Monatsarchiv für März 2008

 
 

‘Das stimmt nicht mit den Tatsachen überein’

Jörg Lau zitiert im ZEIT-Blog aus der Stellungnahme des Zentralrats der holländischen Juden zu Geert Wilders Möchtegern-Skandalvideo:

Der niederländische Centraal Joods Overleg (Zentralrat der Juden) kritisiert Geert Wilders für seinen Film, der unzulässige Generalisierungen enthalte und ‘kontraproduktiv’ sei:

[...]

‘Indem er Grafiken über das explosive Wachstum der muslimischen Bevölkerung in den Niederlanden und Europa zeigt und diese in Beziehung setzt mit terroristischen Anschlägen und mit dem Slogan ‘Stoppt die Islamisierung, verteidigt unsere Freiheit’, suggeriert Wilders, dass alle Muslime potentielle Terroristen seien, die unser Zusammenleben zerstören wollen. Das stimmt nicht mit den Tatsachen überein und setzt eine ganze Bevölkerungsgruppe in ein schiefes Licht. Ein niederländischer Politiker sollte sich dieser Sorte verallgemeinernder Behauptungen enthalten.’

Zugleich betont die jüdische Dachorganisation, dass die Radikalisierung in Teilen der muslimischen Welt Anlass zu ernster Sorge ist und ruft zur Wachsamkeit und zur streitbaren Verteidigung der Demokratie auf.

Dem ist nichts hinzuzufügen.

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Vielen Dank an Arne Hoffmann für den sachdienlichen Hinweis.

Rückzieher vom Rückzieher

Redefining Media – die Neudefinition der Medien will Liveleak verkörpern. Im Moment sieht es allerdings eher danach aus, als wolle das Videoportal, auf dem am vergangenen Freitag Geert Wilders gestümpertes Anti-Islam-Filmchen seine kaum noch erwartete erste Fehlzündung vollführen durfte, eine lächerliche Schmierenkmödie auf ganz altmodische Art neu inszenieren.

Nach übereinstimmenden Presseberichten (AFP, SPIEGEL ONLINE) soll Liveleak das vorgestern wegen angeblicher Drohungen gegen Mitarbeiter des Portals von seinen Servern entfernte Heimvideo des holländischen Rechtspopulisten heute wieder ins Netz gestellt haben:

Die Betreiber [...] erklärten, sie hätten sich zu diesem Schritt entschieden, nachdem die Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz der Mitarbeiter verbessert worden seien. ‘Wir lassen uns nicht unter Druck setzen, Material zu zensieren, das legal ist und unseren Regeln entspricht’, hieß es in der auf der Website veröffentlichten Erklärung.

Mal ganz unter uns, ihr Liveleak-Macher: Für wie blöd haltet ihr den Rest der Welt eigentlich? Die ganze Sache hatte schon am Samstag einen ziemlich eigenartigen Geruch. Heute stinkt sie einfach nur noch zum Himmel.

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Vielen Dank an bigberta für den sachdienlichen Hinweis.

PI kurz berichtigt (25)

Es war so klar wie Kloßbrühe, dass die permanente Irreführung (PI) auch dieses Interview der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mit dem deutschen Regisseur Neco Celik wieder nur – ich will es mal unangemessen zurückhaltend ausdrücken – extrem verkürzt zusammenfassen würde. Und zwar so:

Die Zeit ist reif für einen Rückzug der Deutschen aus ihrer Hauptstadt, bzw. für eine flächendeckende Ausweitung des multikulturellen Bereicherungsschwerpunk- tes über das gesamte Stadtgebiet.

[...]

Ansonsten fühlt der Zuwanderungsnachwuchs sich ungeliebt und ausgegrenzt und kann gar nicht anders, als gewalttätig zu reagieren.

Und das hat Celik wirklich gesagt:

[...] – ich bin bestimmt nicht deutschenfeindlich. Es gibt in Berlin aber einfach Stadtteile, in denen nur sehr wenige Ausländer leben. Ich wünsche mir natürlich nicht weniger Deutsche hier, sondern ein qualitativ ausgeglichenes Verhältnis.

[...]

Nehmen wir als Beispiel das Schlesische Tor in Kreuzberg. Das war früher ein richtiges Türkengetto. Nun sind in den vergangenen Jahren immer mehr deutsche Studenten dorthin gezogen, auch die Szene aus Mitte und Prenzlauer Berg verlagert sich immer mehr hierher. Für die türkischen Jugendlichen ist das großartig: Sie werden mit Lebensweisen konfrontiert, mit denen sie bisher nie Kontakt hatten, und lernen ganz neue Leute kennen. Das erweitert ihren Horizont. Zwar können sie sich die schicken Läden und Cafés nicht leisten, da die meisten von ihnen arbeitslos sind – aber auch das kann motivieren, endlich etwas aus dem eigenen Leben zu machen.

