Monatsarchiv für Juni 2011

 
 

Kann mal jemand den Meisner abschalten?

Joachim Kardinal Meisner liebt das klare Wort. Dummerweise kam dabei aber noch nie etwas Vernünftiges heraus. Neuestes Beispiel: Des Kölner Erzbischofs Gedankensondermüll zum Thema Abtreibung und Atomkraft. SPIEGEL ONLINE berichtet:

Der Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner hat nun die Abtreibungspraxis in Deutschland scharf kritisiert, es handele sich um den ‘täglichen, beschwiegenen Super-GAU’. Wer um die Zukunft des Landes besorgt sei, ’sollte sich mehr um dieses Thema kümmern als um die sogenannte Energiewende’, [...].

Atomkraft stelle keine existenzbedrohende Gefahr mehr dar: ‘Wir steigen aus der Kernkraft aus, und die noch arbeitenden Meiler gehören zu den sichersten der Welt.’ Durch Schwangerschaftsabbrüche dagegen würden ‘jeden Tag mehr als zehn Klassenzimmer ausgelöscht’.


Immerhin erklären solche Äußerungen aber auch, warum soviele Katholiken aus ihrer Kirche aussteigen (im vergangenen Jahr waren es übrigens 180000 Menschen, die Meisner und Konsorten den Rücken gekehrt haben). Bei so einem Hirten braucht es nämlich keinen Teufel mehr.

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Kurzer Hinweis in eigener Sache: Ich fliege morgen früh nach Amsterdam und komme erst am Montag wieder. Eine kleine Kurzurlaubspause also.

kreuz.net: Reif für die Therapie im ‘Blue Oyster Club’

Ich wünsche ja niemandem, dass ihm etwas aufgezwungen wird. Für die kreuz.net-Katholibanesen würde ich allerdings jederzeit eine Ausnahme machen, denn was in deren von akutem Lochfraß schwerstbeschädigten Gehirnresten vorgeht, ist schlicht und einfach nur noch krank:



Text:

Die ‘Lufthansa’ stürzt ab

Reisewarnung an Gäste der deutschen Fluggesellschaft: Die Polster und Innenräume der Flugzeuge könnten HIV-verseucht sein. Gefährdet sind besonders Familien und Kinder.

Die deutsche Fluggesellschaft ‘Lufthansa’ ist ‘Partner’ des familien- und kinderfeindlichen linken Homo-Aufmarsches ‘Christopher Street Day’.

Das berichtete die Fluggesellschaft am 21. Juni auf ihrer Webseite.

Die Firma bietet linken Seuchen-Homos eine Sonderbehandlung und verbilligte Flüge in Städte an, wo HS-Aufmärsche die Straßen verseuchen.

‘Lufthansa’ marschiert im deutschen Stechschritt bei den Homo-Aufmärschen in Berlin, München, Stuttgart, Frankfurt und Hamburg mit.

Homo-Gestörte, die an den dämonischen Auftritten teilnehmen, können mit Rabatten bis zu 20 Prozent rechnen.

Die ‘Lufthansa’ wird auch während der HS-Aufmärsche sichtbar sein.

Bei dem Berliner HS-Aufmarsch – der an die NS-Reichsparteitagsparaden in Nürnberg erinnert – wird der dortigeHS-Bürgermeister, Genosse Klaus Wowereit, auf einem ihm angemessenen, lächerlichen Vehikel angefahren, das zusätzlich mit Lufthansa-Motiven verunstaltet ist.

Die Fluggesellschaft wird auch zwei Tickets für die Teilnahme an einem HS-Großaufmarsch in London verlosen.

Die Behandlung von Aids und anderen Lustseuchen ist in dem Preis nicht eingeschlossen.

Die von Homo-Gestörten praktizierte Schändung der Kot-Austrittsöffnung schädigt die Gesundheit schwer.

Die Homo-Störung führt bei den Betroffenen auch zu psychischen Problemen.

