Brücken bauen
Am 3. Oktober laden mehrere islamische Verbände wieder zum alljährlichen Tag der offenen Moschee ein. Die Aktion erfreut sich seit 1997 wachsender Beliebtheit und bietet interessierten Besuchern einen Einblick in Glaubenswelt der Muslime in Deutschland. Dabei geht es aber nicht nur um Moscheeführungen, Podiumsdiskussionen, Ausstellungen, Folklore und Kulinarisches, sondern ausdrücklich auch darum, kritische Fragen zu stellen. Man sollte eigentlich meinen, dass gerade die Islamkritiker im Land eine solche Gelegenheit nutzen würden, um sich einmal nicht durch Hörensagen, dilletantische Koran-Interpretationen oder einseitig-antiislamische Publikationen zu informieren. Für Politically Incorrect (PI) sind offene Gebetshäuser allerdings nur ein weiterer Anlass, gegen die Muslime zu hetzen:
Auch in diesem Jahr werden die Muslime den Tag der deutschen Einheit, einen säkularen Nationalfeiertag, für ihre Zwecke missbrauchen und laden zum Tag der offenen Moschee die braven Dhimmis ins Haus der Eroberer ein.
[...]
Der Gründer des Islams, Muhammad, hinterließ seinen Anhängern: Der Islam herrscht, er wird nicht beherrscht! Der Islam versteht es, Zeichen zu setzen: Moscheen bei uns tragen z.B. Namen des Eroberers von Konstantinopel oder Spaniens, und hier wird der Nationalfeiertag von der Religion des Islams missbraucht. In keinem anderen Land wäre so etwas möglich! Wer am 3. Oktober in eine Moschee geht, hat nichts vom Islam verstanden.
Das verquaste Geschwurbel ist aber auch Ausdruck einer wahnhaft panischen Angst, dass Veranstaltungen wie diese in der Bevölkerung auf Dauer ein differenziertes Bild vom Islam entstehen lassen könnten. Für Leute wie Beate Klein, die für den zitierten PI-Beitrag verantwortlich ist, muss das eine regelrechte Horrorvorstellung sein. Selbst viel zu feige, sich einer offenen Diskussion zu stellen, muss sie nun auch noch hilflos mit ansehen, wie sich Muslime um ein friedliches Miteinander bemühen.
Das muss wirklich hart sein.





Ein Großteil des New Yorker Taxis wird morgen und am nächsten Donnerstag keine Fahrgäste befördern. Hintergrund ist die von der Taxi and Limousine Commission verordnete Pflicht zum Einbau von GPS-Navigationssystemen mit Kreditkarten-Lesefunktion in die weltbekannten Yellow Cabs. Vor allem aber kann das rund 7000 Dollar teure Gerät sämtliche Fahrten aufzeichnen und speichern. Die zum Streik aufrufende Taxi Workers Alliance, in der etwa ein Fünftel aller Taxifahrer gewerkschaftlich organisiert sind, sieht in der ab Montag geltenden Verordnung deshalb nicht ganz zu Unrecht einen unzulässigen Eingriff in die Privatsphäre der Fahrer und ihrer Fahrgäste.

Es scheint trotzdem ein weit verbreiteter Irrglaube zu sein, dass dieses von unserer Verfassung garantierte elementare Grundrecht praktisch keinerlei Beschränkungen unterliegt. Dem ist natürlich nicht so. Im Strafgesetzbuch (StGB) finden sich einige Tatbestände, die die Meinungsfreiheit vor Missbrauch schützen. So sind zum Beispiel Störungen des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten (§ 126 StGB), Volksverhetzungen (§ 130 StGB), Gewaltdarstellungen (§ 131 StGB), die Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungen (§ 166 StGB) oder auch Störungen der Religionsausübung (§ 167 StGB) ausdrücklich unter Strafe gestellt. Diese Beschränkungen können auch nicht mit dem Scheinargument wegdiskutiert werden, dass andere Staaten entweder keine Meinungsfreiheit gewähren oder – falls doch – diese nicht vor Missbrauch schützen.
Ich denke, so weit von der Wirklichkeit entfernt ist diese Definition nicht. Jeder, der sich mit – ich will sie mal so nennen – Schlechtmenschen auseinandersetzt, wird irgendwann für naiv, realitätsfern und gefühlsduselig gehalten. Wobei das eher noch die harmloseren Attribute sind, mit denen man quasi zum Diskussions-Alien erklärt wird. Spätestens ab diesem Zeitpunkt findet kein weiterer konstruktiver Gedankenaustausch statt, es geht dann nur noch darum, sich mit möglichst fiesen Beschimpfungen wechselseitig in die eine oder in die andere Ecke zu befördern. In dieser Hinsicht unterscheidet sich der Gutmensch dann meist nicht mehr vom Schlechtmensch.

Nach
Es hört sich bei Politically Incorrect (PI) ja wieder mal sowas von dramatisch an, was da im Bonner St. Petrus-Hospital