Dass sich Celik durchaus kritisch zur (deutsch-)türkischen Community geäußert hat, unterschlägt PI natürlich genauso. Das würde die zwanghafte Lügerei ja auch nur stören. Dafür muss man einfach Verständnis haben.

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Nur eine kleine Randnotiz (2)

Gestern habe ich auf eine saudische Fotojournalistin hingewiesen, die in ihrem Land als erste Frau überhaupt in diesem Beruf arbeiten kann. Doch es gibt auch noch andere positive Berichte von der arabischen Halbinsel:

In den Vereinigten Arabischen Emiraten ist erstmals eine Frau zur Richterin berufen worden. Cholud Ahmed Dschuwan al Dhahiri ist erst die zweite Frau in einer hohen Position im Justizwesen eines Golfstaats. Die erste Richterin in einem Golfstaat wurde 2006 in Bahrain berufen.

In den wohlhabenden Emiraten (VAR) wurden in diesem Jahr die Gesetze geändert, damit Frauen als Richterinnen und Staatsanwältinnen tätig sein können. Auch das mag für uns eine Selbstverständlichkeit sein. In den VAR ist es das aber nicht. Bleibt zu hoffen, dass das wirklich nur der Anfang einer Entwicklung ist, die langfristig zu echter Geschlechtergleichbehandlung führt.

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Neun

9. Für unsere Freunde von der pathologischen Intelligenzabwesenheit (PI): Das ist die Zahl zwischen 8 und 10 und im Dezimalsystem auch die höchste einstellige. Sie kommt in so schönen Worten wie Neunauge, Neunbatzner, Neunheil oder auch Neunmörder vor – und sie gilt als Zahl der Vollkommenheit.

Warum ich das alles erzähle? Nun, es braucht ganze 9 (in Worten: neun) Kommentare, bis ein vollkommen (aha!) islamophobisierter Herremensch diesen Vorfall, den PI hier zu wirren Schlussfolgerungen verleitet, mit einem Halbwilden aus Muselmanien in Verbindung bringt:

#9 byzanz (30. Mrz 2008 20:33)

Es muss wohl erst ein Polizist von einem Halbwilden aus Muselmanien ermordet werden, bis bei dieser zahnlosen Truppe mal ein anderer Wind weht.

Das hat dieses Mal aber lange gedauert!

Ach ja: Dass von ausländischen (böse!) oder gar muslimischen (ganz böse!) Tätern im Polizeibericht kein Wort steht – nun ja, das kennt man ja von unserer verdhimmifatzten Polizei, gell!

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Aggregatzustände

Weiß jemand, was ein Aggregator ist? Hier haben wir auf jeden Fall einen.

Schauen wir mal, wer sich da mit wem so tummelt. Und was soll ich sagen – alles alte Bekannte. Aktuell ist natürlich Fitna der Aufhänger. Wie praktisch, dass die, die in Englisch auf der Hauptschule immer irgendwie gefehlt haben, auf eine Übersetzung – Schoggo sei Dank – nicht verzichten müssen.

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Auch Kybeline, pseudointellektuelle (PI) Starautorin von eigenen Gnaden, lässt sich aggregieren und übernimmt aus der BILD-Zeitung nicht nur einen Artikel, sondern gleich auch noch deren sprachliche Unzulänglichkeiten: Überfall auf deutsche Soldaten in Chile.

Dagegen schimpft Winkelried auf unsere Angie, weil die den Eidgenossen demnächst die steuerflüchtigen Leviten lesen will. Diese Schweizer!

Der Sturmvölker selbst freut sich unterdessen über interessante Töne aus Reihen des KSK, bezweifelt die offensichtliche Verfassungswidrigkeit der NPD, findet jüdische Kritik am Papst merkwürdig und würde Ostbelgien wohl lieber heute als morgen heim ins Reich holen.

Eine wirklich, äh, runde Sache, das Sturmvolk und sein Aggregator, oder? Übrigens: Genauso wie das Herre-Blog nimmt auch diese Seite inkonsequenterweise die Dienste eines uns inzwischen ja schon bekannten türkischen Dienstleisters in Anspruch. Sowas aber auch!

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Vielen Dank an bigberta für diesen Gastbeitrag.

Nur eine kleine Randnotiz (1)

Bei uns wäre das ganz sicher keine Nachricht. Doch wenn im streng islamischen Saudi-Arabien die erste Frau überhaupt als Fotojournalistin für eine Lokalzeitung arbeiten kann, dann ist das zwar nur ein kleiner, aber immerhin ein Hoffnungsschimmer. Und zwar dafür, dass sich die Lage für die saudischen Frauen Schritt für Schritt verbessert.

