Monatsarchiv für März 2010

 
 

Geld stinkt doch nicht



Die Story zum Fakeshot gibt es hier.

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Europäisches Institut für heiße Luft

Nehmen wir einmal an, ich wollte die Welt davon überzeugen, dass Rauchen gesund ist. Wie gewürde ich vorgehen? Nun, zunächst stünde die Gründung eines Institutes an. Dessen Name müsste natürlich Ernsthaftigkeit vermitteln. Also würde ich es Europäisches Institut für eklektische Lungenheilkunde (EIfeL) nennen. Danach würde ich einen Fachbeirat einsetzen, denn alleine die Bezeichnung Fachbeirat würde meine Glaubwürdigkeit schon erhöhen. Ich würde mir dazu einfach ein paar fit aussehende Raucher schnappen, hübsche Fotos von ihnen schießen – möglichst im Grünen bei Sonnenschein – und sie auf die frisch eingerichtete EIfeL-Website tackern. Anschließend müsste ich mich ganz schnell nach Geldgebern umsehen, denn die Menschheit davon zu überzeugen, dass Nichtrauchen voll krank ist, würde nicht nur schwierig, sondern auch ziemlich teuer werden. Die Chancen, dass Philipp Rösler meine ehrenwerten Absichten monetär honorieren würde, dürften jedoch eher gering sein, also müsste ich mich in finanzieller Notwehr vertrauensvoll an die Tabakindustrie wenn, die ich der Öffentlichkeit aber als unabhängige Gesundheitskonzerne aus der Bio-Branche verkaufen müsste, um meine gerade erst frisch erworbene Seriosität nicht gleich wieder in die Tonne zu kloppen.

Wer jetzt glaubt, dass mein Konzept keine Zukunft hat, den muss ich leider enttäuschen, denn in der Praxis funktioniert es bereits ganz hervorragend.

Unglaublich aber wahr.

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Vielen Dank an schlammungeheuer für den sachdienlichen Hinweis.

Wer im Glashaus sitzt

Pathologisch Inkompetent (PI) wirft trotzdem mit Steinen:

Seit die schwätzende Zunft der Journalisten sich vom Anlernberuf des Nachrichtenübermittlers zum meinungsbestimmenden Volkspädagogen erklärt hat, sind besonders sogenannte Expertenmeinungen wichtig, um Widersprüche zwischen öffentlicher und veröffentlichter Meinung erst gar nicht diskutieren zu müssen. Eine ganze Industrie käuflicher Experten für Alles steht bereit, um gegen Honorar zu bezeugen, was der Journalist schreiben will. Billiger und schneller geht es allerdings, den Experten samt seiner Expertenmeinung einfach zu erfinden.

Das dachte sich auch der junge Journalist Sebastian Wieschowski [...], der nicht nur gemeinsam mit dem ‘Medienexperten’ Stefan Niggemeier in dessen ‘Bildblog’ darüber wachte, dass Andere nur Erwünschtes berichten, sondern nebenher an die Flagschiffe des deutschen Qualitätsjournalismus massenweise Beiträge verkaufte, in denen Experten bestätigten, was Redakteure glauben wollten. Jetzt kommt heraus: Die Experten hatte der pfiffige Schreiber selber erfunden.


Dass gerade PI die Klappe so weit aufreißt, ist dann doch etwas verwunderlich – wenn man bedenkt, was für einen frei erfundenen Unsinn das verlogenste Blog im deutschsprachigen Raum in der Vergangenheit schon verbreitet hat (siehe zum Beispiel hier und hier). Davon einmal abgesehen hat Wieschowski für Niggemeiers BILDblog nur ganze zwei – nicht beanstandete – Beiträge verfasst. Und der Beschuldigte selbst schreibt zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen:

Ich habe keine Zitate erfunden. Ich habe keine Zitate gefälscht. Aufgrund einer Leserbeschwerde beim Presserat hat sich herausgestellt, dass ein vermeintlicher Anwalt, den ich in mehreren Artikeln zitiert habe, ein Hochstapler war. Das ärgert mich und war ein Fehler von mir – ich hätte den Hintergrund dieser Person genauer prüfen müssen. Ich protestiere aber gegen die vorverurteilende und mich identifizierende Berichterstattung über diesen Fall auf journalist.de und meedia.de. Sie ist einseitig und falsch.

