Monatsarchiv für April 2011

 
 

Fotos, die man so vielleicht doch nicht veröffentlichen sollte

Skandal auf Bucks Balcony? Könnte man meinen! Guckst du:



Kommentieren

Südwest-CDU weist Bayern-CSU in die Schranken

Respekt vor den Wählern hat CSU-Haudrauf Alexander Dobrindt wohl nur, wenn deren Entscheidungen im Sinne der früheren Alleinherrschaftspartei ausfallen. Das ist zwar schon eine ganze Weile her, dass der tumbe Bayer das erleben durfte, aber weil auch der bisher so tiefschwarze Südwesten Deutschlands nach einer genauso demokratischen wie historischen Landtagswahl verloren ging und künftig einen grünen Ministerpräsidenten haben wird, lässt Dobrindt nun endgültig die Maske angeblich so aufrechten Demokraten fallen:

Nach dem Machtwechsel zu Grün-Rot in Baden-Württemberg wirbt die CSU ausdrücklich um Firmen aus dem Nachbarland. ‘Jedes Unternehmen, das in Baden-Württemberg durch grün-rote Planwirtschaft verprellt wird, ist in Bayern hochwillkommen’, sagte CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt dem ‘Hamburger Abendblatt’. Bayern werde ‘wirtschafts- und innovationsfreundlich’ bleiben.

Dobrindt wandte sich zudem grundsätzlich gegen Bündnisse mit den Grünen: Diese seien ‘kein Partner für die Union.’ Die Ereignisse im japanischen Atomkraftwerk Fukushima hätten der Partei einen Höhenflug beschert. In den nächsten Monaten werde aber die ‘tief antibürgerliche Haltung der Grünen wieder klar zum Vorschein kommen’.


Rückendeckung für Grün-Rot kommt nun ausgerechnet von der baden-württembergischen CDU. Deren noch amtierender Finanzminister Willi Stächele knüppelte auf jeden Fall deftig zurück:

“Ich halte diese Äußerung für stillos, um nicht zu sagen rotzfrech”, sagte der scheidende Minister der Nachrichtenagentur dpa. “Wer Baden-Württemberg schadet, kriegt auf die Hörner – auch wenn er CSU-Nachbar ist”, stellte Stächele fest.

[...]

Denn auch in der Personalfrage Kretschmann ging CDU-Mann Stächele auf Konfrontationskurs mit der CSU – und sprang den Grünen bei: Der Respekt vor dem Wähler gebiete einen anständigen Umgang mit dem designierten Ministerpräsidenten.

Kommentieren

Burkaverbot mal anders – und durchaus gerechtfertigt

Auch wenn ich mich immer wieder mit dem Thema beschäftigt habe, ist mir diese Geschichte doch komplett durch die Lappen gegangen:

Das Land Hessen hat einer Beschäftigten im öffentlichen Dienst das Tragen einer Burka verboten. Innenminister Boris Rhein (CDU) reagierte mit einem Erlass auf einen Streit um eine Mitarbeiterin der Stadt Frankfurt. Sie wollte ihren Dienst im Bürgeramt vollverschleiert antreten. Rhein betonte, dass öffentlich Beschäftigte grundsätzlich zur religiösen und politischen Neutralität verpflichtet seien.


Ich würde das zwar nicht unbedingt am religiösen und politischen Neutralitätsgebot aufhängen – denn das würde schließlich auch um den Hals baumelnde Kreuze ausschließen – aber verstehen kann ich dieses Burkaverbot sehr wohl. Gerade in einem Bürgerbüro ist die Vollschleierung einer Beschäftigten völlig inakzeptabel, zumal sich die Stadt Frankfurt beim früher getragenen Kopftuch der Dame erfreulich tolerant gezeigt hatte. Toleranz hat jedoch da ihre Grenzen, wo selbst simpelste Anstandsregeln vorsätzlich gebrochen werden sollen. Zudem ist es auch keineswegs sicher, ob sich die betroffene Mitabeiterin wirklich aus religiösen Gründen so verhält, wie sie es eben tut:

Medienberichten zufolge könnten jedoch auch finanzielle Gründe eine Rolle spielen. Die ‘Bild’-Zeitung berichtete, dass erst von 40000 Euro Abfindung die Rede gewesen sei, inzwischen spreche ihr Anwalt von rund 18000 Euro.

