Dass sich der eine oder andere angebliche Freund Israels jede (!) kritische Anmerkung zur israelischen Politik verbittet, ist nach wie vor der keineswegs neue und immer noch genauso wenig originelle Versuch, in der Öffentlichkeit ein einseitig positives Israel-Bild zu zeichnen. Dass dieses Bild nur einen Teil der manchmal wenig positiven Realität zeigt – wen juckt das schon? Schließlich wird Israel in diesen Kreisen als Speerspitze gegen die vermeintliche Islamisierung missverstanden, da sind solche Kollateralschäden einfach unvermeidlich und müssen hingenommen werden. Wer es wagt, dem zu widersprechen, der wird einfach als Antisemit diffamiert. Das funktioniert außerhalb des pseudo-isrealfreundlichen Dunstkreises in der Regel zwar nicht, aber das stört die selbsternannten Israel-Verteidiger selbstverständlich überhaupt nicht.
Wie die faktenresistenten Israel-Lobbyisten ticken, lässt sich beispielhaft wieder einmal an Lizas Welt demonstrieren. Dort heißt es zur Durban Review Conference – der Nachfolgeveranstaltung der World Conference against Racism, Racial Discrimination, Xenophobia and Related Intolerance, die vor sieben Jahren im südafrikanischen Durban stattfand – unter anderem:
Und nun veranstaltet der Rat im April 2009 in Genf auch noch die Durban Review Conference, eine Art Remake jener zu trauriger Berühmtheit gelangten UN-Antirassismuskonferenz, die im September 2001 in der südafrikanischen Stadt Durban vonstatten gegangen war. Dort sollte Israel nur wenige Tage vor 9/11 – so wollten es die beteiligten islamischen Länder – als ‘rassistischer Apartheidstaat’ verurteilt werden. Der französische Essayist und Romancier Pascal Bruckner erinnert sich: ‘Man verdammte den Zionismus als gegenwärtige Form des Nazismus und der Apartheid, aber auch den ‘weißen Furor’, der ‘mit dem Menschenhandel, der Sklaverei und dem Kolonialismus in Afrika einen Holocaust nach dem anderen verursacht hat’. Israel sollte verschwinden, seine Politiker sollten vor einem internationalen Strafgericht ähnlich dem von Nürnberg verurteilt werden. Antisemitische Karikaturen machten die Runde, Exemplare von ‘Mein Kampf’ und der ‘Protokolle der Weisen von Zion’ wurden herumgereicht: Unter einem Foto Hitlers hieß es, dass Israel niemals existiert hätte und die Palästinenser ihr Blut nicht hätten vergießen müssen, wenn er gesiegt hätte. Einige Delegierte wurden physisch bedroht, man rief ‘Tod den Juden’.
Was Lizas Welt natürlich schamhaft verschweigt, ist die Tatsache, dass unter ausdrücklicher Beteiligung der arabischen Staaten Kompromissvorschläge erarbeitet wurden, die immerhin so gut waren, dass der demorkratische US-Kongressabgeordnete Tom Lantos, der seinerzeit der amerkanischen Delegation angehörte, sie als durchaus akzeptabel bezeichnete. Allerdings hatten sowohl die Bush-Regierung als auch Israel von Anfang an nur ein einziges Ziel – nämlich die Konferenz zu diskreditieren. Das Ganze gipfelte dann erwartungs- und wunschgemäß im Abzug beider Delegationen.
Für die Neuauflage dieser Tragikomödie im kommenden Frühjahr wurde ausgerechnet das Teheraner Mullah-Regime von den Vereinten Nationen mit einer Regiefunktion betraut. Ein ‘Durban 2′ befürchtet daher nicht nur die NGO Eye on the UN: ‘Mit der Wahl des Iran in die Vorbereitungskonferenz werden Rassisten zu UN-Sprechern gegen Rassismus.’ Ihre Sprecherin Anne Bayefsky sagte bereits vor knapp einem Jahr: ‘Den führenden Exponenten des Antisemitismus – gleich, ob dieser sich nun gegen einzelne Juden oder gegen den jüdischen Staat richtet – wird von den Vereinten Nationen erneut eine globale Plattform gewährt.’ Gleiches gilt für Libyen, das der Vorbereitungskommission für die Konferenz vorsteht: [...]
Auch das ist nicht mal die halbe Wahrheit, denn im Vorbereitungskomitee sitzen Vertreter aus insgesamt 21 Ländern – darunter ganze fünf aus islamischen Ländern. Dabei wird dann gleich noch so getan, als ob es auf der Konferenz ausschließlich um Israels Rolle im Nahen Osten ginge. Das war allerdings schon 2001 nicht der Fall – und wird auch 2009 in Genf nicht so sein.
Nur unfreiwillig komisch sind dagegen die jämmerlichen Versuche der peinlich irrwitzigen (PI) Fangemeinde, das Logo der Antirassismus-Konferenz zur Hakenkreuz-Variante zu erklären (wobei ich mich sowieso frage, warum das ausgerechnet PI-Anhänger so stört). Aber bildet euch einfach selbst ein Urteil:

Hakenkreuz oder Yin-Yang-Symbolik?
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Vielen Dank an BrehmKassinFein für den sachdienlichen Hinweis.
Hinweis in eigener Sache: Die Darstellung des Hakenkreuzes in diesem Beitrag ist nach § 86a Absatz 3 in Verbindung mit § 86 Absatz 3 Strafgesetzbuch zulässig.