So, und jetzt husch, husch zurück in dein Glashaus, Stefan Herre.

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Vielen Dank an schlammungeheuer für den sachdienlichen Hinweis.

Hartz V

Langzeitarbeitslose sind einsam und antriebslos. Deshalb sind sie ja langzeitarbeitslos. Das ist für Peter Hartz, Namenspatron der Hartz-Gesetze, die Ausgangslage, in der sich Arbeitslosengeld-II-Bezieher seiner Ansicht nach befinden. Dass viele Dauerbeschäftigungslose alles andere als sozial verkrüppelte Faulpelze sind, passt nicht in die klitzekleine Welt des Peter Hartz. Er hat keine Ahnung, wie jemand denkt und fühlt, der trotz guter Qualifikation und enormer Anstrengungen keinen Job mehr findet. Er will auch nicht wahrhaben, dass es sein Konzept war, das Millionen Menschen rasend schnell in die relative Armut getrieben hat. Nein, Peter Hartz fühlt sich einfach nur missverstanden. Und weil das so ist, will Hartz seine Opfer nun mit seiner neuesten Idee beglücken: Das Projekt nennt sich Minipreneure (französisch für Miniunternehmer), ist gemeinnützig und zunächst auf das Saarland begrenzt, muss zumindest vorerst ohne öffentliche Gelder auskommen und soll für die Betroffenen freiwillig sein:

In einem als POLYLOG bezeichneten Prozess kommen in einer Kreativierungs-woche Fachexperten und Experten ‘in eigener Sache’ zusammen und gestalten gemeinsam einen Raum, in dem Arbeitslose ihre neuen Lebenspläne entwerfen und gestalten können. Kennzeichnend für dieses Element ist die Nutzung neurobiologischer und psychologischer Erkenntnisse im Rahmen intensiver Gruppenaktivitäten. Ein individuelles Gesundheitscoaching gehört dazu.

In der TALENT- UND EIGNUNGSDIAGNOSE werden die persönlichen Stärken einer Person mit psychologischen Methoden (Berufsprofiling) erhoben und für ein Matching zu Berufen beziehungsweise Beschäftigungsmöglichkeiten nutzbar gemacht. Sowohl die psychologische Diagnostik als auch die Art der Ergebnisverwertung gehen hierbei weit über bisherige Ansätze hinaus.

Regionale Wirtschaftsstrukturanalysen bis auf Stadtteil- und Ortsteilebene ermitteln das Beschäftigungspotenzial. Mit dem BESCHÄFTIGUNGS-RADAR werden sie für individuelle Integrationsstrategien nutzbar gemacht.

Durch die Regelungspraxis des Einstiegsgeldes (§ 29 SGB II) kann dieses Förderinstrument als finanzielle Brücke aus dem ALG II-Bezug in die Selbständigkeit genutzt werden.

[...]

Das Leitmotiv dieses Konzeptes für die Menschen in dieser Unternehmung, für die Minipreneure und ihre Berater und Begleiter lautet: ‘Mache Dich selbst zum Projekt!’ ‘Lasst uns das Projekt machen – gemeinsam!’


Toll! Und am Ende fassen sich alle glückselig bei den Patschehändchen und singen Kumbaya, oder was?

Überflüssig wie ein Kropf und – davon einmal abgesehen – auch nicht wirklich neu.

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Hättet ihr halt was Richtiges gelernt!

Du bist Versicherungsvertretreter, Politiker, Fernfahrer, Straßenkehrer, Landwirt, Grundschullehrer, Reinigungskraft, Bankkaufmann, Arzt oder Journalist? Herzlichen Glückwunsch! Du hast es in die Top 10 geschaft.

