(Redaktionell bearbeiteter Gastbeitrag von Thielus. Original: siehe hier.)
Januar: Mit einer aufsehenerregenden Aktion versucht Stefan Herre, die Amtseinführung Barack Obamas zu verhindern. Mit Hunderten Anhängern (O-Ton PI) – die US-Polizei zählt genau 10 Demonstranten – in Ku-Klux-Klan-Nachthemdchen marschiert der PI-Gründer nach Washington. Leider verwechselt der ausgewiesene Amerika-Experte die Bundeshauptstadt Washington mit dem Staat Washington an der Westküste der USA und steht plötzlich in einer Halle in Seattle, in der gerade ein großes Hiphop-Festival stattfindet.
Februar: Der Beitrag über Herres USA-Reise ist urplötzlich verschwunden. Die Amerikaner schieben den PI-Server aus dem Land nach Nordkorea ab. Gewisse technische Einschränkungen sorgen dafür, dass nur noch ein Bruchteil der ursprünglichen Bandbreite zur Verfügung steht. Um das Blog wenigstens für eine Stunde am Tag erreichbar zu machen, werden die Menschenrechte und das Grundgesetz aus dem PI-Header entfernt (Proamerikanisch fehlte ja schon seit Jahresbeginn, das Proisraelisch war dagegen erst nach einer entsprechenden Umfrage mit 95,9 Prozent der abgegebenen Stimmen abgewählt worden). Immerhin schafft es Herre, einige neue Sponsoren zu gewinnen, unter denen sich die Wehrsportgruppe Oberschlesien genauso findet wie die Freie Kameradschaft Bergisch Gladbach.
März: Stefan Herre veröffentlicht endlich sein Buch Mein Krampf – um Aufmerksamkeit. Es wird exklusiv von PI vertrieben und kostet 79,99 Euro zuzüglich der Auslandsversandkosten aus Nordkorea. Auf 200 Seiten sind darin unter anderem Herres Anti-Islam-Lieblingskarikaturen zu sehen. Außerdem wird das Hörbuch zeitgleich als DVD feilgeboten – gesprochen von Markus Beisicht, Manfred Rouhs und Stefan Herre Die DVD ist auch als zwei Stunden längerer Director’s Cut mit sämtlichen Ähs und Öhs des Autors.
April: Norbert Gehrig, einer der profiliertesten PI-Kommentatoren, wird zum Kanzlerkandidaten von Pro Deutschland bestimmt. PI berichtet live vom Sonderparteitag in Königsberg. Herres Versuch, seinem treuen Kameraden die Teilnahme am mittlerweile obligatorischen TV-Kanzlerduell zu ermöglichen, scheitert jedoch kläglich, weil er seit mehreren Jahren keine GEZ-Gebühren mehr bezahlt. Als Ersatz wird kurzfristig eine Alternativdiskussion zwischen Gehrig und der Tür von Herres Mietskaserne aufgezeichnet. 52,3 Prozent der PI-Leser sind anschließend der Meinung, dass Gehrig die besseren Argumente hatte, allerdings kommen schnell Gerüchte auf, denen zufolge Herre die Abstimmung manipuliert hat. Eine Minute vor Ende der Abstimmung hatte die Tür nämlich noch mit 75 Prozent vorne gelegen.
Mai: Knuesel, der immer noch vorgibt, seit 239 Semestern Islamwissenschaften zu studieren, veröffentlicht einen aufsehenerregenden Gastbeitrag, in dem er zu dem Schluss kommt, dass Muslime nicht an den Papst glauben und deshalb in der Hölle schmoren müssen. Herre schreibt sicherheitshalber eine E-Mail an Benedikt XVI., in der er dem katholischen Oberhirten versichert, dass er kein Mohammedaner. Die 102-jährige Haushälterin des Papstes erzählt ihrem Chef davon, der darauf mit einem entgeisterten Who the fuck is Alice Wer in Gottes Namen ist Herre? antwortet. Nun ist der PI-Großmufti aber mal so richtig sauer und stiftet in einer panischen Kurzschlussreaktion seine eigene Religion.
