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Die Schweizer Verfassung kennt vier Amtssprachen: Deutsch, Italienisch, Französisch und – mit Einschränkungen – Rätoromanisch. In 17 der 26 Schweizer Kantone ist Deutsch die alleinige Amtssprache. Das Schweizerdeutsch (oder Schwizerdütsch) ist keine Amtssprache, in der deutschsprachigen Schweiz jedoch Verkehrs- und Umgangssprache. Und diesen alemannischen Dialekt – denn mehr ist das Schweizerdeutsch nicht – haben Ausländer, insbesondere die aus Deutschland, gefälligst zu verstehen. Meint zumindest Ex-SAT.1-Chef Roger Schawinski:
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Da hatte Herr Schawinski aber Glück, dass SAT.1 seinen Sitz nicht auf der Schwäbischen Alb oder in Ostfriesland hatte, denn ich bezweifle doch sehr, dass er da auch nur ein einziges Wort verstanden hätte. Allerdings glaube ich nicht, dass man das von ihm verlangt hätte. Es ist doch wirklich ganz einfach: Wer dauerhaft im Ausland leben will, der sollte die jeweilige Amtssprache beherrschen. Alles andere ist tumbe Volkstümelei, die im Umgang zwischen Einheimischen und Zugezogenen nichts verloren hat. Wenn ich mich mit einem Sachsen unterhalte, dann spielt sich das auf Hochdeutsch ab (mit unverkennbar schwäbischem Akzent, versteht sich). Das ist für mich eine selbstverständliche Höflichkeit. Als äußerst unhöflich empfand ich dagegen zum Beispiel ein Telefongespräch mit dem so genannten Support meines Schweizer Providers vor gut zwei Wochen, das mich ungefähr dreimal soviel wie nötig gekostet hat, weil die Dame am anderen Ende der Leitung partout nicht Hochdeutsch sprechen wollte – obwohl ich Sie ausdrücklich darum gebeten habe.
Wer sein nationales Selbstbewusstsein – was immer das auch sein mag – von einem für Außenstehende kaum zu verstehenden Dialekt abhängig macht, ist letzten Endes nur ein armseliges Provinzwürstchen. Ende der Durchsage.
• Kein Hochdeutsch mit den Deutschen (taz, 29. Januar 2010)