Dass das nur kleine Schritte sein können, liegt in einem Land wie Saudi-Arabien auf der Hand. Übersehen sollte man sie trotzdem nicht. Im Gegenteil.

Interview mit Mona Al Jeddawi bei Asharq Alawsat

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Vielen Dank an bigberta für den sachdienlichen Hinweis.

Witzischkeit kennt keine Grenzen

Politisch Inkorrekt legt vor …

In einer Rede vor dem Kongress der AKP-Jugend in Batman attackierte der türkische Ministerpräsident Recep Erdogan die Justiz seines Landes mit einem Koranvers.

… und Roi Danton schießt daneben:

#1 Roi Danton (30. Mrz 2008 09:06)

Nächste Woche spricht Erdogan vor der versammelten Horde in Süperman und am 15.April vor ausverkauftem Hause im anatolischen Spiderman.

Sorry, das musste sein!

Kein Problem! Wer aus Deppenhausen kommt, täglich Kuhbier, Faulebutter und Drogen zu sich nimmt, außerdem ständig Hundeluft einatmet, in dessen Lederhose wahrscheinlich nur ein trauriger Ehrenzipfel zuhause ist und dessen Warzen ein Bößgesäß verursachen, der darf wenigstens einmal in seinem Leben einen kurzen Ausflug nach Witzighausen unternehmen. Oha!

Sorry, das musste jetzt auch sein.

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Vielen Dank an Fareus für den sachdienlichen Hinweis.

Broder ist auch enttäuscht

Ach, wie tun sie mir doch leid, all die schwer frustrierten Islamophobiker, die es einfach nicht verwinden können, dass die Wilders-Schmonzette nicht die erhofften weltweiten islamischen Proteste und Ausschreitungen provoziert hat. Doch anstatt sich wenigstens ein einziges Mal selbstkritisch zu hinterfragen, werden dieselben dumpfen Phrasen und Floskeln heruntergebetet wie immer – als hätten die Muslime auf Fitna die ersehnten Reaktionen gezeigt. Dem kann sich natürlich auch Henryk M. Broder nicht entziehen. Bei SPIEGEL ONLINE schreibt er unter anderem:

Falls fanatische Moslems wegen Wilders’ Film ‘Fitna’ ausrasten, liegt es also nicht daran, dass sie ein gestörtes Verhältnis zur Religions- und Meinungsfreiheit haben, sondern daran, dass sie von Wilders beleidigt und provoziert wurden.

Ja – falls. Aber weil die Moslems Broder und Konsorten diesen Gefallen ums Verrecken nicht tun, ergibt der Rest des Gesülzes – wie so oft – schlicht und einfach keinen Sinn.

So war es auch für Tom Buhrow ganz selbstverständlich, die ‘Tagesthemen’ am vergangenen Freitag mit einem Bericht über ‘das islamfeindliche Video des niederländischen Rechtspopulisten’ Geert Wilders anzufangen – als gäbe es in der ansonsten zensurfreien Bundesrepublik eine zentrale Stelle, die für die korrekte Sprachregelung in euro-islamischen Angelegenheiten zuständig wäre. Es folgte ein Bericht über die gelassenen Reaktionen holländischer Muslime, die in ihren Cafés sitzen und ganz friedlich Kaffee trinken, während Wilders draußen für Unfrieden sorgt.

Das ist schon hart. Da sitzen diese Musels einfach da und tun – nichts! Was für ein ungeheuerlicher Skandal!

Das Stück moderierte Buhrow mit dem Satz an: ‘Die Messer werden schon gewetzt, aber nur für den Döner’, wobei er zu erwähnen vergaß, dass zu diesem Zeitpunkt ‘Fitna’ bereits nicht mehr auf dem Videoportal ‘Live Leak’ zu sehen war. Der britische Provider hatte Morddrohungen bekommen, die er so ernst nahm, wie sie gemeint waren – eine nicht irrelevante Information, die der ARD-Anchorman wohl unter den Moderatorentisch fallen ließ, um die Zuschauer nicht mit Feinheiten zu irritieren.

Dass Liveleak das ernstgenommen hat, kann man den Verantwortlichen des Videoportals nicht verdenken. Aber hat eigentlich mal jemand versucht herauszufinden, woher diese Drohungen kamen, vom sie stammten? Wurden die Behörden eingeschaltet? Wenn ja, was konnte bisher ermittelt werden? Vergessen wir nicht: Die einzige Quelle für die Existenz der Drohungen ist Liveleak selbst – wobei es sich dabei auch nur um eine einzige ganz vage Information handelte.

Ich befürchte jedoch, dass Broder an solchen Feinheiten kein gesteigertes Interesse hat.

Selber schuld ist Wilders nach dieser Diktion auch daran, dass er nun rund um die Uhr von der Polizei beschützt werden und jede Nacht an einem anderen Ort schlafen muss.