Außerdem neigen Homo-Gestörte zu Gewalt und Alkoholmißbrauch.

Ein Besuch in diesem Etablissement wäre den radikalpseudochristlichen Schwachköpfen also durchaus zu gönnen.

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Vielen Dank an fishgordon für den Hinweis.

Waterloo

Michele Bachmann stammt aus Waterloo, Iowa. Ein Waterloo, Belgien, erlebte die extrem rechte republikanische Kongressabgeordnete, die Barack Obama beerben will, jedoch gleich zu Beginn ihres Präsidentschaftswahlkampfs in Waterloo, Iowa: Im angeblichen Nachrichtensender Fox News gab sie sichtlich stolz zu Protokoll, dass auch John Wayne aus Waterloo, Iowa, stamme – und dessen Geist stecke auch in ihr:

What I want them to know is, just like John Wayne was from Waterloo, Iowa, that’s the kind of spirit I have, too.


Nun, wenn dem tatsächlich so sein sollte, dann hat sich Bachmann einen Serienkiller zum Vorbild genommen, denn der einzig bekannte John Wayne, der jemals im Waterloo, Iowa, gelebt hat, war John Wayne Gacy. Der wurde wegen seiner zahlreichen Morde gleich 21 mal zu einer lebenslangen Freiheitstrafe und 12 mal zum Tode verurteilt. Gestorben ist er allerdings nur einmal – und zwar 1994 im Staatsgefängnis von Illinois durch eine tödliche Injektion. Der noch berühmtere John Wayne wurde zwar in Iowa geboren, aber in einem Kaff mit dem Namen Winterset – rund 260 Kilometer südwestlich von Waterloo, Iowa, gelegen.

Ist das nicht toll? Die Republikaner schicken womöglich gleich zwei Palins ins Rennen ums Weiße Haus. Das wird bestimmt noch sehr, sehr unterhaltsam werden.

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Vielen Dank für die vielen Hinweise.

Schweiß 21

Bei 36 Grad im Schatten – business as usual in den Zügen der Deutschen Bahn AG:


Aufgenommen heute im Stuttgarter Hauptbahnhof (höhere Auflösung: bitte hier klicken). Creative-Commons-Lizenz (CC BY-NC-ND 2.0).

Nicht im Bild: Die Schweißspur, die ich nach gut 50 Minuten Fahrt – inklusive Verspätung – im IC 1269 hinter mir her zog.

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Same procedure as every time

Zur Abwechslung mal was ganz Unpolitisches: Ist es irgendwie nicht beruhigend, dass es auf dieser unsteten Welt immer noch Dinge gibt, auf die man sich hundertprozentig verlassen kann? Zum Beispiel, dass Torwächter von der Insel immer einen fatalen Klops fabrizieren – und das sogar geschlechterübergreifend. So geschehen heute in Wolfsburg beim Vorrundenspiel der Frauenfußball-WM zwischen Mexiko und England, als Karen Bardsley erst kein Glück und dann auch noch Pech hatte.

Wir können heute Abend – im Gegensatz zu Frau Bardsley – also ganz gelassen zu Bett gegen: Der Ball ist rund, ein Spiel dauert 90 Minuten – wobei das nächste das schwerste ist – und England tritt immer irgendwie zu zehnt an.

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Der kleine Unterschied

Der Bundestag hat eine Erhöhung der Abgeordnetendiäten um 3,8 (2012) und 3,7 Prozent (2013) beschlossen. Macht zusammen 7,5 Prozent – oder 584 Euro im Monat. Die Diäten steigen damit auf insgesamt rund 8252 Euro monatlich. In diesem Betrag sind die steuerfreie Kostenpauschale (3969 Euro/Monat), der Krankenversicherungszuschuss (etwa 250 Euro/Monat), die Angestelltengehälter des Abgeordneten (bis zu 14978 Euro/Monat), die beitragsfreien Pensionsansprüche sowie andere geldwerte Vergünstigungen natürlich noch nicht enthalten.

