehört. Es ist jedoch in höchstem Maße ignorant und gefährlich, den Terrorismus nur unter diesem Gesichtspunkt zu betrachten. Ich will das an einem Beispiel verdeutlichen.

In den USA hat es in den letzten 14 Jahren drei bedeutende terroristische Anschläge gegeben: Den Anschlag auf das World Trade Center 1993, den 11. September 2001 – und das Attentat auf ein Regierungsgebäude in Oklahoma City, bei dem 168 Menschen starben und mehr als 800 verletzt wurden. Die drei Haupttäter – Timothy McVeigh, Terry Nichols und Michael Fortier – waren Mitglieder der so genannten Michigan-Miliz, die der Christian Identity Movement (CI) zugerechnet wurde. Bei CI handelt es sich um eine fundamentalistische, antisemitische und rassistische Bewegung, zu der beispielsweise der verbotene Ku-Klux-Klan und die Aryan Nation gehören und deren aktive Mitgliederschaft auf etwa 30000 geschätzt wird, von denen ein paar Tausend als gewaltbereit eingestuft werden müssen. Weltweit wird CI von etwa 250000 Menschen unterstützt, wobei sie außerhalb der USA vor allem in Südafrika zahlreiche Anhänger hat. In den Vereinigten Staaten hatte CI in den letzten Jahren hauptsächlich Zulauf von weißen Skinheads.

Auch nach dem verheerenden Bombenanschlag in Oklahoma City sind CI-Aktivisten immer wieder durch Attentate auf Migranten, Juden und Afroamerikaner in Erscheinung getreten, außerdem werden ihnen vor allem im Nordwesten der USA zahlreiche Banküberfälle zur Last gelegt, mit denen kleine Terrorzellen finanziert werden. Auch Eric Rudolph, der während des Olympischen Sommerspiele 1996 in Atlanta eine Bombe zur Detonation brachte und dabei zwei Menschen tötete sowie 111 verletzte, kommt aus dem Umfeld von CI. Rudolph konnte erst 2003 – nachdem er weitere Anschläge verübt hatte – gefasst werden.

Das hört sich alles ziemlich bekannt an, ist für die meisten Menschen aber nur mit dem islamistischen Terror verbunden. Ich will die Bedrohung, die von CI und ähnlichen Gruppierungen ausgeht, auch gar nicht aufbauschen, sondern nur darauf hinweisen, wie dumm und gefährlich es ist, sie zu unterschätzen. Al-Kaida und zahleiche andere fundamental-islamistische Terrororgansiationen wären heute nicht die große Gefahr, die sie nun einmal sind, wenn man sie rechtzeitig wahr- und ernstgenommen hätte – von der aktiven finanziellen, materiellen und logistischen Unterstützung eines Osama Bin Laden durch die US-Regierung ganz zu schweigen, die es ja eine ganze Zeit lang für politisch opportun hielt, ihn zu ihrem nützlichen Schurken zu machen.

Moslems, Christen und Juden sind keine geborenen Terroristen, aber jeder, der es wird, ist brandgefährlich. Nur so wird ein Schuh daraus.

Meinungsfreiheit

Die Meinungsfreiheit ist in Deutschland nach Artikel 5 Absatz 1 Satz 1 des Grundgesetzes

[...] das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten [...]

Dazu hat das Bundesverfassungsgericht im so genannten Lüth-Urteil schon 1958 festgestellt:

Das Grundrecht auf Meinungsfreiheit ist als unmittelbarster Ausdruck der menschlichen Persönlichkeit in der Gesellschaft eines der vornehmsten Menschenrechte überhaupt. Für eine freiheitlich-demokratische Staatsordnung ist es schlechthin konstituierend.

So weit, so gut. Wenn da nur nicht Artikel 5 Absatz 2 Grundgesetz wäre:

Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.

Es scheint trotzdem ein weit verbreiteter Irrglaube zu sein, dass dieses von unserer Verfassung garantierte elementare Grundrecht praktisch keinerlei Beschränkungen unterliegt. Dem ist natürlich nicht so. Im Strafgesetzbuch (StGB) finden sich einige Tatbestände, die die Meinungsfreiheit vor Missbrauch schützen. So sind zum Beispiel Störungen des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten (§ 126 StGB), Volksverhetzungen (§ 130 StGB), Gewaltdarstellungen (§ 131 StGB), die Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungen (§ 166 StGB) oder auch Störungen der Religionsausübung (§ 167 StGB) ausdrücklich unter Strafe gestellt. Diese Beschränkungen können auch nicht mit dem Scheinargument wegdiskutiert werden, dass andere Staaten entweder keine Meinungsfreiheit gewähren oder – falls doch – diese nicht vor Missbrauch schützen.