Und zwar in die Top 10 der unbeliebtesten Berufe. Etwas irritiert hat mich allerdings der arme Grundschullehrer. Der tut doch niemandem etwas. Der will doch nur spielen!

Gott sei Dank ist Blogger kein Beruf.

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Faust, Stock, Kochlöffel, Teppichklopfer

Es war einmal in kleiner Stadtpfarrer. Das Wort Gottes predigte er nicht nur, nein, er prügelte es Kindern und Jugendlichen auch ein. Ob Faust, Stock, Kochlöffel oder Teppichklopfer – unser kleiner Stadtpfarrer ließ sich wirklich etwas einfallen, um seinen Schützlingen Ehrfurcht vor dem Allmächtigen einzubläuen. Das alles ist schon einige Zeit her, und wahrscheinlich würde sich kaum jemand dafür interessieren, wenn unser kleiner Stadtpfarrer nicht Walter Mixa hieße und inzwischen nicht einer der umstrittensten deutschen Bischöfe wäre. Natürlich bestreitet Mixa die Vorwürfe, die insgesamt fünf ehemalige Heimkinder per eidesstattlicher Versicherung gegen den Augsburger Bischof erheben, aber das war ja zu erwarten. Zwar sind Beschuldigungen kein Beweis, andererseits kann ich mir aber nicht vorstellen, dass gleich fünf von Mixas früheren Schutzbefohlenen eine Straftat begehen, nur um einen hochrangigen katholischen Geistlichen zu ärgern, denn die Taten an sich dürften alle verjährt sein.

Die ganze Geschichte ist übrigens in der Süddeutschen Zeitung nachzulesen. Warten wir einfach mal ab, ob sich vielleicht nicht doch noch mehr Opfer melden. Wundern würde es mich nicht.


Mehr zu Bischof Mixa beim POLITBLOGGER: Bitte hier klicken.

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Obacht! Baumschüler!

Muss man das noch kommentieren?



Text:

#24 SidFK (30. Mrz 2010 06:45)

Wieso Überraschung? Es war doch klar, dass die Muselmänner Sklaven hielten.
Wie wären denn sonst die Pyramiden in Ägypten entstanden?


Genau: Die ollen Ägypter waren schon knapp 3200 Jahre vor Mohammeds Geburt Muslime.

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Vielen Dank an Ubaidja für den sachdienlichen Hinweis.

PI-’Redaktion’: Zuwachs!


Fakeshot

Text:

« Kommt jetzt auch Udo Voigt zu PI? — VWarum man die Piratenpartei trotzdem nicht wählen kann »

Herzlich willkommen im Team, Aaron!

Nachdem PI in den letzten Jahren ja einige Stammautoren verloren hat (Jens von Wichtingen, gw, Beate Klein) und wir seitdem hauptsächlich auf die äußerst bemühten Erstklässleraufsätze unserer Gastbeiträger angewiesen waren, konnte PI-Führer Stefan Herre endlich wieder einen Dummen mutigen Muslimenhasser finden, der unser arg geschrumpftes Team in Zukunft sicherlich sehr, sehr bereichern wird: Aaron Koenig (Foto), Mitglied im Bundesvorstand der Piratenpartei. Im Interview mit sich selbst gab Herre zu bedenken, dass jemand, der Aaron heiße, für PI in höchstem Maße regelrecht prädestiniert sei. Wahrscheinlich stamme Koenig sogar direkt von Moses ab. ‘Damit können wir unseren eigenen Antisemitismus künftig wieder besser verstecken’, so Herre weiter.

Quasi zum Einstand hat Aaron uns gebeten, seinen aktuellen Beitrag, der sich mit dem unmittelbar bevorstehenden EU-Beitritt der Türkei befasst, hier zu veröffentlichen:

Respekt für die Türkei!

