Ulfkotte will nicht (mehr)
Keine Sorge, der Pax-Europa-Gründer ist nicht etwa lebensmüde geworden. Nein, er will nur nicht mehr in die Politik gehen. Aber eigentlich wollte er das ja nie. Sagt er zumindest, der Udo, der Ulfkotte. Und zwar hier:
Ich hatte nie (selbst als Person) politische Ambitionen, kanalisiere das gerade in meinem Umfeld von Personen, die ich dafür eher geeignet halte – Personen, die über jeden Zweifel erhaben, Islam-kritisch und integer sind (und keine Extremisten). Auch wenns a bisserl gedauert hat, dat Ganze läuft schon noch. Nur ich bin dafür als Person ganz bestimmt nicht die richtige Vorzeige-Figur, ich stoße und ecke doch eher mal an. Ein wenig googeln zu meiner Person fördert alles zu Tage: vom mutmaßlichen Linksextremisten bis zum mutmaßlichen Rechtsextremisten, irgendwie ecke ich überall an. Und das geht in der Politik nicht, wenigstens ein paar Freunde müsste man da schon haben.
Ich stehe auch in der zweiten, dritten oder vierten Reihe im Hintergrund ganz gut.
Vorausgesetzt, dass es sich bei dem Kommentator wirklich um Ulfkotte handelt (falls nicht, wäre ich für ein entsprechendes Dementi dankbar), entbehrt die vor mehr als einem halben Jahr großspurig angekündigte Gründung einer islamkritischen Partei (Arbeitstitel: Christlich-Ökologische Partei) nicht einer gewissen Komik. Das liegt allerdings nur zum Teil daran, dass es eigentlich ein Widerspruch in sich ist, Personal für eine solche Partei rekrutieren zu wollen, das über jeden Zweifel erhaben, islamkritisch, integer und nicht extremistisch sein soll. Dagegen wirkt ja selbst die sprichwörtliche Quadratur des Kreises wie ein Kinderspiel.
Es ist deshalb auch kein Wunder, dass alle bisherigen Versuche Ulfkottes, im bürgerlichen Lager zu wildern, sang- und klanglos scheiterten. Prominente Unionspolitiker wie etwa Friedrich Merz, Günther Beckstein oder Jörg Schönbohm haben – und das alles andere als dankend – abgewunken, als sie erfuhren, dass Ulfkotte sie in seiner Partei haben wollte. Da muss er dann eher schon darauf hoffen, dass ein paar unzufriedene Provinzkonservative den Weg in Ulfkottes Partei finden werden – womit das Personalproblem aber nicht wirklich gelöst wäre. Vielleicht sollte Ulfkotte doch weiter rechts angeln gehen. Da würde sich bestimmt jede Menge intellektueller Kleinfisch fangen lassen. Was man an Qualität nicht hat, muss man eben durch Masse ausgleichen.
Irgendwie bizarr mutet auch Ulfkottes Vorstellung an, Staatsbedienste mit ins Boot zu holen, deren Hauptaufgabe darin besteht, grundgesetzwidrige Umtriebe zu beobachten. Wobei das unter Umständen ja ganz praktisch wäre: Eine eventuell notwendig werdende Observierung der neuen Partei durch den Verfassungsschutz könnte dann ohne zusätzlichen Sach- und Personalaufwand quasi rund um die Uhr vor Ort stattfinden. Übrigens kenne ich niemanden, der Udo Ulfkotte als Linksextremist bezeichnet, eine entsprechende Google-Recherche – wie von ihm angeregt – spuckte für diese tollkühne Behauptung erwartungsgemäß auch keine Treffer aus. Dagegen lassen sich für seine Aneckerei – wie er es etwas flapsig nennt – zahlreiche Belege finden, die wohl auch deshalb einen Großteil seines Wikipedia-Eintrags ausmachen.
Abschließend kann ich Ulfkotte übrigens noch eine freudige Mitteilung machen: Sein Wunsch, dass seine noch nicht gegründete Partei ganz schnell wieder überflüssig werden soll, ist bereits in Erfüllung gegangen. Na? Ist das was?