Ehrlich, ich kann es langsam nicht mehr hören, wer vor wem wegen was auch immer beschützt werden muss und wer nicht. Als ob das ein Qualitätskriterium wäre, als ob nur Leute wie Wilders echte Islamkritiker sein können, weil sie unter Polizeischutz stehen. Demnach wäre Broder also außen vor, obwohl sich dessen eigene so genannte Islamkritik keineswegs hinter dem tumben Rechtspopulismus eines Geert Wilders verstecken muss. Wie ist das nur möglich? Und mal ganz ehrlich: Wenn ich all die Drohmails, die ich regelmäßig in meinen virtuellen Briefkästen vorfinde, für bare Münze nehmen würde, müssten die uniformierten Freunde und Helfer zusätzliches Personal einstellen.

Gibt es zu dem Mord an Theo van Gogh, der Enthauptung von Daniel Pearle, der Hinrichtung einer Frau im Stadion von Kabul, dem Aufhängen von Homosexuellen und dem Steinigen von Ehebrecherinnen in Iran eine Perspektive, die nicht einseitig wäre?

Natürlich gibt es diese Perspektive. Nämlich die, dass grob geschätzt 1,2 von 1,3 Milliarden Muslimen an all diesen entsetzlichen Verbrechen weder beteiligt waren, noch etwas dafür konnten. Eine solche Sichtweise hat man allerdings nur, wenn man anerkennt, dass jede pauschale Verurteilung einer ganzen Religion völliger Schwachsinn ist.

Und jetzt wird der ‘Rechtspopulist’ Wilders auf dem Altar der Appeasement-Politik geopfert. Er ist kein Cineast, und sein Film ist kein Meisterwerk für die Freunde der Filmkunst. Es ist eine brachiale Aufforderung, die Wirklichkeit wenigstens zur Kenntnis zu nehmen.

Welche Wirklichkeit denn? Nichts von dem, was Wilders in seinem Video zusammengeschnipselt hat, war oder ist neu. Es wurde bereits zur Kenntnis genommen, und ich kenne keinen vernünftigen Menschen, der all das nicht verurteilt. Das gilt ausdrücklich auch für die Ali Durchschnittsmoslem, der genauso wenig wie Otto Normalbürger verstehen kann, dass religiöse Fanatiker solche Greueltaten begehen.

Es bedarf in der Tat am allerwenigsten eines Geert Wilders, um irgendwen auf irgendwas hinzuweisen. Es sei denn, man nennt mir endlich mal auch nur einen einzigen Grund dafür, warum man einem ausgewiesenen rechtspopulistischen Fanatiker wie ihm überhaupt irgendeine Relevanz zugestehen sollte.

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Wir bedauern, Ihnen mitteilen zu müssen

Peter Körte befasst sich in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FASZ, Seite 28) mit den handwerklichen Unzulänglichkeiten von Geert Wilders wirkungslos verpufftem Homevideo:

Vor ein paar Jahren habe ich mal drei Tage an einer Filmhochschule verbracht und ungefähr 150 Bewerbungsarbeiten angeschaut. Die kleinen, kurzen Filme spielten in aller Welt und allen möglichen Genres, doch nach einer gewissen Zeit verschwammen die Inhalte, ich sah nur noch die Struktur der Montage, die Standardsituationen, die Rhetorik der Bilder, wie man so gerne sagt.

[...]

Was Wilders tut, das ist schon seit den zwanziger Jahren als Kuleschow-Effekt bekannt. Wie der Zuschauer die Mimik eines Schauspielers deutet, hängt vom Bild ab, das davor oder danach gezeigt wird. [...] Wer heute allein auf diesen Effekt setzt, will das Publikum mit dem Vorschlaghammer erreichen. Solcher Atavismus hat bekanntlich seinen Reiz: Er wirkt brachialer als eine Technik, die komplexere Verfahren gar nicht kennt.

[...]

Man muss den Film deshalb natürlich weder zensieren noch verbieten; wer das fordert, macht sich bloß Wilders’ Logik zu eigen. Was ‘Fitna’ jedoch in seiner ganzen handwerklichen Armseligkeit zeigt: dass die Rezeption selbst zum Teil eines Films wird. Man kann ihn sich nicht ansehen, ohne die Diskussionen über den Islamismus im Kopf und die Bilder aus New York oder Madrid vor Augen zu haben. Man würde sich den Film allerdings ohne diesen Kontext gar nicht erst ansehen. Wer ihn als Bewerbungsarbeit prüfen müsste, würde ihn mit einer Standardabsage zurückschicken.

Peter Körte ist stellvertretender Feuilletonchef der FASZ und hat unter anderem Bücher über Humphrey Bogart, Quentin Tarantino, die Coen-Brüder – und über den Bagel geschrieben. Apropos: It’s Sunday-Afternoon-Coffee-Time.

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