Natürlich müssen gerade BILD-Behauptungen nicht zwangsläufig der Wahrheit entsprechen, aber so ganz weit hergeholt scheint der finanzielle Hintergrund nicht zu sein. Nicht, weil es muslimische Frauen grundsätzlich darauf anlegen – dem ist überhaupt nicht so – sondern weil es diese eine offenbar tut. Ihr Gebaren spricht auf jeden Fall dafür.

Kommentieren

Schlimm! Jetzt geht es auch noch den Feinschmeckern an den Geldbeutel!

Der Hummer an sich ist ein Kannibale. Weil sich das Verspeisen des einen oder anderen mitgefangenen Artgenossen jedoch etwas ungünstig auf das verfügbare Angebot im Gourmettempel um die Ecke auswirkt, bindet man den gefräßigen Luxuskrebsen einfach die Scheren zusammen. Das wiederum ruft seit langem Tierschützer auf den Plan, denn schließlich – so ihr durchaus nachvollziehbares Argument – verhindere die Fesselung der Viecher eine artgerechte Haltung, wodurch die Hummer noch zusätzlich litten, bevor sie ihrem unvermeidlichen Ende im siedend heißen Kochtopf ins Auge sehen müssen. Doch nun planen die Länder eine Verschärfung der Tierschutzbestimmungen. Demnach sollen Lebendhummer künftig in größeren Wasserbassins einzeln gehalten werden. Auch das Zusammenbinden der Scheren ließe sich so vermeiden.

Unter Feinschmeckern dürfte das jedoch für aufgeregte Empörung sorgen, denn die vorerst noch auf Empfehlungsbasis veröffentlichten Vorschläge würden sicherlich dazu führen, dass die Hummerpreise nicht unerheblich steigen. Es geht wirklich bergab mit diesem Land. Alles wird teurer. Früher hätte es das nicht gegeben!

Kommentieren

Die Flitterwöchner lassen es so richtig krachen

Man heiratet ja nur einmal. Gut, vielleicht nicht bei den Windsors, aber trotzdem darf es auch bei Königs ruhig etwas mehr kosten. So freuen sich der Herzog und die Herzogin von Cambridge – formerly known as William & Kate – einem Bericht des Hamburger Abendblatts zufolge nun auf ihre Flitterwochen. Und die haben es in sich, denn während der nichtadlige Pauschalpöbel rund um die Uhr Ausschau nach praktisch kostenlosen Last-Minute-Schnäppchen halten muss, urlaubt die moderne Prinzenkleinfamilie doch eher individual, exklusiv und nicht wirklich kostenbewusst: Für die zwecks heldenhafter Zeugung des überübernächsten Thronerben angemietete Privatinsel North Island wird locker eine fünfstellige Summe fällig – pro Nacht. Allerdings scheint das abgelegene Eiland sein Geld auch wert zu sein:

Die Bebauung auf North Island zielt ungeniert darauf ab, die beste Lage, Unterkunft, Ausstattung und den besten Service zu bieten. Auf der Insel gibt es nur 11 Gästevillen in exquisitem Design, gleichzeitig naturverbunden und komfortabel – ein wahrhaftiges zweites Zuhause. Dieses Urlaubsziel berührt die Menschen, die hierher kommen, und inspiriert sie noch lange, nachdem sie die Insel wieder verlassen haben.

[...]

Die nur elf herrlichen sogenannten Villen (450 qm), handgefertigt aus Holz, heimischen Steinen und Glas, stehen für alle sich allein in vollkommener Privatsphäre.

North Island kann auch exklusiv für circa EUR 50000 pro Nacht für 22 G�ste gemietet werden.


