Monatsarchiv für November 2007

 
 

Ulfkotte will nicht (mehr)

Keine Sorge, der Pax-Europa-Gründer ist nicht etwa lebensmüde geworden. Nein, er will nur nicht mehr in die Politik gehen. Aber eigentlich wollte er das ja nie. Sagt er zumindest, der Udo, der Ulfkotte. Und zwar hier:

Ich hatte nie (selbst als Person) politische Ambitionen, kanalisiere das gerade in meinem Umfeld von Personen, die ich dafür eher geeignet halte – Personen, die über jeden Zweifel erhaben, Islam-kritisch und integer sind (und keine Extremisten). Auch wenns a bisserl gedauert hat, dat Ganze läuft schon noch. Nur ich bin dafür als Person ganz bestimmt nicht die richtige Vorzeige-Figur, ich stoße und ecke doch eher mal an. Ein wenig googeln zu meiner Person fördert alles zu Tage: vom mutmaßlichen Linksextremisten bis zum mutmaßlichen Rechtsextremisten, irgendwie ecke ich überall an. Und das geht in der Politik nicht, wenigstens ein paar Freunde müsste man da schon haben.

Ich stehe auch in der zweiten, dritten oder vierten Reihe im Hintergrund ganz gut.

Vorausgesetzt, dass es sich bei dem Kommentator wirklich um Ulfkotte handelt (falls nicht, wäre ich für ein entsprechendes Dementi dankbar), entbehrt die vor mehr als einem halben Jahr großspurig angekündigte Gründung einer islamkritischen Partei (Arbeitstitel: Christlich-Ökologische Partei) nicht einer gewissen Komik. Das liegt allerdings nur zum Teil daran, dass es eigentlich ein Widerspruch in sich ist, Personal für eine solche Partei rekrutieren zu wollen, das über jeden Zweifel erhaben, islamkritisch, integer und nicht extremistisch sein soll. Dagegen wirkt ja selbst die sprichwörtliche Quadratur des Kreises wie ein Kinderspiel.

Es ist deshalb auch kein Wunder, dass alle bisherigen Versuche Ulfkottes, im bürgerlichen Lager zu wildern, sang- und klanglos scheiterten. Prominente Unionspolitiker wie etwa Friedrich Merz, Günther Beckstein oder Jörg Schönbohm haben – und das alles andere als dankend – abgewunken, als sie erfuhren, dass Ulfkotte sie in seiner Partei haben wollte. Da muss er dann eher schon darauf hoffen, dass ein paar unzufriedene Provinzkonservative den Weg in Ulfkottes Partei finden werden – womit das Personalproblem aber nicht wirklich gelöst wäre. Vielleicht sollte Ulfkotte doch weiter rechts angeln gehen. Da würde sich bestimmt jede Menge intellektueller Kleinfisch fangen lassen. Was man an Qualität nicht hat, muss man eben durch Masse ausgleichen.

Irgendwie bizarr mutet auch Ulfkottes Vorstellung an, Staatsbedienste mit ins Boot zu holen, deren Hauptaufgabe darin besteht, grundgesetzwidrige Umtriebe zu beobachten. Wobei das unter Umständen ja ganz praktisch wäre: Eine eventuell notwendig werdende Observierung der neuen Partei durch den Verfassungsschutz könnte dann ohne zusätzlichen Sach- und Personalaufwand quasi rund um die Uhr vor Ort stattfinden. Übrigens kenne ich niemanden, der Udo Ulfkotte als Linksextremist bezeichnet, eine entsprechende Google-Recherche – wie von ihm angeregt – spuckte für diese tollkühne Behauptung erwartungsgemäß auch keine Treffer aus. Dagegen lassen sich für seine Aneckerei – wie er es etwas flapsig nennt – zahlreiche Belege finden, die wohl auch deshalb einen Großteil seines Wikipedia-Eintrags ausmachen.

