Monatsarchiv für Juli 2011

 
 

Gnade in letzter Sekunde

Ameneh Bahrami studierte Elektrotechnik an der Teheraner Universität, als sie den Heiratsantrag ihres vier Jahre jüngeren Kommilitonen Madschid Mowahedi nicht annahm. Der Verschmähte wollte das jedoch nicht akzeptieren und begann, die damals 24-Jährige zu verfolgen. Ein Jahr später schüttere er Bahrami Schwefelsäure ins Gesicht. Die junge Frau erlitt schwerste Gesichtsverletzungen und erblindete. Der Prozess gegen Mowahedi endete mit einem Schuldspruch: Der Täter wurde zu einer 12-jährigen Freiheitsstrafe verurteilt und sollte umgerechnet 130000 Euro an sein Opfer zahlen. Zudem wurde Ameneh Bahrami erlaubt, Vergeltung zu üben. Der Richter schränkte jedoch ein, dass eine Frau nach iranischem und islamischem Recht nur halb soviel wert wie ein Mann sei, deshalb dürfe sie ihren Peiniger auch nur auf einem Auge blenden. Wenn Bahrami Mowahedi Mowahedi das Augenlicht ganz nehmen wolle, müsse sie dafür einen hohen Gelbetrag aufbringen. Schließlich erstritt sich Bahrami das Recht, Mowahedi ganz erblinden zu lassen, ohne dafür zusätzlich bezahlen zu müssen.

Ihre im Iran nur unzureichend behandelten Verletzungen – die Ärzte hatten sich anfangs geweigert, ihr Kopftuch abzunehmen – wurden in Spanien soweit wie möglich korrigiert. Bis zum heutigen Tag musste Ameneh Bahrami 19 Operationen über sich ergehen lassen. Sie wird aber nie mehr sehen können. Vor zwei Monaten sollte das Urteil gegen Mowahedi erstmals vollstreckt werden, doch die Justiz schob den Termin nach Protesten von Menschenrechtsgruppierungen, die die Bestrafung des Täters als inhuman und grausam bezeichneten, zunächst wieder auf. Heute sollte ein neuer Anlauf unternommen werden, doch in letzter Sekunde war es Bahrami selbst, die darauf verzichtete, Mowahedi unter Betäubung Säure in die Augen zu träufeln. Sie habe aber auch wegen Gott, für mein Land und für mich selbst keine Vergeltung geübt. Und sie habe Mowahedi, der sie ihren Angaben zufolge noch Minuten zuvor als fette Kuh und alte Jungfer beschimpft hatte, verziehen.

Was Bahrami, die mittlerweile in Barcelona lebt, tatsächlich dazu bewogen hat, den Täter zu verschonen, ist trotz ihrer Erklärung unklar. Es habe sie aber niemand – auch nicht die iranische Justiz – unter Druck gesetzt.

Doch ob das wirklich stimmt, werden wir wohl nie erfahren.

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Die Seite, nach der Sie suchen, existiert nicht mehr (16)

Wie war das noch gleich? Ach ja:

An unseren Artikeln gab es sowieso noch nie etwas auszusetzen.

Michael Stürzenberger, PI-Autor

Gab es wohl doch: Vor drei Tagen distanzierte sich Politically Incorrect (PI) wenigstens pro forma von der Internetseite Nürnberg 2.0, doch selbst das war für das PI-Führerhauptquartier – zu dem seit geraumer Zeit auch Herr Stürzenberger zählen dürfte – wohl schon zuviel. Auf jeden Fall wurde der Beitrag noch am selben Tag wieder gelöscht:


Höhere Auflösung: Bitte hier klicken.

Noch Fragen?

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Vielen Dank an schlammungeheuer für den Hinweis.

Lügenpack

Michael Stürzenberger alias byzanz, Ex-Pressesprecher der Münchner CSU und neben Blogchef Stefan Herre wichtigste Figur bei Politically Incorrect (PI), im Interview mit dem extrem rechten Propagandablatt Junge Freiheit:

Wir bringen sachlich fundierte Islamkritik und rufen keinesfalls zur Gewalt auf.

Nein. Herre und Konsorten lassen zu Gewalt aufrufen. Und tun nichts dagegen. Gar nichts.