Wer für den ganzen Spaß aufkommt, werden wir vermutlich nie erfahren. Aber es trifft auf jeden Fall keine Armen: So wird beispielsweise Williams Privatvermögen auf derzeit knapp 15 Millionen Euro geschätzt. Doch über das kann er frühestens an seinem 30. Geburtstag verfügen, also erst in gut einem Jahr. Bis dahin muss der Bub von den Zinsen seines Zasters leben. Das sind zwar auch mehrere Hunderttausend Euro im Jahr, aber immer noch zu wenig, um sich die spätdekadente Seychellen-Zuflucht leisten zu können. Prinz Charles fällt als Spender eigentlich auch aus, denn der hat schon die abendliche Hochzeitsparty von Sohn und Schwiegertochter ausgerichtet. Und die Queen selbst, die bei den Briten als extrem geizig vorbildlich sparsam gilt, hätte den beiden wohl nur eins ihrer baufälligen Schlösser zur Verfügung gestellt. Bleiben noch die Eltern der Braut. Die sind nämlich auch stinkreich: Die ehemalige Stewardess Carole Middleton und ihr Mann Michael wurden durch einen höchst profitablen Kinderpartyservice zu Multimillionären.

Nur kein Neid, Herr- und Damschaften.

Kommentieren

Nur Bahnfahren ist schöner

Merkblatt für Passagiere der Lufthansel (PDF | 14,6 KB)

Mehr zum Thema beim POLITBLOGGER:

Und bist du nicht willig, so brauch’ ich Gewalt (23. April 2011)

Kommentieren

Flugreisen: Flüssiges bleibt tabu

Ob man nun in der Business Class fliegt oder doch eher günstig – zum Beispiel mit http://www.billigfluege.de/ (Anzeige) – Flüssiges darf weiterhin in jedem Gepäck fehlen: Die Europäische Union (EU) hat die Lockerung des Flüssigkeitsmitnahmeverbots, die eigentlich heute in Kraft treten sollte, vorerst verschoben. Kurz vor der geplanten Umsetzung der EU-Richtlinie hatten immer mehr Mitgliedsländer darauf gedrängt, an dem 2006 eingeführten Verbot festzuhalten. Die Neuregelung hätte allerdings sowieso nur für Reisende aus Nicht-EU-Staaten beim Umsteigen auf Flughäfen innerhalb der EU gegolten. Diese hätten Getränke oder Duftwässerchen aber in Duty-Free-Shops kaufen und in speziellen Beuteln an Bord bringen müssen. Frankreich und Italien zum Beispiel befürchten, die Passagiere dadurch nur zu verwirren.

So bleibt es vorläufig nun also bei der alten Regelung, nach der in Flugzeugen Flüssigkeiten nur bis zu einer Minimalmenge von 100 ml pro Passagier in transparenten Behältnissen mitgeführt werden dürfen. Darunter fallen übrigens auch – wie die Bundespolizei mitteilt

[...] Zahnpasta, Haargel, Getränke, Suppen, Sirup, Parfum, Rasierschaum und andere Artikel mit ähnlicher Konsistenz [...].

Der Inhalt der eigenen Blase darf jedoch weiterhin problemlos mit an Bord gebracht und – wenn es die Umstände denn erfordern – in speziell dafür eingerichteten Räumlichkeiten unbeobachtet entsorgt werden. Wenn das mal kein Sicherheitsleck ist.

Kommentieren

The Queen was very amused, too

Man kann ja sagen, was man will – aber Hochzeiten feiern, das können die Briten wirklich:



Da könnte man fast neidisch werden. Aber nur fast.

Kommentieren

Slapstick mit der Deutschen Bahn AG

Das habe ich mir nicht ausgedacht. Ehrlisch, isch schwör! Der Text unten stammt vielmehr aus einer Pressemitteilung der Deutschen Bahn AG, die der Konzern unmittelbar nach Ostern herausgegeben hat. Um das unfreiwillig komische Statement nicht zu verfälschen, zitiere ich es nachfolgend ungekürzt:

Bahnverkehr über Ostern gut gelaufen

Starke Nachfrage von Reisenden/Erfolgreiche Inbetriebnahme einer neuen Brücke bei Karlsruhe sowie eines Tunnels bei Fulda/Bahn widerspricht Meldungen über Probleme mit Klimaanlagen/Sicherheit geht vor: bei zwei überbesetzten Zügen mussten Reisende den Zug verlassen

Berlin, 26. April 2011 | Die Bahn zieht eine positive Bilanz des Osterreiseverkehrs. Trotz zahlreicher Baustellen ist der Zugverkehr überwiegend reibungslos gelaufen. Vor allem der Einbau einer neuen Brücke zwischen Karlsruhe und Baden-Baden sowie die Inbetriebnahme des neuen Schlüchterner Tunnels bei Fulda verliefen ohne Probleme.