Die Meinungsfreiheit ist eines der höchsten Güter eines demokratischen Rechtsstaates. Gerade deshalb muss sie besonders sorgfältig gegen jene verteidigt werden, die gegen andere hetzen, Hass schüren oder auf andere Art und Weise versuchen, ihnen legitime Rechte vorzuenthalten. Das hat weder etwas mit Willkür, noch mit Zensur zu tun, sondern dient nur dem Schutz aller Menschen, die in einem Land leben.

So einfach ist das.

Rücktritt

Wie Stefan Herre soeben verlauten ließ, hat die erst vor kurzem zum islamophoben Dienst angetretene Schweizer Pfarrerin Christine Dietrich diesen schon wieder quittiert – aufgrund

ihres Amtes und als Person des öffentlichen Interesses.

In ersten Reaktionen hieß es im Kommentarbereich der Rücktrittsverlautbarung unter anderem, dass die evangelische Kirche schon bei Hitler den Schwanz eingezogen habe. Außerdem wurde angeregt, dass die in der öffentlichen Wahrnehmung immer sehr unentspannt wirkende Geistliche doch – wie einst die Geschwister Scholl – unter Pseudonym veröffentlichen könne. Dagegen sprach POLITISCH KORREKT am frühen Abend von einem kleinen Schritt für Frau Dietrich, aber einem mittelgroßen für die Menschheit.

Gewöhnlich gut informierte Anti-Muslime berichten inzwischen von einer groß angelegten PI-Säuberungsaktion, der sämtliche Beiträge von Christine Dietrich zum Opfer gefallen sein sollen. Ein entrüsteter PI-Leser:

Da alle Beiträge von ihr gelöscht wurden ist sie wohl unter Druck gesetzt worden, sonst würde man nicht alle Beiträge löschen. Und das ausgerechnet in der Kirche Martin Luthers, der schimpft jetzt auf Wolke Sieben.

Der seit 1546 im Jenseits weilende Reformator wollte das auf Anfrage von POLITISCH KORREKT allerdings dann doch nicht bestätigen.

Der Gutmensch

Was ist eigentlich ein Gutmensch? Im einem Memorandum der Initiative Journalisten gegen Rassismus vom 27. März 2006 wird der Begriff wie folgt erklärt:

Der Begriff Gutmensch wird für Personen verwendet, die humanistische, altruistische, auch religiös-mitmenschliche Lebensziele und Argumente höher einschätzen als utilitaristische und ihr Handeln, Ihre Politik, ihr Leben danach ausrichten. Der Begriff soll vor allem Geringschätzigkeit und Zynismus sowie die rationale Überlegenheit des eigenen Standpunktes ausdrücken. Dem Gutmenschen wird Naivität, Realitätsferne und Gefühlsduselei unterstellt, er hat nach Meinung seiner Gegner in seinem Tun keinerlei Bezug zur harten Wirklichkeit. Der Begriff Gutmensch ist seit den achtziger Jahren ein beliebtes Modewort, er dient als Stempel, mit dem jede weitere Diskussion leicht beendet wird.

[...]

Die Behauptung, der Begriff Gutmensch sei von Friedrich Nietzsche geprägt worden, ist sehr umstritten. Erstmals findet sich das Wort als Bezeichnung für die Anhänger von Kardinal Graf Galen, der gegen die Vernichtung lebensunwerten Lebens, also die Tötung körperlich und geistig Behinderter durch die Nationalsozialisten (schließlich mit Erfolg) gekämpft haben. Nicht klar ist, ob der Begriff von Josef Goebbels oder Redakteuren des Stürmer 1941 ersonnen worden ist. Gutmensch geht auf das jiddische a gutt Mensch zurück, womit von den Nationalsozialisten auch ein Bezug zu den lebensunwerten Juden hergestellt werden sollte. Adolf Hitler hat in seinen Reden und in Mein Kampf ebenfalls die Vorsilbe gut als abwertend verwendet. So sind für ihn gutmeinende und gutmütige Menschen diejenigen, die den Feinden des deutschen Volkes in die Hände spielen.

