Januar: Die Bundespolizei verhindert in letzter Minute einen verheerenden Bombenanschlag auf den Kölner Dom. Bei den Durchsuchungen der Wohnungen der beiden Hauptverdächtigen – einem ehemaligen Sportlehrer aus Bergisch Gladbach und einem früheren Pressesprecher der Münchner CSU – werden in gebrochenem Arabisch abgefasste Bekennerschreiben einer bislang völlig unbekannten islamistischen Terrorzelle gefunden, die von den Ermittlen jedoch als nicht sehr authentisch eingestuft werden.
Februar: Bei der vorgezogenen Bürgerschaftswahl in Hamburg wird die SPD stärkste Partei. Der neue Erste Bürgermeister Olaf Scholz kündigt Koalitionsverhandlungen mit der GAL an. Die CDU muss erdrutschartige Verluste hinnehmen und landet nur knapp vor der FDP, die knapp an der Fünf-Prozent-Hürde scheitert.
März: Während nach den Landtagswahlen in Sachen-Anhalt und Rheinland-Pfalz alles beim Alten bleibt, wird Baden-Württemberg künftig von einer grün-roten Koalition regiert. Zwar erreicht Stefan Mappus mit der CDU noch einmal 39,9 Prozent der Stimmen, der bisherige Koalitionspartner FDP geht den Christdemokraten allerdings verloren, weil die Liberalen in ihrem Stammland deutlich unter drei Prozent bleiben. Großer Gewinner sind die Grünen, die ein Rekordergebnis von 35,8 Prozent erzielen. Die SPD fällt auf ein historisches Tief und kommt nur noch auf 15,2 Prozent. Die Linken bleiben wie die FDP an der Fünf-Prozent-Hürde hängen. Der neue Ministerpäsident Boris Palmer erklärt noch am Wahlabend, das Volk über das Bahnprojekt Stuttgart 21 entscheiden lassen zu wollen.
April: Der abgewählte baden-württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus wird von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) als Nachfolger von EU-Verkehrskommissar Guenther Oettinger vorgeschlagen, der als neuer deutscher Botschafter nach London geht.
Mai: Nach der Bremer Bürgeschaftswahl bleibt der rot-grüne Senat im Amt, während die FDP schon wieder die Fünf-Prozent-Hürde reißt. FDP-Chef Westerwelle lehnt einen Rücktritt erneut ab und wird deshalb auch von seinem neuen Büroleiter bei Wikileaks angeschwärzt. Die unmittelbar danach veröffentlichten Dokumente belegen, dass Westerwelle gar nicht homosexuell ist. Westerwelles Lebensgefährte Michael Mronz kündigt juristische Schritte gegen Wikileaks an.
Juni: Nach der Entlassung von Guido Westerwelle aus dem Kabinett verlassen auch die verbliebenen FDP-Minister fluchtartig die Regierung. Die Kanzlerin bildet eine CDU/CSU-Minderheitsregierung, schließt vorzeitige Neuwahlen im Bund aber kategorisch aus.
Juli: Beim Volksentscheid über Stuttgart 21 votiert eine überraschend klare Mehrheit der Baden-Württemberger für die Sanierung des bestehenden Kopfbahnhofs und für die Neubaustrecke nach Ulm. Vorstand und Aufsichtsrat der Deutschen Bahn AG ziehen daraus die Konsequenzen und lösen den Vertrag mit Bahnchef Rüdiger Grube vorzeitig auf. Nachfolgerin von Grube wird die frühere baden-württembergische Umwelt- und Verkehrsministerin Tanja Gönner.
August: Die Deutsche Bahn AG muss bei tropischen Außentemperaturen den Betrieb vorübergehend komplett einstellen, nachdem zahlreiche Fahrgäste durch die in allen Zügen neu installierten Klimaanlagen aus kostengünstiger nordkoreanischer Produktion erfroren sind.
September: Auch bei den letzten Landtagswahlen des Jahres gelingt der CDU keine Trendwende mehr. In Mecklenburg-Vorpommern scheidet die CDU aus der Großen Koalition mit der SPD aus, die jetzt mit Linken und Grünen koalieren will. In Berlin wird Renate Künast die zweite grüne Regierungschefin in einem deutschen Bundesland. Juniorpartner werden die bisher den Regierenden Bürgermeister stellenden Sozialdemokraten. Die Kanzlerin stellt im Bundestag die Vertrauensfrage und verliert erwartungsgemäß. Merkel bittet Bundespräsident Christian Wulff, den Bundestag aufzulösen und kündigt Neuwahlen im Januar 2012 an.
Oktober: Beim um einen Monat verschobenen Deutschlandbesuch des Papstes erlaubt Benedikt XVI. völlig überraschend die uneingeschränkte Benutzung von Verhütungsmitteln. Außerdem sollen das Zölibat ersatzlos gestrichen werden und Frauen künftig die Priesterweihe empfangen dürfen. Eine Woche später stirbt der Papst im Schlaf. Als offizielle Todesursache nennt der Vatikan plötzliches Herzversagen.
November: SPD-Kanzlerkandidat Sigmar Gabriel reist nach Washington und wird von US-Präsident Barack Obama zu einem mehrstündigen Meinungsaustausch empfangen. Als Merkel eine Woche später ebenfalls in die USA fliegen will, kommt ihr dabei ein bereits einschlägig bekannter isländischer Vulkan in die Quere. Der isländische Botschafter in Deutschland wird von der kommissarischen Außenministerin Kristina Schröder ins Auswärtige Amt zitiert.
Dezember: Knapp zwei Monate vor der Bundestagswahl wird Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg auf den außerordentlichen Parteitagen von CDU und CSU jeweils einstimmig zum Unionskanzlerkandidaten gekürt. Amtsinhaberin Angela Merkel erleidet daraufhin einen schweren Mundwinkelinfarkt.
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