Ausländerhass ist schon eine prima Sache
Wer Ausländer hasst, hat es gut. Er hat immer jemanden zur Hand, dem er die Schuld in die Schuhe schieben kann. Arbeitslosigkeit? Die Fremden sind schuld! Schwächelnde Sozialsysteme? Die Fremden sind schuld! Wachsende Kriminalität? Die Fremden sind schuld! Und so weiter, und so fort. Das Weltbild des überzeugten Ausländerablehners basiert auf einer in jeder Hinsicht simplen Formel. Was auch immer nicht in Ordnung ist, lässt sich ganz einfach wieder in funktionierende Bahnen lenken: Weniger Fremde, weniger Probleme. Keine Fremden, keine Probleme. Basta.
Das Tollste daran ist, dass sich der moderne Fremdenhasser nicht mehr verstecken muss. Nein, er kann mittlerweile ganz offen zu seiner tumben Gesinnung stehen, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen. Schmuddelecke war früher, Rampenlicht ist heute. Geradezu typisch für das neue Selbstbewusstsein der rechten Möchtegernpatrioten ist, was die Schweizer Weltwoche in ihrer aktuellen Ausgabe an xenophobem Müll absondert. Da wird die so genannte Angst vor Fremden ganz selbstverständlich als etwas dargestellt, bei dem es sich angeblich
[...] um ein universales, tief in der Psyche verwurzeltes Phänomen handelt, das uns während der längsten Zeit der Geschichte gute Dienste leistete.
Wann genau das gewesen sein soll und welche guten Dienste damit gemeint sind, erfahren wir allerdings nicht. Merke: Wer Ausländer hasst, muss sich dafür nicht schämen – weil er ja gar nichts dafür kann. Es liegt nämlich in der biologischen (!) Natur des Menschen, Fremde nicht zu mögen. Und außerdem stürzen uns diese Gutmenschen mit ihren multikulturellen Albträumereien doch nur ins Unglück. Allen voran: Barack Obama. Zitat:
Der Präsident vermeidet provokative Rhetorik, hat Folter verboten, verspricht, Guantanamo zu schliessen, und ermöglicht dem Architekten der Anschläge vom 9. September 2001 ein faires Gerichtsverfahren. Trotzdem hat am Heiligen Abend ein als sympathisch und freundlich geschilderter junger nigerianischer Student versucht, sich selbst, 268 Mitpassagiere und 11 Besatzungsmitglieder umzubringen.
Trotzdem? Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Sollen rechtsstaatliche Prinzipien für einen bestimmten Personenkreis etwa nicht gelten? Seit wann muss sich der Rechtsstaat auf diese Art und Weise zur Geisel des militanten Islamismus machen? Was ist mit der übergroßen Mehrheit friedliebender Muslime, die nichts, aber auch gar nichts mit den Taten völlig gehirnamputierter Massenmörder zu tun haben? War dieser Planet etwa ein weniger gefährlicher Ort, als George W. Bush noch amerikanischer Präsident war? Und was Bush in acht Jahren verbrochen hat, soll Obama in nur einem Jahr wieder richten?
Allerdings sind es nicht nur die Muslime (in diesem Fall trifft die verallgemeinernde Formulierung ausnahmsweise einmal zu), die die Weltwoche lieber heute als morgen aus der Schweiz werfen würde, denn der Eidgenosse an sich ist einer noch weitaus bedrohlicheren Gefahr ausgesetzt. Meint jedenfalls Roger Köppel im Editorial:
Die Zunahme deutscher Arbeitnehmer in der Schweiz bleibt auf Rekordstufe hoch. Nach Berechnungen von FDP-Nationalrat Philipp Müller kamen bis Ende 2009 monatlich rund 1600 neue Deutsche, darunter viele Akademiker. Es ist eine Naturtatsache, dass sich Landsleute am Arbeitsplatz gerne mit vertrauten Teams aus anderen Landsleuten umgeben. Schweizer arbeiten, in der Regel, lieber mit Schweizern zusammen als mit Belgiern. Deutsche arbeiten lieber mit Deutschen zusammen, wenn sie nicht aus irgendwelchen Gründen mit Nichtdeutschen zusammenarbeiten müssen. Zahllose Studien belegen, dass sich gerade unter Ausländern gleicher Nationalität der Zusammenhalt fern der Heimat verstärkt. Man hält zusammen, wenn man sich auf fremdem Terrain bewegt. Historische Quellen bestätigen, dass sich erste Keime des frühneuzeitlichen Nationalismus an Universitäten bildeten, wo sich ausländische Studenten zusammenrauften, um sich prügelnd gegen die Einheimischen zur Wehr zu setzen.
Fazit: Schweizer, wehrt euch endlich! Sonst geht ihr unter! Jawohl!
Vielen Dank an Patrick für den sachdienlichen Hinweis.
