‘Aaron’ Koenig: Den Holocaust zu leugnen, ist ja doch irgendwie ‘ungeschickt’
Die Affäre um Bodo Thiesen, der den Holocaust leugnet und Hitler bescheinigt, keinen Krieg gewollt zu haben, hat der Piratenpartei, die Thiesen in ein offizielles Parteiamt wählte, zweifellos sehr geschadet. Das gilt sicherlich auch für die unfassbar dummen Äußerungen Aaron Koenigs, dessen Wiederwahl in den Bundesvorstand der Piraten auch deshalb mehr als nur fraglich ist. Trotzdem scheint Koenig nichts aus der harschen Kritik an seiner Person gelernt zu haben. Ganz im Gegenteil: Im Interview mit Carsten Neumann zeigt sich einmal mehr, dass Koenig für seine Partei eine tickende Zeitbombe ist. Zum Thema Thiesen beispielsweise meint Koenig:
Ich kenne ihn nicht persönlich und glaube nicht, dass er rechtsradikal ist. Er hat sich einfach nur sehr ungeschickt verhalten. Den Holocaust anzuzweifeln oder Polen eine Mitschuld am zweiten Weltkrieg zu attestieren, zeugt nicht von hohem historischen und politischen Sachverstand.
Das eigentliche Felentwicklung seiner Partei glaubt Koenig ebenfalls identifiziert zu haben:
Jetzt sind eher die Linksradikalen das Problem.
Und die macht ein Aaron Koenig natürlich auch sonst überall aus:
Wir haben in Deutschland mit SPD, CDU und CSU schon drei sozialdemokratische und mit Linken und Grünen zwei sozialistische Parteien, obwohl sich deren Rezepte nicht bewährt haben.
Das größte Problem ist für Koenig aber nach wie vor eine ganz bestimmte Religion:
Ich sehe es [das Minarettverbot in der Schweiz] als Ausdruck eines durchaus begründeten Unbehagens gegenüber einer Religion, auf deren Nährboden totalitäre politische Ideologien leider gut gedeihen.
[...]
Wenn man über die Benachteiligung von Frauen spricht, sollte man aber nicht übersehen, dass mitten in unserer Gesellschaft Frauen als Menschen zweiter Klasse behandelt, vergewaligt, zwangsverheiratet und sogar ermordet werden, wenn sie emanzipiert und selbstbestimmt leben wollen, und sich nicht an die Gesetze eines Buches aus dem siebten Jahrhundert halten. Das ist die Genderdebatte, die wir führen sollten, statt uns über Wortendungen zu streiten.
Dass Koenig mit seinen neuesten Entgleisungen wieder für parteiinternen Ärger sorgen wird, dürfte ihn aber nicht weiter stören, denn:
[...] ich habe eine wirksame Teflonschicht, an der so etwas abperlt.
Eine Hoffnung bleibt den Piraten allerdings doch noch:
Für mich hängt viel vom Ergebnis der NRW-Wahl ab. Wenn wir das Ergebnis der Bundestagswahl dort nicht deutlich übertreffen, rechne ich mir für die Piraten bei weiteren Wahlen keine hohe Chancen aus. Dann überlege ich mir natürlich, in was ich meine Energie zukünftig investiere.


24. April 2010 um 13:37
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