Abreibung für Pfarrer Bräuchle von der eigenen Kirche

Die Synode des Kirchenkreises Stuttgart vertritt alle 72 evangelischen Gemeiden in Stuttgart mit ihren 164000 Mitgliedern. Am vergangenen Wochenende tagte die Synode – und übte dabei auch scharfe Kritik an Johannes Bräuchle, der nach seinen zahlreichen unsäglichen öffentlichen Auftritte selbst in der eigenen Kirche über keinerlei Rückhalt mehr zu verfügen scheint:

Stadtdekan Hans-Peter Ehrlich wies darauf hin, dass ihm in vielen Briefen und E-Mails Unverständnis und Wut über das Agieren von Pfarrer Johannes Bräuchle entgegenschlagen, der sich öffentlichkeitswirksam als Stuttgart-21-Befürworter positioniert. ‘Er schießt weit über das Ziel hinaus, wenn er beispielsweise auf einer Demonstration ruft, man solle Gegner von Stuttgart 21 aus der Stadt hinausschicken’, kritisierte der Stadtdekan. Allerdings habe er keine Handhabe: ‘Pfarrer Bräuchle ist kein Stuttgarter Pfarrer. Wir können die Beschwerden nur an die Verantwortlichen weitergeben. Auch der Landesbischof hat den Kollegen bereits öffentlich gerügt.’ Ehrlich wies darauf hin, dass ihn auch Beschwerden über die Pfarrerinnen und Pfarrer erreichen, die sich auf der S-21-Gegnerseite allzu weit aus dem Fenster lehnen. Es gebe allerdings einen gewichtigen Unterschied: ‘Guntrun Müller-Enßlin beispielsweise und die vielen anderen, die auf der S21-Gegnerseite aktiv sind, sind lange nicht so präsent in Zeitungen und auf den Fernsehkanälen.’


Es gibt – bei aller Parteilichkeit in der Sache – allerdings noch einen weitaus wesentlicheren Grund, warum man Frau Müller-Enßlin und Bräuchle nicht vergleichen kann: Scheinheiligkeit ist ihr im Gegensatz zu ihrem bigotten Pfarrerskollegen völlig fremd. Sie steht selbstbewusst zu ihrem Glauben, aber sie missbraucht ihn nicht zur Diffamierung Andersdenkender. Schon deshalb sollte sich die Kirche selbst einen großen Gefallen tun und Bräuchle, der keine eigene Gemeinde mehr hat und derzeit im Amt für Missionarische Dienste im Evangelischen Bildungszentrum in Birkach tätig ist, umgehend aus dem Verkehr ziehen. Je schneller das geschieht, desto besser.

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