Zum Vergleich: Im Jahr 2010 stiegen die Tariflöhne und -gehälter in Deutschland um 1,8 Prozent, in den sechs Jahren davor gingen sie – unter Berücksichtigung der Preissteigerung – real sogar zurück.

Ich muss mich korrigieren: Der Unterschied zwischen Wähler und Abgeordneten ist alles andere als klein.

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Keine Wiedervereinigung für Helgoland

1312 Helgoländer waren heute dazu aufgerufen, für oder gegen die geplante gigantische Landaufschüttung zu stimmen, die die Insel mit ihrem seit einem Sturm im 18. Jahrhundert getrennten Nebeneiland Düne verbinden sollte (POLITBLOGGER berichtete). Inzwischen wurde das Ergebnis des Volksentscheids bekanntgegeben: 54,74 Prozent haben gegen die Wiedervereinigung votiert, die Beteiligung an dem Minireferendum lag bei mehr als 81 Prozent.

Was wird nun aus Deutschlands einziger Hochseeinsel, die eigentlich gar keine ist? Als bahnhofsleidgeprüfter Stuttgarter tippe ich natürlich eine unterirdische Verbindung der beiden Inseln: Durch den Tunnel verlegt die Bahn ein Gleis, auf dem eine Hochgeschwindigkeitsdraisine Einheimische und Touristen kreuzungsfrei hin und her transportiert. Vorteil: Es müssten keine Bäume abgeholzt werden. Nachteil: Der sandige Untergrund. Wenn da mal Wasser durchsickert. Au weia. Bahnchef Grube soll aber trotzdem schon Interesse gezeigt haben. Der Mann schreckt ja bekanntlich vor gar nichts zurück.

Alternativ dazu könnte man natürlich auch eine Brücke bauen. Oder die Nordsee einfach trockenlegen.

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Sprachgebrauch

Wie nennt man Personen, die ein achtjähriges Mädchen dazu bringen, sich eine Tasche umzuhängen und die darin versteckte Bombe anschließend in der Nähe von Sicherheitskräften zu platzieren? Terroristen? Mörder? Nein. Der eloquente deutsche Agenturschreiber kennt nämlich ein viel besseres Wort für diese soziopathische Sorte Mensch: Aufständische. Als ob es irgendetwas mit einem Aufstand zu tun hätte, ein unschuldiges Kind zum Selbstmordattentäter zu machen. Aber schließlich benutzen alle anderen ja auch das schöne A-Wort. Da verbietet es sich natürlich von selbst, gegen den qualitätsjournalistischen Strom zu schwimmen. Nicht, dass da noch jemand auf die absurde Idee kommt, sein Hirn einzuschalten. Wo kämen wir da denn hin.

Das kleine Mädchen war übrigens das einzige Opfer des versuchten Anschlags: Die Bombe detonierte zu früh.

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Grube fällt durch den Stresstest

Noch ein Beispiel dafür, wie ernst die Bahn den Stresstest für den geplanten unterirdischen Stuttgarter Durchgangsbahnhof nimmt: Sie posaunt die vermeintlichen Ergebnisse schon zweieinhalb Wochen vor der offiziellen Präsentation heraus. Wohkgemerkt: Weder ist die Prüfung der angeblichen Resultate durch einen mehr oder weniger unabhängigen Gutachter abgeschlossen, noch hatten die Projektgegner die Möglichkeit, den Stresstest einzusehen und zu bewerten.

Das ist eben die Methode Grube: Schlechte PR-Gags statt seriöser Information. So denkt und handelt nur jemand, der den Stress, den ein unsinniges und überteuertes Bauvorhaben nun einmal mit sich bringt, schlicht und einfach nicht aushält.

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Die Bundesregierung empfiehlt


Creative-Commons-Lizenz (CC BY-NC-ND 2.0). Höhere Auflösung: Bitte hier klicken.

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