An unseren Artikeln gab es sowieso noch nie etwas auszusetzen.

Echt jetzt?

Vielleicht werden wir in Zukunft bedenkliche Kommentare noch genauer anschauen müssen.

Man beachte die Wortwahl: vielleicht. Bedeutet: Das musste ich jetzt doch sagen, aber natürlich werden wir unseren Mob auch in Zukunft wüten lassen.

Wir sind für die Menschen – und nicht gegen sie. Das heißt auch, dass wir für die Moslems sind. Wir wollen ihnen helfen, sich von den Fesseln dieser Religion zu befreien, die ihnen auch die Integration in unsere Gesellschaft erschwert.

Übersetzung: Religionsfreiheit? Grundgesetz? Drauf geschissen!

Wir von PI haben nichts zu verbergen. Da kann gerne alles kontrolliert werden.

Prima! Fangen wir doch einfach mal damit an, dass sämtliche PI-Autoren ihre erbärmlich feige Anonymität aufgeben und unter ihren Klarnamen hetzen. Oder damit, dass sich Stefan Herre öffentlich dazu bekennt, nach wie vor für PI verantwortlich zu sein. Das wissen wir zwar sowieso, aber es wäre zumindest ein erster Schritt, um Herre in die deutsche Gesellschaft wieder reintegrieren zu können.

Ende der Durchsage.

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Die ‘europäischen Werte’ einer PI-Autorin …

… sehen bei Ilona Schliebs alias Kybeline wie aus? Genau, so:



Ja, da hatte die – wenn man politisch inkorrekte (PI) Staatsangehörigkeitsmaßstäbe anlegt – passdeutsche Hasspredigerin Ilona Schliebs geborene Szodavits sicher fun fun fun. Eine Woche nach dem Massenmord eines krankhaft islamophoben Soziopathen in Norwegen. Wohlgemerkt.

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Via.

Bitte, gern geschehen!



Ich weiß zwar nicht, wer dem HB-Männchen eine kleine Auswahl meiner Broder-Artikel (siehe hier, hier und hier) zugeschickt hat – ich war es auf jeden Fall nicht, auch wenn der Betreff etwas anderes suggerieren will – aber eigentlich ist mir das auch ziemlich wurscht.

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Der vergessliche Henryk

Henryk M. Broder ist nicht der einzige sogenannte Islamkritiker in Deutschland. Aber er ist der einzige, der im Manifest des eiskalten Massenmörders Anders Behring Breivik wohlwollend Erwähnung fand. Das ist dem Mann, dem sonst eigentlich gar nichts mehr peinlich ist, dann doch ziemlich unangenehm, denn wer will schon – über einen kleinen Umweg namens Fjordman – als Stichwortgeber für einen irren Soziopathen gelten, der 77 Menschenleben auf dem Gewissen hat. Entsprechend heftig wehrt sich Broder seit einer Woche gegen den Vorwurf, das Monster Breivik miterschaffen zu haben. Dass Broder das ganz bestimmt nicht gewollt hat, glaube ich ihm ohne weiteres. Aber wer sich wie Broder in der Islamdebatte so oft auf eine Art und Weise exponiert hat, die nicht nur jede Differenziertheit, sondern auch sämtliche Grundbegriffe journalistischer Ethik vermissen ließ, der darf sich am Ende nicht darüber beklagen, als geistiger Brandstifter wahrgenommen zu werden. Doch Henryk M. Broder wäre einfach nicht Henryk M. Broder, wenn er die Verantwortung dafür in pilatusgleicher Scheinheiligkeit nicht vehement bestreiten würde. Broder sieht sich selbst schließlich als tapferen Verteidiger des Abendlandes, das es vor der auch von ihm lediglich unterstellten feindlichen Übernahme durch die Muslime zu bewahren gilt. Der Unterschied zwischen Broder und Breivik besteht also vor allem in der Wahl der Mittel: Broder kämpft mit Worten und setzt darauf, dass diese eine vom Islam befreiende Wirkung entfalten, während Breivik sich bewaffnete und in einem Ferienlager der sozialdemokratischen norwegischen Arbeiterpartei Dutzende Kinder und Jugendliche eiskalt abschlachtete, die er als Symbole einer vaterlandsverräterischen linken Politik ausgemacht haben wollte. Trotzdem gibt sich Broder nach wie vor uneinsichtig. Im Interview mit stern.de sagte Broder nun am vergangenen Freitag:

Ich habe in der Islam-Debatte ziemlich vorne mitgewirkt, bislang gab es keine Möglichkeit, mir was anzuhängen. Jetzt zitiert dieser irre Attentäter den norwegischen Blogger Fjordman, der seinerseits mich zitiert. Keiner der Leute, die jetzt über mich herfallen, macht sich die Mühe, auch nur einen einzigen Beleg dafür anzuführen, dass ich irgendwas gesagt habe, das inhaltlich mit dem Blogger übereinstimmt.


Ach nein? Dann wollen wir diese Behauptung doch einmal auf ihren Wahrheitsgehalt hin überprüfen:

Wenn islamische Schüler ihre Lehrerin als Schlampe bezeichnen, wenn sich Deutsche als Schweinefresser beschimpfen lassen müssen, wenn islamische Prediger durchs Land ziehen und die Einführung der Scharia als Lösung aller Probleme anpreisen – das alles sind Zeichen von Verachtung.

[...]

Wenn es aber in Teilen der muslimischen Gesellschaft nicht eine gewisse Gewaltbereitschaft und den Hang zum permanenten Beleidigtsein gepaart mit dem Missbrauch von Sozialleistungen gäbe, müssten wir diese Debatte auch nicht führen.

[...]

Quelle: hna.de, 10. März 2011

Zum Vergleich:

Fjordman: What Does Muslim Immigration Cost Europe? (23. Juni 2006)

Oder wie wäre es damit:

Muslime in europäischen Ländern bilden rasch Parallelgesellschaften und es gibt schnell expandierende No-Go-Zonen in verschiedenen deutschen Städten, in denen die Einheimischen und auch die Polizei Gefahr laufen von muslimischen Banden körperlich angegriffen zu werden. Ein Fitness-Studio in der Stadt Köln wurde speziell für muslimische Frauen eröffnet. Im Stadtteil Ehrenfeld können sich muslimische Frauen, die körperlich fit werden wollen, auf das Training durch weibliche Personaltrainer im ‘Hayat’ (was soviel bedeutet wie ‘Leben’ auf Türkisch) Fitnessstudio vertrauen und sie können dabei auch ihre Kleidung an behalten. Andere wollen noch mehr Fitnessstudios eröffnen, in denen muslimische Frauen ein tolles Workout erhalten können, dabei aber ‘bescheiden’ bleiben sollen.

Ende August 2008 wurde ein älterer Herr, Hans-Martin Breninek, Mitglied des Kölner Rates, von jungen Türken bewusstlos geschlagen und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Der türkischen Gruppe, die einen ‘Kampfhund’ mit sich führte, gelang es zu fliehen bevor die Polizei eintraf. Nur dank der Hilfe von Passanten, wurde Breninek nicht schwerer verletzt als er schon auf dem Boden lag. Dies geschah im Herzen von Köln, doch das hinderte die ‘Jugendlichen’ nicht den 67-jährigen Mann anzugreifen.

Quelle: Politically Incorrect (PI), 24. Mai 2009

Ob Broders Vergesslichkeit altersbedingt ist oder nur einem chronischen Verdrängungsreflex geschuldet ist, vermag ich nicht abschließend zu beurteilen.

Aber darauf kommt es auch gar nicht an.

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Die NPD und der ‘Ökobauer aus Norwegen’

Und noch etwas Aktuelles von der NPD-Heimseite, dieses Mal zu den von einem – wie die Nazis Anders Behring Breivik nennen – Ökobauern aus Norwegen verübten Terroranschlägen vom 22. Juli:

In diesem Zusammenhang muss daran erinnert werden, dass die politische Klasse der BRD erst vor wenigen Tagen den Bombenanschlag vom 20. Juli erneut als legitimes Mittel der Politik gefeiert hat. Auch bei diesem Anschlag kamen Unschuldige zu Tode.