Auch so ein Gutmensch!Ich denke, so weit von der Wirklichkeit entfernt ist diese Definition nicht. Jeder, der sich mit – ich will sie mal so nennen – Schlechtmenschen auseinandersetzt, wird irgendwann für naiv, realitätsfern und gefühlsduselig gehalten. Wobei das eher noch die harmloseren Attribute sind, mit denen man quasi zum Diskussions-Alien erklärt wird. Spätestens ab diesem Zeitpunkt findet kein weiterer konstruktiver Gedankenaustausch statt, es geht dann nur noch darum, sich mit möglichst fiesen Beschimpfungen wechselseitig in die eine oder in die andere Ecke zu befördern. In dieser Hinsicht unterscheidet sich der Gutmensch dann meist nicht mehr vom Schlechtmensch.

Aber wer hat nun eigentlich Recht? Wer hat die besseren Argumente? Ist der Gutmensch dem Schlechtmensch am Ende doch überlegen? Nun, überlegen ist ein sehr hartes Wort. Aber ein Blick in die Geschichte zeigt, dass es immer Gutmenschen waren, die dazu beigetragen haben, dass sich eine Gesellschaft weiterentwickelt hat. Der Schlechtmensch steht für Stagnation und Rückschritt. Etwas nachhaltig Positives hat er nie bewirkt. Allerdings neigt der Gutmensch gelegentlich zu maßloser Übertreibung, womit er natürlich genau das Gegenteil von dem erreicht, was er eigentlich will.

Da freut sich dann der Schlechtmensch wieder.

So geht das aber nicht, PI!

Unsere poltisch inkompatiblen (PI) Freunde wollten heute einfach nur ein paar antiislamische Blogs verlinken und luden ihre Leser ein, die erstaunlich kurz geratene Liste noch zu ergänzen. Dabei kam es allerdings zu einem sehr, sehr bedauerlichen Missverständnis:

Huch!

PI-Schreiber Jens war deshalb völlig zurecht etwas irritiert:

Och Gottchen!

Aber wenn wir gerade so schön dabei sind, kann ich ja gleich noch mit einem weiteren Irrtum aufräumen: Ich habe mich in den ersten Tagen zwar recht ausführlich mit ein paar ganz groben PI-Schnitzern befasst, aber ich habe eigentlich nicht vor, mich nur den zahlreichen Aussetzern von Meister Herre und seinen islamkritischen Pumuckeln zu widmen. Es ist auch nicht so, dass es hier ausschließlich um islamische Themen gehen soll. Der Vergleich mit dem BILD-Blog hat mir trotzdem multiple Orgasmen beschert – auch wenn ich mir wirklich nicht anmaße, so unerreicht gut wie Stefan Niggemeier und seine Co-Autoren zu sein.

In diesem Sinne.

Sackgasse

Sie verdienen eine faire Chance!Nach Ansicht des Berliner Erziehungswissenschaftlers Jörg Ramseger sollen Lehrer in ihrer Ausbildung künftig die Sprachen ihrer Schüler erlernen. Zwar weist Ramseger zurecht darauf hin, dass viele Kinder mit Migrationshintergrund heute meist unter schwierigen Bedingungen aufwachsen. Richtig ist auch, dass diese Kinder die deutsche Sprache deshalb oft nicht so gut verstehen und sprechen, um im Vergleich mit deutschen Schülern mithalten zu können. Falsch ist dagegen, dass ein Lehrer inkompetent ist – wie Ramseger behauptet – wenn er beispielsweise kein türkisch kann. Wer so argumentiert, verkennt völlig, dass das Problem viel früher angegangen werden muss – nämlich in der Familie bei den Eltern. Es ist deren eigene sprachliche Inkompetenz, die dafür sorgt, dass ihre Sprösslinge schon im Kindergarten häufig vor riesigen Problemen stehen, die sie selbst nicht lösen können.

Langfristig zu beheben ist dieser Missstand nur, wenn den Vätern und Müttern rechtzeitig ensprechende Hilfen angeboten werden, deren Inanspruchnahme allerdings verpflichtend sein muss. Das alleinige Erziehungsrecht der Eltern endet da, wo sie das Wohl und die Interessen des Kindes gefährden. In dieser Hinsicht kann es einfach keine zwei Meinungen geben. Gefragt sind also Ausländer- und Jugendämter, die personell, sachlich und finanziell so ausgestattet werden müssen, dass sie den größer gewordenen Herausforderungen gerecht werden können.