Abschließend kann ich Ulfkotte übrigens noch eine freudige Mitteilung machen: Sein Wunsch, dass seine noch nicht gegründete Partei ganz schnell wieder überflüssig werden soll, ist bereits in Erfüllung gegangen. Na? Ist das was?

Die politisch inkorrekte Weihnachtsfeier

Einmal abgesehen davon, dass diese Story vermutlich schon seit Jahrzehnten im Netz kursiert (wofür PI aber trotzdem eine voll clevere Spürnase benötigt) und sie deshalb mindestens so einen Bart hat – wenn man ein paar Modifikationen vornimmt, passt das Ganze wunderbar zu den protürkisch Infiltrierten (PI):

1. Dezember

An alle existierenden und frei erfunden Autoren sowie unsere Fans

Ich freue mich, ihnen mitteilen zu können, dass unsere Blog-Weihnachtsfeier dieses Jahr am 20. Dezember im wiedereröffneten Bürgerbräu-Keller in München stattfinden wird. Es wird eine nette Dekoration geben und eine kleine Musikband wird toitsche Weihnachtslieder spielen. Entspannen Sie sich und genießen Sie den Abend. Freuen Sie sich auf unseren aus dem westlichen Nicht-EU-Ausland anreisenden Strohmann, der als Weihnachtsmann verkleidet die Christbaumbeleuchtung einschalten wird. Sie können sich untereinander gern Geschenke machen, wobei kein Geschenk einen Wert von 5 Cent übersteigen sollte. Ich wünsche ihnen und ihren Familien eine besinnliche Adventszeit.

Christine Dietrich
Propagandareferentin

2. Dezember

An alle existierenden und frei erfunden Autoren sowie unsere Fans

Auf gar keinen Fall sollte die gestrige Mitteilung unsere passdeutschen Leser isolieren. Es ist uns bewusst, dass ihre Feiertage mit den unsrigen nicht ganz konform gehen: Wir werden unser Zusammentreffen daher ab sofort Julfest nennen. Es wird aber trotzdem einen Weihnachtsbaum und Weihnachtslieder geben. Basta! Ich wünsche ihnen und ihren Familien eine schöne Zeit.Christine Dietrich
Fundamentalistenbeauftragte

3. Dezember

An alle existierenden und frei erfunden Autoren sowie unsere Fans

Ich nehme Bezug auf einen diskreten Hinweis eines Mitglieds der ‘Anonymen Dhimmis’, der einen hassfreien Tisch einfordert. Ich freue mich, diesem Wunsch entsprechen zu können, weise jedoch darauf hin, dass die Anonymität dann nicht mehr gewährleistet sein wird. Ferner teile ich ihnen mit, dass der Austausch von Geschenken durch die Intervention des Spürnasenrats nicht gestattet sein wird: 5 Cent seien für Stefan Herre derzeit einfach viel Geld.

Christine Dietrich
Randgruppenvertreterin

7. Dezember

An alle existierenden und frei erfunden Autoren sowie unsere Fans

Es ist mir gelungen, für alle Mitglieder der ‘Islam-Watchers’ einen Tisch weit entfernt von Hakan Karaboga und für alle Verbalinkontinenten einen Tisch ganz nah an den Toiletten reservieren zu können. Unsere schwulen Freunde dürfen neben dem riesigen Volker-Beck-Plakat Platz nehmen. Die Lesben unter uns müssen aber nicht bei den Schwulen sitzen, sondern am Ayaan-Hirni-Ali-Solidaritätstisch. Zufrieden?

Christine Dietrich
Leiterin der Stigmatisierungsabteilung

9. Dezember

An alle existierenden und frei erfunden Autoren sowie unsere Fans

Selbstverständlich werden wir die Nichtraucher vor den Rauchern schützen und einen schweren Vorhang benutzen, der den Festraum trennen kann, beziehungsweise die Raucher vor dem Restaurant in einem Zelt platzieren. Wir weisen jedoch vorsorglich darauf hin, dass der Genuss muselmanischer Tabakprodukte auf keinen Fall erlaubt ist.