Heute weilt unsere Bundeskanzlerin zum Staatsbesuch in der Türkei. Angela Merkel sollte diese Gelegenheit nutzen, um die Hinhaltetaktik der EU gegenüber der Türkei ein für allemal zu beenden. Seit 1959 wird den Türken die EU-Mitgliedschaft in Aussicht gestellt. Immer wieder stellt die EU neue Bedingungen und zögert die Beitrittsverhandlungen künstlich hinaus. Frau Merkel sollte den Mut haben, dieses für die Türken entwürdigende Spiel abzupfeifen und klarzustellen: die Türkei wird niemals EU-Mitglied werden.

Eine überwältigende Mehrheit der Bevölkerung in allen EU-Staaten ist dagegen – und sie hat gute Gründe dafür. Zunächst ist die Türkei einfach kein europäisches Land. Nur ein winziger Teil ihres Staatsgebiets liegt auf dem europäischen Kontinent. Eine EU mit Außengrenzen zu Syrien, dem Iran und dem Irak wäre eine absurde Vorstellung.

Noch wichtiger als die Geografie ist das, was die europäischen Völker wirklich miteinander verbindet. Es sind nämlich nicht die ‘christlichen Werte’, wie oft fälschlich behauptet wird, sondern vielmehr die Werte des Humanismus und der Aufklärung. Freiheit, Menschenrechte und Demokratie mussten gegen die christlichen Kirchen erkämpft werden. Deren Konzept einer ‘gottgewollten Ordnung’ (den Ideen islamischer Fundamendalisten nicht unähnlich) wurde lange Zeit von Tyrannen zur Legitimation ihrer absoluten Macht missbraucht. Erst die Aufklärung beendete die Herrschaft ‘von Gottes Gnaden’ und brachte uns wunderbare Dinge wie Gewaltenteilung, Meinungsfreiheit und Gleichberechtigung, die keineswegs so selbstverständlich sind, wie sie uns heute erscheinen.

In der islamischen Welt hat eine Aufklärung jedoch bisher nicht stattgefunden – und die Türkei ist dabei leider keine Ausnahme. Als Kemal Atatürk in den 1920er Jahren das Kalifat abschaffte und aus den Resten des osmanischen Reiches die heutige Türkei aufbaute, zwang er der türkischen Gesellschaft das Konzept der strengen Trennung von Religion und Staat mit Gewalt auf. Doch nur eine kleine Minderheit der Türken hat diese westliche Idee, die im Widerspruch zum Staatsverständnis des orthodoxen Islam steht, wirklich verinnerlicht. Würde die Armee die laizistischen Prinzipien Atatürks nicht mit Waffengewalt verteidigen, wäre die Islamisierung der Gesellschaft in der Türkei höchstwahrscheinlich genau so stark fortgeschritten wie im gesamten Nahen Osten. Eine Militärherrschaft als Garant des Staates ist jedoch keine gute Basis, um dem ‘Club der aufgeklärten Humanisten’ (und nicht etwa dem ‘Christenclub’) EU beizutreten.

Eine Ausweitung der in der EU üblichen Niederlassungsfreiheit auf die Türkei würde zudem mit Sicherheit zu massiver Einwanderung aus den wirtschaftlich schwachen Regionen der Türkei in die europäischen Großstädte führen. Die ohnehin schon schwierige Situation türkischstämmiger Einwanderer in Europa, von denen nur eine Minderheit gut integriert ist, würde sich durch das Wachstum der türkischen Diaspora-Community noch mehr verschärfen. Erfahrungsgemäß sinkt die Bereitschaft zur Integration, je einfacher man problemlos ‘unter sich bleiben’ kann. Die schöne Idee einer transkulturellen Gesellschaft, in der die Einwanderer das Beste beider Kulturen miteinander verbinden, wäre dann zum Scheitern verurteilt. Wir würden den hier lebenden ‘Deutschländern’ türkischer Abstammung, die die westlichen Werte schätzen und sich gern integrieren wollen, keinen Gefallen tun, wenn wir eine ungesteuerte Zuwanderung aus der Türkei zuließen.