Die Nachfrage war vor allem am Karfreitag und am Ostermontag sehr hoch. Am Gründonnerstag gab es Einschränkungen vor allem auf der Ost-West-Verbindung Köln – Hannover – Berlin, auf der Züge wegen eines umgestürzten Baukrans bis zum Abend umgeleitet werden mussten.

Entgegen einiger Medienberichte hat es keine Probleme mit Klimaanlagen gegeben. Lediglich in einem ICE war die Klimaanlage in zwei Wagen ausgefallen, weshalb die Reisenden in andere Wagen ausweichen mussten. Außerdem gab es am Ostersamstag bei einem ICE in der Nähe von Hannover einen Defekt des Stromabnehmers. Mangels Stromversorgung schaltete sich auch die Klimaanlage ab, die bis dahin einwandfrei funktioniert hatte. Die Fahrgäste mussten in einen anderen Zug umsteigen. Angesichts von über 5000 Zugfahrten über Ostern allein im Fernverkehr sind diese beiden Fälle für die betroffenen Fahrgäste zwar ärgerlich, aber kein Indiz für ein grundlegendes Problem.

Die am Osterwochenende traditionell starke Nachfrage sowie viele Spontanreisende ohne Platzreservierung führten dazu, dass bei einzelnen Zügen ein Teil der Reisenden wegen Überbesetzung den Zug verlassen und eine andere Verbindung wählen musste. Dies ist aus Sicherheitsgründen unvermeidbar, denn ein Zug darf nicht fahren, wenn er mit mehr als 200 Prozent besetzt ist. Auch hier gilt der Grundsatz: Sicherheit geht vor! Die Reisenden erhielten als Ausgleich einen Gutschein über 25 Euro.


Ich lasse das jetzt mal so stehen – und verweise einfach auf meine beiden österlichen Artikel zum selben Thema:

Und bist du nicht willig, so brauch’ ich Gewalt (23. April 2011)

Was vom Osterwochenende übrig blieb (26. April 2011)

Ach ja – auch zu den Klimaanlagen ist mir erst kürzlich wieder etwas ein- und aufgefallen:

Diese Bahn ist einfach nur heiß (10. April 2011)

Kommentieren

Sozialisten, nationale

Ein Davidstern, der ein Hakenkreuz in sich trägt, und jede Menge tumb antisemitischer Propaganda – so lässt sich das Brechreiz erregende Pamphlet zusammenfassen, das vor einigen Tagen von der Homepage der Duisburger Linken heruntergeladen werden konnte. Wie das Flugblatt auf die Seite gelangte, ist unklar. Die Linke weiß von nichts und kennt den Urheber des Flyers nicht. Oder besser gesagt: Sie will nichts wissen und kennen. Denn das könnte nicht nur peinlich sein, sondern auch und vor allem strafrechtlich relevant – vom Imageschaden einmal ganz abgesehen. Immerhin:

DIE LINKE. Duisburg distanziert sich von antisemitischen Inhalten Die Linke. Duisburg ist empört über eine antisemitische Veröffentlichung, die auf einer Unterseite der homepage der Partei DIE LINKE Kreisverband Duisburg veröffentlicht wurde. [...]

Antisemitismus hat keinen Platz in der LINKEN, das war immer so und wird immer so bleiben!


Ich fürchte allerdings, dass das nicht bei jedem Linken auf Zustimmung stoßen wird, ganz im Gegenteil. Antisemitismus ist keineswegs nur in rechtsextremen Kreisen anzutreffen, sondern auch in extrem linken. Da gibt es nichts zu deuteln.

Und nur, damit jeder weiß, wovon hier eigentlich die Rede ist, ein paar Zitate aus dem mir vorliegenden Flugblatt (Hervorhebungen von mir):

NIE WIEDER KRIEG FÜR ISRAEL!

Die frechen Lügen gegen den Irak sind kaum vergessen, und schon werden sie von den gleichen Kriegshetzern nahezu wortgetreu wiederholt – diesmal gegen Iran.

[...]

Informiert euch über die wahren Hintergründe des Judaismus!

[...]

Tretet der moralischen Erpressung durch den sogenannten Holocaust entgegen! Wahrheit macht Frei!

Noch Fragen?

Kommentieren