Christine Dietrich
Ersthelferin

10. Dezember

An alle existierenden und frei erfunden Autoren sowie unsere Fans

Nationalsozialistendemokraten! Auf euch habe ich gewartet! Es ist mir scheißegal, ob es euch nun passt oder nicht: Wir gehen in den Bürgerbräu-Keller! Nein, da explodiert dieses Mal keine Bombe! Ihr könnt ja, wenn Ihr wollt, bis auf den Obersalzberg fliegen, um am 20. Dezember möglichst weit entfernt von der ‘Todesfalle’, wie ihr es nennt, sitzen zu können. Leckt euch gegenseitig die Springerstiefel und esst Gammelfleisch!

Christine Dietrich
Zivilschutzbeauftragte

14. Dezember

An alle existierenden und frei erfunden Autoren sowie unsere Fans

Ich kann sicher sagen, dass ich im Namen von uns allen spreche, was die baldigen Genesungswünsche für Frau Dietrich angeht. Bitte unterstützen Sie mich und schicken Sie reichlich PI-Aufkleber mit besten Genesungswünschen in die Geschlossene. Die Blogleitung hat inzwischen die Absage unserer Feier am 20. Dezember beschlossen. Stattdessen tun wir alle das, was wir immer tun. Sie wissen schon, was ich meine.

Beate Klein
Interimslösung

Rassismus im Alltag (1)

Fußball-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger, Profi beim Verein meines Vertrauens, schildert heute beim Störungsmelder einen Fall aus seinem Freundeskreis, der meiner Ansicht nach ganz typisch für den bei manchen Deutschen unterschwellig vorhandenen Rassismus, der vielleicht nicht mal besonders böse gemeint ist, den davon Betroffenen aber ganz sicher ein Gefühl der Minderwertigkeit vermittelt:

Neulich kam ich bei einem Gespräch mit einem befreundeten Spieler auf das Thema Rassismus. Seine Partnerin ist in Afrika geboren, lebt jedoch seit vielen Jahren in Deutschland und spricht fließend deutsch. Nur die dunkle Hautfarbe lässt auf Ihre Herkunft schließen. Mein Freund, ein Deutscher, erzählte mir von einem Umzug, zu dem er wegen eines Vereinswechsels gezwungen war. Es dauerte sehr lange, bis er und seine Frau ein neues Haus gefunden hatten. Erstaunlich, denn Fußballer sind in der Regel gern genommene Mieter. Vermieter wissen, dass Sie über genügend Geld verfügen, um die Miete rechtzeitig zu zahlen.

Die Frau meines Freundes organisierte den Umzug und besichtigte die Wohnungen und Häuser, die in die engere Auswahl kamen. Häufig kam es jedoch vor, dass die Vermieter kurz nach der Besichtigung erwähnten, die Wohnung oder das Haus sei bereits so gut wie vergeben. Nicht wenige Vermieter sagten beim Anblick der Spielerfrau, die Bleibe sei vergriffen. Sie hätten nur leider vergessen, dies rechtzeitig mitzuteilen.

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Ähnliches kenne ich auch aus meinem Umfeld, nur ist der Mann/die Frau in diesen Fällen niemand, den man auf der Straße erkennt.

“Feiger Schlappschwanz”

Geld verdirbt den Charakter, selbst bei den Leuten, bei denen es wahrscheinlich nichts mehr zu verderben gibt. Das zeigt sich einmal mehr bei dem lächerlich-banalen Streit um vermeintliche Spenden und andere Kleinigkeiten, der zwischen SIOE International (Stop The Islamisation Of Europe) und seinem kleinen deutschen Ableger für heftige Irritationen sorgt, denen wir auch die hübsche Überschrift dieses Beitrags verdanken. Ich will gar nicht erst bewerten, wer da im Recht und wer im Unrecht ist. Das ist mir sowas von egal. Aber eines zeigt das muntere Hauen und Stechen um ein paar Kröten einmal mehr in aller Deutlichkeit – nämlich, dass die islamophobe Szene in Europa nichts taugt, wie es Ramon Schack in den Kommentaren kurz und bündig auf den Punkt bringt. Geld regiert nicht nur die Welt, sondern auch fanatischen Kampf gegen die angebliche islamische Weltverschwörung.