Angesichts dieser Vielzahl von Gründen, die gegen eine EU-Mitgliedschaft sprechen, fragt man sich, warum man der Türkei überhaupt je darauf Hoffnungen gemacht hat? Es sind vor allem die USA, die ihre europäischen Verbündeten zur Aufnahme der Türkei gedrängt haben. Zur Zeit des kalten Krieges spielte die Türkei als nah an der Sowjetunion gelegener US-Militärstützpunkt eine wichtige Rolle, und auch heute ist sie für die Amerikaner von hoher geostrategischer Bedeutung. Es ist verständlich, dass die USA die Türken als Gegenleistung für ihre Vasallentreue bei ihren EU-Ambitionen unterstützen. Doch falsche Rücksicht auf die Interessen unserer amerikanischen Freunde sollte uns bei aller Dankbarkeit und Loyalität nicht dazu verleiten, unsere europäischen Eigeninteressen zu vernachlässigen.

Schenken wir den Türken endlich reinen Wein ein (auch wenn strenge Muslime keinen trinken dürfen): Ja zur Integration der integrationswilligen ‘Deutschländer’ – ein klares und endgültiges Nein zur EU-Mitgliedschaft der Türkei.

Respekt, Aaron, Respekt! Weiter so!

Kategorie: Monarchie, Osmanisches Reich, EUdSSR| PI, 30. Mrz 2010 | Druck machen | Diese Artikelattrappe der Piraten-Pressestelle mailen | Aaron huldigen

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Euphorie der Inkompetenz

Dirk Kurbjuweit will wohl das sein, was jeder Journalist sein will: kritisch. Kritisch befasst sich der Leiter des SPIEGEL-Hauptstadtbüros allerdings nur mit Leuten, die er nicht leiden kann – zum Beispiel Linke. Bei anderen drängt sich dagegen der Verdacht auf, dass Kurbjuweit als leidenschaftlicher publizistischer Nebenerwerbs-Jubelperser jede kritische Distanz zu der Person fehlt, über die er sich gerade auslässt. Aktuell hat Kurbjuweit bei SPIEGEL ONLINE einen Artikel über die selbsternannte Islamkritikerin Necla Kelek veröffentlicht, bei dem man glatt auf die Idee kommen könnte, Kelek hätte ihn selbst verfasst. Ein paar Auszüge:

Sie verteidigt vehement die Demokratie. Weil sie auch den Islamismus anprangert, irritiert die Publizistin Necla Kelek einige Intellektuelle.

[...]

[...], und Necla Kelek bekennt später noch, dass gewiss nicht alle Muslime in Deutschland ein Problem für die Demokratie seien, die meisten sicher nicht, aber ein paar eben doch, und die seien nun einmal ihr Thema. Sie kümmere sich um die Probleme.

[...]

Das Interessante an Necla Kelek ist, dass sie all die Begriffe verteidigt, die das Fundament der Gesellschaft in Deutschland bilden: Freiheit, Demokratie, Aufklärung, säkulare Ordnung, Bürgergesellschaft. Aber damit zieht sie unter Deutschen scharfe Kritik auf sich. Sie ist eine Frau, die irritiert.

[...]

Necla Kelek redet meist mit ruhiger, leiser Stimme.

[...]

Wenn sie von der Unfreiheit türkischer Mädchen redet, kommt Schärfe in ihre Stimme, aber von einer “Hass-predigerin” ist Kelek weit entfernt.

Was im Gespräch mit ihr zum einen irritiert, ist seltsamerweise die Begeisterung, mit der sie die Freiheit lobt. Man kennt dies nicht, Deutsche reden nicht mehr so.

