Auch das muss einmal gesagt werden

Seit dem Abrissbeginn am Nordflügel des Stuttgarter Hauptbahnhofs sind in Zusammenhang mit der Blockade von Straßen und Kreuzungen durch Stuttgart-21-Gegner in der Innenstadt am 25. August 2010 einige Geschichten in Umlauf, die auf einen Teil der Demonstranten kein gutes Licht werfen. Es ist zwar definitiv nicht wahr, dass ein Rettungseinsatz von Blockierern behindert wurde und die verstorbene 60-jährige Frau, die zuvor einen Herzinfarkt erlitten hatte, deshalb nicht rechtszeitig ins Krankenhaus gebracht werden konnte, aber an einer anderen Meldung scheint leider sehr wohl etwas dran zu sein:

Die Verkehrsblockaden wegen Stuttgart 21 haben am vergangenen Mittwoch nach Angaben der Stadt auch den Transport von Blutkonserven und Blutprodukten für dringend notwendige Operationen behindert.


Dr. Beate Luz, kommissarische ärztliche Direktorin des Zentralinstituts für Transfusionsmedizin und Blutspendedienst am Stuttgarter Katharinenhospital hat POLITBLOGGER dazu auf Anfrage erklärt:

In der Tat hatten einige Fahrzeuge mit dringend benötigten Blutkonserven durch die Verkehrsbehinderungen massive Schwierigkeiten, die bestellten und benötigten Konserven rechtzeitig zu liefern beziehungsweise die Anforderungen zu uns zu bringen.

Bei allem Verständnis für die berechtigten Proteste gegen Stuttgart 21: So geht es nicht. Bluttransporte und Rettungseinsätze haben immer (!) Vorfahrt. Wer glaubt, solche Fahrten absichtlich oder unabsichtlich behindern zu müssen, handelt unverantwortlich und kriminell. Da kann es keine zwei Meinungen geben. Blaulicht und Signalhorn sind weder zu übersehen noch zu überhören.

Also: Bitte lasst die Helfer ohne jede Verzögerung durch. Durch den Widerstand gegen Stuttgart 21 dürfen keine Menschenleben gefährdet werden.

Nachtrag: Es hat einige Kritik an diesem Artikel gegeben, die zum Teil berechtigt ist, denn Bluttransporte werden auch von Fahrzeugen durchgeführt, die nur durch ein entsprechendes Schild gekennzeichnet sind. Insofern müssen es nicht unmittelbar Blockierer gewesen sein, die für die Behinderungen verantwortlich waren. Dennoch meine ich – und darum ging es mir eigentlich – dass man gar nicht genug für dieses Thema sensibilisieren kann. Wenn das auch durch diesen Artikel geschehen ist, dann nehme ich die Kritik dafür gerne in Kauf.

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