Eltern, die selbst mehr schlecht als recht deutsch sprechen, lieben ihre sicherlich Kinder auch. Aber sie verbauen ihnen dadurch schon ganz früh jede vernünftige Zukunftsperspektive. Indem man oft schon aus ganz anderen Gründen überforderte Lehrer die Sprachen ihrer Schüler lernen ließe, würde man die Eltern nur aus ihrer großen Verantwortung entlassen. Das wäre weder integrationsfördernd, noch zumutbar. Ramsegers pädagogischer Schnellschuss zielt deshalb genauso an der gesellschaftlichen Realität vorbei, wie darauf zu vertrauen, dass sich die existierenden Probleme schon irgendwie von alleine lösen werden.

Die Leidtragenden wären am Ende nur die Kinder. Und die können nun wirklich nichts dafür.

Märchenstunde

Nicht abgehängt!Es hört sich bei Politically Incorrect (PI) ja wieder mal sowas von dramatisch an, was da im Bonner St. Petrus-Hospital angeblich passiert ist. Muslimische Patienten sollen an den in den Räumen aufgehängten Kruzifixen derart Anstoß genommen haben, dass sie den am Kreuz hängenden Jesus von den Wänden abmontiert und in den Papierkorb geworfen hätten. Aus diesem Grund seien Haustechniker in den Krankenzimmern unterwegs gewesen, um die dort angebrachten Kruzifixe – quasi in einem verzweifelten Akt vorauseilender Kapitulation vor dem Islam – zu entfernen.

Doch wie so oft liegen Wahrheit und Dichtung bei PI auch in diesem Fall sehr nah beieinander. Um nicht zu sagen, dass die ganze Geschichte vermutlich frei erfunden ist. Auf meine Nachfrage hin teilte mir Christoph Bremekamp, Oberer des Krankenhauses, folgendes mit:

Die Äußerungen auf dieser Seite befremden und verwundern uns sehr, zumal sie nicht den Tatsachen entsprechen. Wir weisen sie entschieden zurück.

Wenn Sie unser Haus betreten sehen Sie bereits im Eingangsbereich ein nicht zu übersehendes, großes Kreuz und in der Eingangshalle eine Holzfigur, die den Heiligen Petrus darstellt. Dies sind äußere Erkennungszeichen unseres katholischen Hauses.
In allen Räumen des Hauses hängen Kreuze. Wir sind ein katholisches Krankenhaus, und dies soll sowohl nach innen als auch nach außen sichtbar werden. Darüber hinaus beschreibt das Leitbild, zu welchem alle bei uns Beschäftigten verpflichtet sind, dies in besonderem Maße. Vor zwei Jahren wurden wir als erstes Haus der Region als kirchliches Krankenhaus nach ProcumCert zertifiziert. Die christliche Profilierung unseres Hauses ist uns ein stetes und wichtiges Anliegen. Da wir als Christen andere Religionen akzeptieren und respektieren, suchen wir das Gespräch mit denjenigen, die sich möglicherweise durch das christliche Symbol des Kreuzes herausgefordert fühlen.

Im Kommentarbereich des erwähnten PI-Artikels kam es zwischenzeitlich natürlich wieder zu den üblichen Verunglimpfungen der Muslime. Eine kleine Auswahl:

Diese Simulanten sollen lieber ihren Hintern nach Hause bewegen. Ich meine da, wo sie herkommen.

Ich hätte dieses Pack schnellstens der professionellen psychologischen Hilfe zugeführt.

Vor Lutheranern oder freidenkerischen Pflegefällen kuscht heuer kein Mensch, vor mohammedanischen Krakeelern offenkundig schon.

Die Zeit im Krankenhaus könnte man doch sinnvoll nutzen, z.B. durch das Studieren von Bombenbauanleitungen, die der Krankenhausträger natürlich kostenlos zur Verfügung stellen sollte.

Man sollte die Bereicherer drei Tage lang hungern lassen. Oder besser … Ab die Post dahin wo der Pfeffer wächst!

Zuerst war ja wohl das Krankenhaus da und dann der quengelige Muselmann. So herum wird ein Schuh daraus. Bevor der seine Tour nach Europa startete, um von den Sozialsystemen zu profitieren, gab es bereits christlich geführte Krankenhäuser.

Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn die Römer Jesus auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet hätten. Dann würde es immer einen kleinen Elektroschock geben, wenn sie nach dem Stuhl greifen würden.

Bevor ich es vergesse: In einigen E-Mails, die mich seit der Eröffnung von POLITISCH KORREKT erreicht haben, wird – milde ausgedrückt – gemutmaßt, dass ich ein zum Islam konvertierter Christ bin.

Das mit dem Christ stimmt. Der Rest ist Blödsinn.