Einmal abgesehen davon, dass schon der Vergleich der feigen Anschläge von Oslo und Utøya mit dem gescheiterten Hitler-Attentat an Unerträglichkeit nicht zu überbieten ist: Zumindest die drei in der sogenannten Wolfsschanze getöteten Militärs waren ganz sicher nicht unschuldig. Bleibt noch der ebenfalls ums Leben gekommene Stenograf Heinrich Berger. Den mutmaßlichen Regimegegner dürften die Nazis jedoch kaum meinen, wenn sie von Unschuldigen sprechen.

Allerdings wurden am 20. Juli 1944 und in der Zeit danach in der Tat sehr viele Menschen ermordet, die vor dem Attentat zum Teil vielleicht nicht über jeden Verdacht erhaben waren, die aber – als es darauf an kam – zu den wenigen Mutigen gehörten, die wenigstens versucht haben, dem nationalsozialistischen Treiben ein vorzeitiges Ende zu bereiten.

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Tote können nicht beleidigt werden

Die meisten Menschen verbinden mit Rudolf Heß heute vor allem drei Dinge: Er war Hitlers Stellvertreter, setze sich im Krieg spektakulär nach Großbritannien ab und saß bis zu seinem Tod in einem Spandauer Militärgefängnis. Dass Rudolf Heß’ auch aktiv an der Judenverfolgung im besetzten Polen beteiligt war, ist in der öffentlichen Wahrnehmung dagegen nicht mehr so präsent. Vor gut einer Woche schrieb BILD-Chefkolumnist Franz Josef Wagner nun über Heß:

Rudolf Heß, eigentlich gehören Sie für mich auf den Müllplatz der Geschichte und in kein Grab auf einem Friedhof.

[...]

An Ihrem Grab, Rudolf Heß, schrien Neonazis ‘Heil Hitler’, sie erhoben ihre Arme zum Hitlergruß.

[...]

Dass seine Knochen nun ausgegraben, seine Gebeine verbrannt wurden und die Asche ins Meer geworfen wird, ist großartig.

[...]

Ich bin glücklich, dass dieses Schwein nicht mehr auf einem Friedhof liegt – Ruhe in Frieden. Das ist vorbei.


Man kann sich zwar sicherlich darüber streiten, ob man das unbedingt so formulieren musste, in der Sache bin ich dieses Mal aber ausnahmsweise mal einer Meinung mit Wagner. Überhaupt nicht amused zeigt sich dagegen die NPD, denn die Nazi-Partei hat Wagner jetzt angezeigt. Auf der Website der braunen Intelligenzallergiker heißt es dazu:

Die Rechtsabteilung der NPD hat heute Strafanzeige gegen

1. den Journalisten der Zeitung ‘BILD’ Herrn Franz Josef Wagner,

2. gegen den Verantwortlichen im Sinne des Pressegesetzes der Zeitung ‘BILD’ vom 22. Juli 2011, Herrn Jörg Quoos,

3. gegen Verantwortlichen im Sinne des Pressegesetzes der Internetseite www.bild.de, Herrn Manfred Hart,

wegen Beleidigung, strafbar gemäß §185 StGB, Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener, strafbar gemäß § 189 StGB, und aller weiterer in Frage kommenden Straftaten gestellt.

[...]

Gemäß § 189 StGB macht sich strafbar, wer das Andenken eines Verstorbenen verunglimpft. Diese Vorschrift schützt sowohl das Pietätsempfinden der Angehörigen, als auch die über den Tod hinaus fortwirkende Menschenwürde des Verstorbenen [...].

[...]

Mit diesen Äußerungen spricht der Beschuldigte Wagner Herrn Heß das Recht ab, eine menschenwürdige Totenruhe auf einem Friedhof zu finden. Der Beschuldigte Wagner erniedrigt Herrn Heß vom Subjekt Mensch zum Objekt Ding und verherrlicht den Umstand, daß die Hinterbliebenen, Freunde und Gedenkenden des Herrn Heß keine Stätte des Trostes und Andenkens mehr vorfinden können. Zudem beleidigt der Angezeigte Wagner den Verstorbenen als ‘dieses Schwein’, was bereits für sich keine bloße Bagatelle darstellt, im Kontext mit dem Bestreiten des Rechtes auf Totenruhe auf einem Friedhof jedoch eine nicht nur primitive, sondern perfide und zutiefst verachtenswerte Verletzung der auch posthum bestehenden Ehre des Verstorbenen ausdrückt.