Wie soll man sich mit den Burschen und ihrer surrealen Weltsicht denn auseinandersetzen, wenn die sich jetzt schon gegenseitig die Augen auskratzen? Man beachte in diesem Zusammenhang auch die ganz und gar nicht paxeuropäische Empörung unseres Freundes Udo Ulfkotte, der seine ehemaligen SIOE-Partner Gash und Gravers ebenfalls nicht mehr lieb hat. Bei soviel Herzeleid könnte man ja fast noch Mitleid bekommen. Aber nur fast.

Wie auch immer: So geht das wirklich nicht, meine Damen und Herren! Reißen Sie sich mal ein bisschen zusammen! Aber bitte nicht zu schnell, denn ein bisschen Unterhaltungswert hat das Ganze ja schon noch.

Esther Schapiras heiliger Krieg

Esther Schapira hat in der Printausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) vom 29. November 2007 unter dem Titel

Muhabbet weiß, was er sagt

einen ziemlich üblen Beitrag geschrieben, den ich hier aus Urheberrechtsgründen leider nicht im Volltext veröffentlichen kann. In diesem konkreten Fall will ich ihn auch nicht verkürzt wiedergeben. Der Artikel ist inzwischen aber im Onlineangebot der FAZ abrufbar.

Da kann sich dann jeder selbst seine Meinung über die angeblich so integre und unvoreingenommene Journalistin des Hessischen Rundfunks bilden.

Danke an bigberta für den Hinweis.

PI = Pannen inklusive

Autsch!

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Da hat Meister Herre wohl ein bisschen wenig monatlichen Traffic eingekauft. Hätte mich aber auch gewundert, wenn PI mal was gebacken kriegt, ohne dass dabei was in die Hose geht. Mal sehen, wie lange die Offtime dauert. Je länger, desto besser.

PI solidarisiert sich mit Neonazis und Rechtsextremisten

Es ist immer wieder erschreckend, mit welcher Leichtigkeit Teile der Bevölkerung auch nach der Erfahrung von Nationalsozialismus und SED-Diktatur bereit sind, auf die schlichte Stigmatisierung von Mitmenschen mit blankem Hass bis zum Vernichtungswillen zu reagieren.

Was sich bei den praktisch Informationslosen (PI) auf den ersten Blick wie das Eingeständnis eigener Unzulänglichkeiten liest, entpuppt sich dann doch sehr schnell nur als Sympathiebekundung für den Berliner Rechtsextremisten Detlef Britt, dessen Nähe zur Neonaziszene alles andere als eine unwahre Behauptung ist. Jedenfalls hatte er bisher keinerlei Berührungsängste mit NPD-Funktionären und anderen lokalen Neonazi-Größen:

Die lokalen Neonazis brauchten erst gar kein Motto, um sich an der Demonstration der Heinersdorfer Bürger zu beteiligen. So tauchte der ehemalige Pankower Republikaner Detlef Britt Seit an Seit mit Jörg Hähnel, dem Pankower NPD-Kreisvorsitzenden, ebenso auf dem Antrittsplatz der Demonstration auf, wie das DVU-Landesvorstandsmitglied Sascha Kari aus Berlin-Neukölln. Neben den beiden altbekannten Kadern nahmen auch weitere Mitglieder des lokalen NPD-Kreisverbandes, Mitglieder einer Kameradschaft aus dem Prenzlauer Berg sowie Autonome Nationalisten ungestört an der Demonstration teil.

