In den vergangenen Tagen wurden während des Jahreskongresses des Chaos Computer Clubs mehrere rechte Seiten gehackt, darunter auch die Nazi-Partnerbörse MA Flirt. Die dabei illegal ausgelesenen E-Mails, Passwörter und Profilbilder waren kurze Zeit später auf mehreren Internetseiten öffentlich zugänglich. Nun könnte man ja sagen: Es geht ja nur um Nazis. Es ist schon in Ordnung, wenn deren Privatsphäre nicht respektiert wird. Wer Ausländer und Juden hasst, hat eben keine Rechte. Außerdem sind die ja selbst schuld. Wer Sensibles nicht ausreichend vor Angriffen von außen schützt, erteilt damit quasi die Erlaubnis zum Datenklau.
Erschreckend an dieser Argumentation ist, das ich sie mir keineswegs aus den Fingern sauge. Ein paar Beispiele:
Wenn Nazis meinen die Öffentlichkeit mit Ihrem ‘Schmutz’ zu versauen, dann sind solche Aktionen auch ok. Sollte aber nicht die Regel sein, denn nur dann, wenn wir alle den Nazis in Geschlossenheit auftreten, nur dann kann man auch diese Ideologie bekämpfen. Deutschland ist 65 Jahre nach dem Österreicher Adolf Hitler um einiges weiter als das was uns diese Leute Glauben machen wollen. Macht weiter so!
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Naja, Straftat ja es gibt aber so etwas wie Ausnahmen, zum Beispiel Notwehr, Nothilfe, Notstand. Ich gehe davon aus das von Nazis immer Gewalt ausgeht und deswegen so etwas auch irgendwie zu rechtfertigen ist.
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Ganz klar ist das Selbstjustiz, die man nicht gut heissen kann. Aber wenn man die Wahl hat zwischen Selbstjustiz und gar keiner Justiz?
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Sehr gute Aktion, lasst sie nich zur ruhe kommmen. Immer schön weiter ärgern, [...].
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Beim Chaos Communication Congress werden regelmäßig irgenderlche Websites gehackt. Ich glaube, beim 25. wurde schon einmal eine Naziwebsite gehackt. Nun ist der Unterschied in diesem Fall natürlich der, dass es eine ganze Menge Leute gibt, die sich brennend für die Daten interessieren.
Was nun die Antifaschistischen Gruppen damit anstellen, wird ja auf Indymedia in den Artikelergänzungen erklärt. Aus den Hashes lassen sich die Passwörter rekonstruieren, und die Erfahrung jedes ITlers ist die, dass die Mehrheit der User überall das gleiche Passworet verwendet. Das heißt, dass sie Zugang zu vielen der eMail-Konten sowie weiterer verwendeter Dienste haben werden. Je nachdem können dann unter Umständen Informationen auftauchen, die auch für den Verfassungsschutz interessant sein werden, und vom Verfassungsschutz auch ausgewertet werden. Das war ja schon beim Hack des Blood&Honour-Forums so. Grundsätzlich zeigt sich an dieser Stelle für mich aus technischer Sicht, dass viele der verbreiteten Authentifikationssysteme schlicht und ergreifend unsicher sind. Wer den Hash hat, hat quasi schon das Passwort.
Der Verfassunsschutz selbst geht sorgfältig und diskret mit solchen Daten um, um einfache Dumpfbacken und Mitläufer nicht ungerechtfertigt zu gefährden. Solches behutsames Verhalten ist anhand der vielfältigkeit strukturen der Antifaschistischen Gruppen jedoch nicht zu erwarten. Da gibt es eben auch Polithooligans ohne irgendwelchen Anstand. Und bei einer solchen Veröffentlichung von Daten probieren sich eben auch viele einzelne Haudegen daran, mal einen Nazi zu ärgern, indem zum Beispiel eMails gelöscht werden oder das eMail-Konto gesperrt wird.
Ich persönlich hätte den Hack einfach ganz diskret an den Verfassungsschutz weitergeleitet, und fertig.
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Strenggenommen sehe ich schlecht gepflegte Websites als das größere Problem an. Datenschutz liegt zuerst in der Verantwortung des Betreibers, und wenn er nicht zusieht, rechtzeitig seine Sicherheitsupdates aufzuspielen, legt er die Daten seiner Kunden faktisch auf dem Silbertablett aus. Da muss man dann nur noch zugreifen.
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Es rechtfertigt nichts – Aber wenn nun überall Anleitungen herumliegen, in denen beschrieben wird, wie man ‘Schloss V1.34′ mit wenigen Handgriffen öffnet, und zum anderen beschrieben wird, wie man kostenlos mit einem Handgriff auf das sichere ‘Schloss V1.35′ upgradet, ich es dann jedoch aus Faulheit unterlasse zu upgraden, und zudem fett an meiner Haustür ‘Schloss V 1.34′ steht, dann bin ich selbst schuld, wenn jemand mit etwas krimineller Energie das Angebot auch annimmt. Man soll ja niemanden grob fahrlässig zu einer Straftat verleiten.
Vergleichbar ist das Prinzip vielleicht mit meinem alten Golf 2. Mit einem handelsüblichen Schraubendreher und zwei Handgriffen bekommt man ihn in 5 Sekunden auf. Und weil es so leicht ist, und dies sehr viele Leute wissen, ist auch die Versicherung entsprechend teuer. Mit einem kleinen Aufrüstkit kann man es aber verunmöglichen. Entsprechend weniger kostet dann die Versicherung. Wer das nicht macht, ist selbst Mitschuld an seinem Nachteil. Die sorgfältige Pflege der eingesetzten Software ist die erste und wichtigste Bedingung dafür, dass die Daten der Kunden sicher sind. Sie muss jedoch regelmäßig und gewissenhaft gepflegt werden. Gesetze verhindern das Eindringen in das System nicht, sie verbieten es nur.
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Datenschutz? Natürlich! Aber doch nicht für alle! Da könnte ja schließlich jeder kommen!
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30. Dezember 2009 | Allgemein | Kommentare deaktiviert