Einmal abgesehen davon, dass es bei Heß kein Andenken zu schützen gilt und dass der Mann ganz sicher auch keine Ehre besaß: Bei der NPD darf man wohl schon in der Rechtsabteilung arbeiten, wenn man Strafgesetzbuch halbwegs unfallfrei buchstabieren kann, denn die Beleidigung ist ein Antragsdelikt, wird von der Staatsanwaltschaft also nur dann verfolgt, wenn der Betroffene selbst eine entsprechende Anzeige erstattet.

Das dürfte dem toten Heß allerdings etwas schwerfallen.

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Was ein Münchner Nazi über die Terroranschläge in Norwegen ‘denkt’

Karl Richter ist Stadtrat in München. Aber nicht irgendeiner, sondern ein waschechter Nazi. Zu den eiskalten Massenmorden in Oslo und Utøya hat Richter natürlich auch eine Meinung – und zwar eine, die man vom einem tumben Ganz-rechts-außen-Menschenhasser eben erwartet. Auf der Website seiner sogenannten Bürgerinitiative Ausländerstopp (BiA) schreibt Richter:

Anschläge gegen Exponenten der ‘multikulturellen’ Gesellschaft wie in Norwegen werden auch in Deutschland wahrscheinlicher – aber nicht wegen einer imaginären ‘rechten Gefahr’, die es laut Polizei und Verfassungsschützern nicht gibt, sondern wegen der ungebremsten Anstrengungen linksgrüner Polit-Ganoven, aus Deutschland eine multiethnische, multikriminelle Patchwork-Gesellschaft zu machen, in der Einheimische benachteiligt, Ausländer privilegiert und der politische Widerstand gegen den schleichenden Bevölkerungsaustausch von Medien und Parteien kriminalisiert wird.

Vor diesem Hintergrund sind auch die reflexartigen Versuche, den Einzeltäter Anders B. mit der heimattreuen Szene in anderen europäischen Ländern in Verbindung zu bringen, kindlich. Der Täter von Oslo ist vielmehr Ausdruck eines politischen Systems, das längst überfällige demokratische Korrekturen des multikulturellen Irrsinns-Kurses in den meisten europäischen Ländern nicht mehr zuläßt.

Gerade vor dem Hintergrund der Anschläge von Oslo und Utöya wird die politische Korrekturfunktion konsequent inländerfreundlicher Parteien und Gruppierungen umso wichtiger.


Das ist nicht nur ein bisschen die Denkweise von Anders Behring Breivik, sie entspricht vielmehr exakt dem, was der irre Soziopath mit der gnadenlosen Hinrichtung seiner 77 zumeist jugendlichen Opfer erreichen wollte. Man muss deshalb wirklich nicht sehr viel Vorstellungskraft besitzen, um erkennen zu können, dass Mister Hitlergruß am liebsten so wäre wie wer? Genau.

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Vielen Dank an Robert für den Hinweis.

Ein Kompromissle für Stuttgart

Damit hatte wirklich niemand mehr gerechnet: Ausgerechnet während der achtstündigen (!) öffentlichen Präsentation der Ergebnisse des Stresstests für den geplanten Stuttgarter Durchgangsbahnhof ließ Schlichter Heiner Geißler im Rathaus der baden-württembergischen Landeshauptstadt ein Bömble platzen – nämlich seinen in Kooperation mit der Schweizer Gutachterfirma SMA entwickelten Kompromissvorschlag (SK2.2), der die weitgehende Beibehaltung des bestehenden Kopfbahnhofs für den Regionalverkehr und eine um die Hälfte geschrumpfte unterirdische Bahnstation für den Fernverkehr vorsieht. Gut, der Titel des Papiers – Frieden für Stuttgart (PDF | 2.05 MB) – hätte für meinen Geschmack zwar etwas weniger pathetisch sein können, aber die Grundgedanken des Konzepts sind für mich durchaus konsensfähig:

Seit dem 30. November 2010 hat sich das gesellschaftliche und politische Umfeld des Bahnhofsprojekts entscheidend verändert. Die Landtagswahlen Ende März hatten neue Mehrheiten im Landtag und eine neue Landesregierung zur Folge. Das baden-württembergische Kabinett beschloss am 27. Juli 2011 ein Gesetz, das den Ausstieg des Landes aus der Finanzierung von Stuttgart 21 zum Inhalt hat und als Brücke dienen soll für eine baldige Volksabstimmung. Es ist davon auszugehen, dass durch den Wahlkampf um die Volksabstimmung die Gräben vertieft werden. Es wäre auch eine Illusion anzunehmen, dass während des wochen- bis monatelangen Wahlkampfes eine kontinuierliche Bautätigkeit möglich wäre. Bau- und Vergabemaßnahmen mit präjudizierendem und irreversiblem Charakter vor dem Votum des Volkes wären nicht nur psychologisch verheerend, sondern würden auch unkalkulierbare Reaktionen provozieren. Hinzu kommt die Kontroverse um die finanziellen Risiken des Projekts, wie sie zum Beispiel in der Begründung des Ausstiegsgesetzes der Landesregierung dargestellt worden sind.

[...]

In Gesprächen mit der SMA entwickelte sich der Plan, einen Bahnhof zu planen, bei dem die genannten Risiken minimiert und dennoch wichtige Ziele der Projektträger, aber auch der Projektgegner, realisierbar sind.

[...]

Die Grundidee einer durchgehenden Schnellfahrstrecke Mannheim – Stuttgart – Ulm mit einem tiefliegenden Durchgangsbahnhof in Stuttgart an heutiger Lage bleibt bestehen. Dagegen sollen ein etwas verkleinerter Kopfbahnhof mit seinen Zufahrten und die Gäubahn auf dem Stadtboden von Stuttgart weiterhin in Betrieb bleiben. Als Folge davon können die geplanten unterirdischen Zufahrten von/nach Bad Cannstatt und Ober-/Untertürkheim entfallen.

[...]

Der viergleisige Tiefbahnhof kommt unter die heutigen Kopfbahnhofgleise zu liegen. Im Gebäude sind Sichtbeziehungen, architektonisch ähnlich wie beim Berliner Hauptbahnhof, denkbar. Der Südflügel könnte bei dieser Konstruktion möglicherweise bestehen bleiben. Es werden weniger Parkflächen beansprucht. Das heutige Bahnhofsgebäude behält seine Funktionen. Die Bahnsteige im Tiefbahnhof könnten breiter ausgestaltet werden, zum Beispiel 13 Meter (Bahnhof Löwenstrasse in Zürich) anstelle der 10 Meter breiten bei S21 bisher geplanten Bahnsteige. Mit breiteren Bahnsteigen reduziert sich die gesamte Breite des Bahnhofs von circa 81 Meter um 37 Prozent auf 51 Meter. Die Entwicklungslänge des gesamten Bahnhofsbereichs reduziert sich von den geplanten 1350 Metern auf rund 1000 Meter, womit sich eventuell auch die Bahnsteigneigung reduzieren lässt.

[...]

Städtebauliches Hauptmerkmal der Kombinationslösung SK2.2 ist die Freigabe nur eines Streifens der heutigen Gleisanlagen für neue Nutzungen. Der heutige
Abschluss auf der Parkseite bleibt unverändert.


Die Kosten für SK2.2 lägen mit geschätzten 2,5 bis 3 Milliarden Euro deutlich unter den sowieso schon viel zu niedrig angesetzten S21-Ausgaben in Höhe von 4,1 Milliarden Euro (plus 400 Millionen Euro Risikopuffer) – und mit SK2.2 könnten in der Spitzenstunde mindestens genauso viele Züge abgefertigt werden wie bei S21.

Bisher hat allerdings nur der grüne Teil des Landesregierung eine ernsthafte Prüfung des Kompromissvorschlages zugesagt. SPD, CDU und Bahn wollen dagegen einfach weiterbauen lassen. Um buchstäblich jeden Preis. Geißlers überraschender Vorstoß verdient dennoch Respekt und Anerkennung. Es war der letzte verzweifelte Versuch, den nach wie vor erbittert geführten Streit um das Bahnhofsprojekt doch noch aus der Sackgasse zu führen. Aber dazu gehören in erster Linie kompromissfähige und -willige Kontrahenten. Und die sehe ich im Moment eben nur auf einer Seite des Konflikts.

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