Interessant ist in diesem Zusammenhang allerdings auch, wen PI da zur Verteidigung von Britt heranzieht. Dabei handelt es sich um den schon in den neunziger Jahren vom Verfassungsschutz als rechtsextremisch eingestuften Verein Die Deutschen Konservativen. Dessen Vorsitzender Joachim Siegerist – ein wegen Beleidigung, Volksverhetzung und Aufstachelung zum Rassenhass mehrfach vorbestraftes ehemaliges CDU-Mitglied – fiel in der Vergangenheit häufig durch die Verbreitung rechtsradikaler und antisemitischer Propaganda auf. Israel erklärte Siegerist unerwünschten Person, dem deshalb die Einreise ins Land verweigert wird, weil man ihn dort für einen

politisch aktiven Rassisten des extremen rechten Flügels

hält. Dass das nicht zu Unrecht geschieht, beweisen verschiedene Äußerungen von Siegerist, in denen er von

Strolchen aus dem Jüdischen Weltkongress und fanatischen Juden aus Israel

spricht, die

Deutschland in den Staub drücken wollen.

Den ehemaligen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Heinz Galinski, bezeichnete er als einen

mir überaus unsympathischen Berufsjuden.

Siegerists Verein selbst schaltete drei Tage nach dem Tod von Rudolf Heß eine Traueranzeige in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und vertrieb ein Jahr später Rudolf-Heß-Gedenkmünzen.

Für PI ist die ganze Geschichte auf jeden Fall der nächste PR-Super-GAU. Über soviel Dummheit und mangelnde Recherche kann man eigentlich nur noch lachen. Andererseits muss man für solche Beiträge dankbar sein. Nichts funktioniert besser als die freiwillige, wenn auch zweifellos so nicht beabsichtigte Selbstdemaskierung. In diesem Sinne:

Weiter so, PI!

Die Dietrich-Lüge

Über den Sinn der gerade zu Ende gegangenen Nahost-Konferenz in Annapolis kann man durchaus geteilter Meinung sein. Aus amerikanischer Sicht war das Treffen sichrlich der verzweifelte Versuch, der jämmerlichen achtjährigen Präsidentschaft von George W. Bush quasi in letzter Sekunde doch noch so etwas wie einen Erfolg zu bescheren. Bush hat sich fast während seiner gesamten Amtszeit nicht um eine Annäherung der Konfliktparteien im Nahen Osten bemüht, dass er das jetzt getan hat, hat keine ehrenwerten, sondern rein egoistische Motive. Nichts desto trotz kann es natürlich nie verkehrt sein, miteinander zu reden.

Ob Israels Ministerpräsident Ehud Olmert wirklich bereit ist, mit den Palästinensern über alle strittigen Punkte zu sprechen, wird die nahe Zukunft zeigen. Die eigentlich entscheidende Frage ist allerdings die, ob Olmert dazu überhaupt in der Lage ist. Denn die ultraorthodoxen Juden im Land – ein entscheidender politischer Machtfaktor – sind genauso wenig auf Frieden aus wie die radikalen Palästinenser.

Auf der anderen Seite gibt es kaum Anzeichen dafür, dass Palästinenserpräsident Abbas über den notwendigen Rückhalt im eigenen Lager verfügt, um für alle Palästinenser sprechen zu können. Der Erfolg jeder Friedensbemühung wird davon abhängen, ob es Abbas gelingt, die Hamas zurück ins Boot zu holen. Im Moment halte ich das für unwahrscheinlich. Trotzdem: Dass Olmert und Abbas zumindest wieder über Frieden reden wollen, ist ein kleiner Fortschritt, der noch bis vor kurzem eigentlich undenkbar war.

