Kinder sind doch etwas Wunderbares
Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) will das Kindergeld für das erste und zweite Kind von jetzt 154 auf 160 Euro erhöhen. Für das dritte Kind sollen 204 Euro (aktuell: 154 Euro) und für jedes weitere Kind 229 Euro (aktuell: 179 Euro) gezahlt werden. Ungeachtet des ungeklärten Finanzierung einer möglichen gestaffelten Kindergelderhöhung und der Tatsache, dass die SPD von der Leyens Konzept skeptisch beurteilt, beweist die pathologische Intelligenzabstinenz (PI) einmal mehr, welch verwirrten Geistes Kinder die wahnhaften Ausländer- und Muslimenhasser sind.
Da ich keine Lust habe, diesen übelriechenden Müll auch noch zu zitieren, fasse ich den Beitrag von Aushilfschwätzer Tom Voss nur kurz zusammen: Von der Leyens Vorschlag käme ausschließlich muslimischen Familien zugute, die sich ja quasi wie die Karnickel vermehrten und dem Staat sowieso nur auf der Tasche lägen. Für all das müssten die fleißigen Deutschen aufkommen. Die klassische rechtsradikale Argumentationsschiene also.
Die Fakten sprechen zum Teil aber eine ganz andere Sprache. Während die Geburtenrate in Deutschland insgesamt wieder zunimmt (derzeit liegt sie bei mehr als 1,4 Kindern pro Frau im Alter vom 15 bis 45 Jahren), hat sie sich bei ausländischen Frauen von 1,7 Kindern (1990) auf 0,9 Kinder (2007) fast halbiert – und das, obwohl in diesem Zeitraum das Kindergeld mehrfach erhöht wurde. Allerdings haben 39,6 Prozent der türkischen Familien zur Zeit (noch) drei oder mehr Kinder. Folglich ist das Kindergeld in diesen Familien ein erheblicher Einkommensfaktor. Dabei vergisst PI natürlich eine nicht unbedeutende Tatsache: Kindern kosten viel Geld und stellen für jede Familie immer noch ein hohes Armutsrisiko dar. Von einer Bereicherung auf Kosten anderer kann schon deshalb nicht mal ansatzweise die Rede sein. Eher das Gegenteil ist der Fall.
Dass die demografische Entwicklung in Deutschland langfristig Anlass zur Besorgnis gibt, ist unbestritten. Zwar kann niemand genau vorhersagen, wie sich die Bevölkerung in den nächsten 30 bis 50 Jahren entwickelt, fest scheint jedoch zu stehen, dass die Einwohnerzahl erheblich abnehmen wird. Dem gilt es aus aus vielen guten Gründen entgegenzusteuern. Finanzielle Anreize, mehr Kinder zu bekommen, sind aber nur eine von vielen Maßnahmen, die eine positive Auswirkung auf die Bevölkerungsentwicklung haben können.
All das interessiert PI selbstverständlich überhaupt nicht. Dort pflegt man in tumber Ahnungslosigkeit nur seine kleinkarierten Feindbilder, die entweder tatsächlich auf eine stark unterdurchschnittlich entwickelte Intelligenz und/oder auf ein erschreckendes Ausmaß an mangelnder Bildung schließen lassen. Dafür sprechen auch die im PI-Artikel genannten Angaben zu Zahl der in Deutschland lebenden Türken. Während Meister Voss von 2,5 Millionen spricht, waren es am 31.12.2007 tatsächlich nur etwas mehr als 1,7 Millionen. Diese Zahl ist seit Beginn der neunziger Jahre nahezu unverändert geblieben.
Aber für Fakten und sachliche Argumente hatte PI ja noch nie ein offenes Ohr. Und das wird garantiert auch so bleiben. Wetten, dass?
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