Juni: Die neue Religion, der PIslamismus, hat inzwischen drei Mitglieder: Herre, der im westlichen Nicht-EU-Ausland beheimatete PI-Strohmann, der das Blog im November 2007 angeblich gekauft hat, und der nordkoreanische Support-Mitarbeiter. Leider gefällt das der einheimischen Regierung gar nicht, so dass Herre ein weiteres Mal umziehen muss – dieses Mal in die palästinensischen Autonomiegebiete.
Juli: Yaab dilletiert einen Beitrag mit dem Titel Hitler war ein guter Mann, aber die Idee mit den Autobahnen war nicht so toll. Der Kommentarbereich jubiliert, Herre ist begeistert und erklärt sein ergebenstes Groupie im Eilverfahren zum ersten Heiligen des PIslamismus. Norbert Gehrig beruft Yaab als Minister für Volksaufklärung in sein reichlich schattiges Kabinett.
August: Der Bundestagswahlkampf geht in die heiße Phase. PI sieht in eigenen Umfragen Pro Deutschland bei 45 und die die NPD bei 10 Prozent. SPD, Grüne und Linke kommen zusammen auf 1 Prozent. Die Tatsache, dass diese Umfragen nur bei PI zu finden sind, erklärt man sich dort mit der Manipulation der Systemmedien.
September: Die Wahl zum Bundestag endet mit einer Sensation: Die SPD holt unglaubliche 55 Prozent. Für Herre und Gehrig ist der Tag eine einzige Katastrophe, denn irgendwie hatte niemand daran gedacht, als Partei zu registrieren. Herre spricht inoffiziell von einer weiteren Verschwörung zu seinen Ungunsten.
Oktober: Nachdem Herre sich vom Wahlschock erholt hat, ruft er pathetisch zum totalen Bürgerkrieg auf, an dem sich alle anständigen Deutschen gefälligst zu beteiligen haben, um die Machtübernahme der linkslinken bolschewistischen islamofaschistischen Gutmenschenbande zu verhindern. PI-Kommentator Mistkerl, der immer damit geprahlt hatte, über ein Waffensarsenal zu verfügen, mit dem man einen Kleinstaat überfallen könnte, meldet sich darauf hin überraschend krank. Später stellt sich heraus, dass seine Eltern ihm verboten hatten, den ganzen Tag Counterstrike zu spielen, weil er sonst die achte Klasse zum dritten Mal nicht schaffen werde.
November: Aus dem Bürgerkrieg ist nichts geworden, stattdessen entschließt man sich kurzerhand zum Burger-Krieg. In Wanne-Eickel erwerben zwei PI-Sympathisanten, bei denen es sich angeblich um BUNDESPOPEL und Paula handeln soll, 100 Big Macs, mit denen sie Anschläge auf Dönerbuden verüben wollen. Leider kennen sie sich in der Stadt nicht aus und können keine entsprechenden Schnellimbisse finden. Stattdessen bewerfen sie die Zentrale von Pro Wanne-Eickel. Einen Tag später veröffentlicht Paula einen Gastbeitrag mit dem Titel Feiger linksfaschistischer Anschlag auf ‘Pro Castrop-Rauxel’. Aus den 100 Burgern sind inzwischen 100 Handgranaten geworden.
Dezember: Die USA marschieren am 31. des Monats in Israel ein, weil Präsident Obama von seiner Außenministerin erfahren hat, dass er pro Jahr nur ein Land überfallen darf, ohne vorher fragen zu müssen. Obama verbindet das Notwendige mit dem Nützlichen und lässt gleich auch noch die palästinensischen Autonomiegebiete besetzen , wo eine provisorische UN-Verwaltung eingerichtet wird. Herre sieht sich erneut zu einem Ortswechsel veranlasst, weiß aber nicht, wohin er jetzt noch soll und entscheidet sich deshalb dafür, PI ab sofort nur noch als Printausgabe zu vertreiben. Jeder vom Verfassungsschutz beobachtete Rechtsextremist sowie einschlägig vorbestrafte Neonazis beziehen das Blatt zum Vorzugspreis von 560 Euro im Jahr (gegenüber dem regulären Preis von 555 Euro pro Jahres-Abonnement).
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30. Dezember 2008 | Allgemein | Kommentare deaktiviert