Doch selbst solch bescheidene Erfolge sind der politisch ignoranten (PI) Evangelikalin Christine Dietrich ein Dorn im Auge. Für die peinliche Pfarrerin aus dem schweizerischen Altdorf ist Frieden in Palästina nur dann eine Option, wenn dieser unter israelischem Diktat zustande kommt. Alles andere ist für Dietrich ein Verrat an den Juden. Dass sie dabei billigend in Kauf nimmt, jedes christliche Ideal übelst zu besudeln, ist keine böswillige Unterstellung, sondern eine beschämende Tatsache. Es ist deshalb auch keine Überraschung, dass Frau Dietrich die Fakten solange verbiegt, bis sie zu ihrer extremistischen Propaganda passen. Zwei aktuelle Beispiele aus dem oben verlinkten PI-Beitrag:

Die Mauer ist an vielen Stellen nicht mehr als ein Zaun. Gezeigt wird in den hiesigen Medien immer nur der Abschnitt um den Checkpoint in Bethlehem.

Die Realität sieht dann doch ganz anders aus:

Der überwiegende Teil der Sperranlagen (auf mindestens 700 Kilometer) wird als schwer gesicherter Metallzaun mit Stacheldraht, einem Graben, einem Zaun mit Bewegungsmeldern, einem geharkten Sandstreifen zur Verfolgung von Fußabdrücken, einem asphaltierten Patrouillenweg sowie weiterem Stacheldraht auf der israelischen Seite errichtet. Zu beiden Seiten des Zauns, das sind insgesamt 70 Meter, wird ein militärisches Sperrgebiet errichtet, welches von Beobachtungsposten zusätzlich optisch überwacht wird. In kleinen Teilen, in der Nähe von Qalqiliya und Jerusalem (insgesamt auf mindestens 25 Kilometer), wo diese Breite nicht eingehalten werden kann, wird eine bis zu 8 Meter hohe Mauer aus Stahlbeton errichtet.

Zweites Beispiel:

Viele wissen nicht, dass die Israelis die Westbank nicht betreten dürfen, wenn sie am Leben bleiben wollen – nicht umgekehrt die Palästinenser.

Dreister kann man eigentlich kaum noch lügen. Im Westjordanland leben Hundertttausende illegale israelische Siedler. Dort, wo deren Häuser und Geschäfte stehen, wird palästinensisches Leben mit Gewalt zurückgedrängt. Besonders bedrückend ist die Situation für die Palästinenser in Hebron, wo ein paar Hundert radikale Siedler – beschützt von einer massiven israelischen Militärpräsenz – dafür sorgen, dass 160000 palästinensische Einwohner in ihrer eigenen Stadt nur unter erheblichen Einschränkungen leben können. Für Christine Dietrich sind die Palästinenser allerdings nur primitive Untermenschen, die es einfach verdient haben, so behandelt zu werden.

Warum diese Frau immer noch in einer christlichen Kirche predigen darf, ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel.

Fotos des Tages: Hier war mal Spanien

Die Foto des Tages, aufgenommen mit Fotohandys auf Mallorca, schickte mir PK-Nichtleser Marcel Motzlowski aus Castrop-Rauxel. In ganzen Ortschaften, in der es keine spanischen Anwohner und Geschäfte mehr gibt und in der niemand mehr auf die Idee käme, spanisch zu sprechen, erinnert nichts mehr daran, dass hier einst Spanien war. Lang, lang ist es her. So lang, dass man sich nicht mal mehr an die Farben rot und gelb erinnert und deshalb auch keine Reihenfolge durcheinander bringen kann. Ich finde, da kommen wir noch vergleichsweise gut weg.


Deutsche Kulturbereicherer am Strand (Blutalkoholgehalt der Fotografierten: 2,3 Promille)


Deutscher Kulturbereicherer im Pool (Blutalkoholgehalt des Fotografierten: nicht mehr messbar)


Deutsche Esskultur in der Schinkenstraße (Cholesterinwert des Fotografen: im vierstelligen Bereich)

Update PI-GewaltfetischistLeser Der_Tag scheint in der Tat ein größeres Problem zu haben:


#28 Der_Tag (28. Nov 2007 00:52)

falscher link!
hier der richtige. Unbedingt lesen
www.aermeldolch.com

#31 Der_Tag (28. Nov 2007 00:58)

Der Auftraggeber und der Hersteller des Schildes müssen strafrechtlich belangt werden.
Der Mißbrauch der deutschen Fahne ist verboten.
Wo hängt denn nun dieses verdammte Schild?
Gerne würde ich die “Mitbürger” mal besuchen!
Na wo isset nu?