Kelek sagt Worte wie Freiheit, Demokratie, Bürgergesellschaft, Aufklärung in einem Ton, in dem andere nur noch über die schönsten Tore der Bundesliga reden. [...] Sie leidet darunter, dass sie kaum auf Deutsche trifft, die das Wort Freiheit sagen können, ohne gleich auf die Schattenseiten hinzuweisen, ob Konsumgier oder Pornografie. Vielleicht muss man die Unfreiheit erlebt haben, um zur Freiheit ein schwärmerisches Verhältnis haben zu können. Hat sich die Irritation gelegt, ist es geradezu wohltuend, ihre Begeisterung für die Grundlagen des Westens zu erleben.

[...]

Die zweite Irritation im Gespräch mit Necla Kelek entsteht daraus, dass sie die Verhältnisse in manchen türkischen Familien oder Gemeinden kritisiert, ohne sich dafür zu entschuldigen, ohne permanent zu sagen, dass es viele Türken in Deutschland gebe, die für Freiheit, Demokratie und Aufklärung seien, und ohne dieses eingeübte Unbehagen, als Kritiker anderer Lebensweisen stehe man mit einem Bein im Lager des Rassismus.

[...]

Aus zwei Gründen also sind Deutsche oft schlechte Verteidiger ihrer eigenen Werte: Abgeklärtheit und Angst vor dem Vorwurf der Intoleranz. Aber eine freiheitliche Gesellschaft braucht auch Freiheitseuphoriker wie Kelek, sonst wird sie zur zynischen Gesellschaft.

Allerdings steckt auch Kelek in einem Dilemma, das jeder Verteidiger von Freiheit und Toleranz kennt. Freiheit kann nie totale Freiheit sein, Toleranz nie totale Toleranz. Deshalb ist ein vernünftiger Kämpfer für Freiheit und Toleranz immer auch ein Kämpfer für Unfreiheit und Intoleranz. Anders gesagt: Ein Kämpfer für Toleranz muss intolerant sein gegenüber den Intoleranten.

Deshalb geht dieser Vorwurf gegen Necla Kelek ins Leere.

[...]

Was Necla Kelek macht, ist der Kampf für eine islamische Aufklärung in Deutschland. Als gläubige Muslimin hat sie jedes Recht dazu.


Manchem kommen beim Lesen dieser devoten Liebeserklärung vor lauter Rührung vermutlich die Tränen. Wer sich jedoch kritisch mit Wendehälsin Kelek befasst, der weiß, dass so gut wie nichts von dem, was Kurbjuweit seiner Favoritin zuschreibt, tatsächlich auch zutrifft. Kelek ist vielmehr der Inbegriff von Intoleranz. Sie will ihre eigene wirre Lebensphilosophie allen anderen überstülpen. Auch bei der Wahl ihrer Methoden ist Kelek nicht zimperlich: Verdacht erwecken, Hass predigen, hetzen.

Was das alles mit Freiheit zu tun hat? Genauso viel wie Dirk Kurbjuweit mit kritischem Journalismus.

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PI lügt (210)

Am vergangenen Wochenende fand im schweizerischen Disentis eine Tagung islamischer Extremisten aka ‘Bildungsseminar des Islamischen Zentralrats Schweiz’ statt, bei dem – trotz Einreiseverbot – auch Kölns berühmtester Vogel [...] zu Gast war.

Quelle

Meine Güte, kann Pathologisch Informationsresistent (PI) denn nicht wenigstens ein einziges mal ein bisschen recherchieren:

Der deutsche Islam-Prediger Pierre Vogel ist in die Schweiz eingereist. Legal, wie das Bundesamt für Polizei fedpol am Abend der ‘Tagesschau’ bestätigt.

Ich bin nun wirklich kein Freund von Abu Hamza (im Gegensatz zu Abu PImza alias Stefan Herre), aber jetzt mal ganz unter uns: Solange Hassprediger wie Geert Wilders ungehindert überall auf der Welt hetzen dürfen, sind gegen Vogel gerichtete Einreiseverbote eigentlich auch nicht zu rechtfertigen.

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