#74 Darkmorph (28. Nov 2007 11:14)

Wie ich das so sehe, kann es sich nur um die Holländische Straße handeln.
hab die Adresse mal kurz ermittelt, ist in der Jägerstr. (bekannt für die Jugendprostitution)
IGMG / Islamische Gemeinde Milli Görüs
Jägerstr. 14
34117 Kassel
0561 / 14426

mfg Benjamin

Die angegebene Adresse befindet sich übrigens in der Stadtmitte in unmittelbarer Nähe zur Universität.

Gott mir dir, du Land der Bayern!

Du sitzt beim Arzt deines Vertrauens im Wartezimmer. Es ist voll. Du langweilst dich und versuchst, deine Mitpatienten in ein Gespräch zu verwickeln.

Zwei Tage später stürmt ein Sondereinsatzkommando der Polizei deine Wohnung.

Das habe ich mir nicht ausgedacht. Es ist tatsächlich passiert. FAKT berichtet:

Es ist Montag der 11. September letzten Jahres gegen 14:00 Uhr. Die bayrische Polizei stürmt die Wohnung von Familie Lindner in diesem Gehöft in der Nähe von Burghausen. Das Ehepaar hat zwei Kinder im Alter von sechs und zehn Jahren und bewohnt ungefähr 90 Quadratmeter. Doch die Polizei rückt mit einem martialischen Großaufgebot an. Der Vater wird sofort mitgenommen:

[...]

‘Sie müssen sich vorstellen, Sie sehen, wie 15 Polizisten auf das Grundstück stürmen, mich verhaften, mich mitnehmen.’

[...]

Der Vater darf kein Wort mehr mit seiner schockierten Familie wechseln. Die Beamten kommen zur Hausdurchsuchung teilweise mit Maschinenpistole und schusssicherer Weste. Offensichtlich wird bewaffneter Widerstand der Familie befürchtet.

[...]

Was muss da vorgefallen sein, wenn die bayrische Provinzpolizei ein so großes Rad dreht? Entführung, Mord, Attentat? So ungefähr: Im idyllischen Nachbarort Marktl am Inn steht das Geburtshaus des Papstes. Böse Menschen haben es zwei Tage zuvor, unmittelbar vor dem Papstbesuch, mit blauer Farbe bespritzt. Die Polizei verdächtigt Siegfried Lindner dieser Untat.

‘Ich wurde in dem Präsidium fünf Stunden festgehalten. Mir wurden Fingerabdrücke abgenommen. Ich hatte einen Speicheltest. Es wurden Fotos gemacht. Ich wurde also komplett erkennungsdienstlich aufgenommen, ich wurde verhört.’

[...]

Der einzige Verdachtsmoment gegen den Familienvater: Er hatte im Wartezimmer dieser Arztpraxis zu einem anderen Patienten gesagt, dass die 40 Millionen, die der Papstbesuch kostet, besser hätten verwendet werden können.

[...]

‘Der Kriminalbeamte teilte mir mit, ich bin unter Verdacht aufgrund eines Gespräches im Warteraum der Arztpraxis geraten, da ich mich negativ über den Papst geäußert hatte und diese negative Aussage wurde angezeigt.’

[...]

Und sollten Sie in Bayern mal richtig was erleben wollen, reden Sie mit Ihrem Nachbarn doch einfach mal über den Papst. Da hört der Spaß aber auf und die Gaudi fängt an.

Wenn das der Benny wüsste!

Danke an Chester für den Hinweis.