Broders Nemesis

Ich hatte schon länger den Verdacht, dass Henryk Modest Broder an irgendwelchen Phobien leiden muss, aber dass es – wie Stefan Niggemeier schreibt – gleich handfeste Kastrationsängste sind, die dem publizistischen Grobmotoriker schlaflose Nächte bereiten, nein, darauf wäre selbst ein so passionierter Schmockforscher wie ich nicht gekommen. Dabei spricht wirklich einiges dafür, dass Niggemeier voll ins Schwarze getroffen hat.

Broders Nemesis heißt Tanja Krienen, freie Autorin und – was für den armen Henryk M. besonders furchteinflößend zu sein scheint – transsexuell. Zwar können wir getrost davon ausgehen, dass Frau Krienen nie vor hatte, Broder final zu entmannen, aber den ausgerechnet beim SPIEGEL sein unverdientes Gnadenbrot fristenden Gewohnheitspöbler hielt das natürlich nicht davon ab, Krienens Transsexualität zum Hauptargument seiner Kritik zu machen – beziehungsweise das, was man bei Broder darunter zu verstehen hat:

‘Herr bzw. Frau K. ist extrem vielseitig. Sie war mal ein Mann, dann eine Nutte.’ [...]

‘Vor allem von einem/einer, der/die nicht weiß, ob er/sie sich zum Pinkeln hinstellen oder hinhocken soll.’ [...]

‘Dann wird Herr bzw. Frau K. sehr schnell ganz böse. Wie ein Eunuch, dem plötzlich einfällt, welchem Umstand er seine schrille Stimme verdankt.’ [...]

‘Sie bzw. er ist nämlich ein antisemitischer Schlamperich und ein weiterer Beweis dafür, dass man einem Antisemiten brain and balls wegoperieren kann.’ [...]

‘Frau K… Deutscher, trägst du Frauenkleider, hilft der BDM dir weiter!’ [...]

‘Tanja Thomas Krienen verschickt gerade eine Rundmail, deren Empfänger aufgefordert werden, meine ‘verbalen Ausfälle’ gegen TTK mit einer ‘virtuellen Unterschrift’ zu missbilligen. Das ist eine hübsche Idee…weil ich schon immer ein Herz für obdachlose Haustiere, allein reisende Mütter und Opfer von medizinischen Versuchen hatte.’ [...]

‘TTK, die bedeutende Paedagogin, Politikerin und Prostituierte aus Unna.’ [...]

‘Krank, Kränker, Krienen.’ [...]

‘Eine Ex-Nutte, die sich mit Hilfe des Internets zur ‘Publizistin’ befördert hat, fordert ‘die Installation eines paritätisch besetzten Rates, um die interstaatlichen Probleme’ zwischen Israel und Palästina zu lösen. [...]

‘herr krienen, den Vorwurf, sie seien ‘eine dumme, ekelhafte, antisemitische schlampe’ nehme ich zurück. sie sind ein dummer, ekelhafter, antisemitischer schlamper. oder wie man es im amerikanischen geschlechtsneutral sagt: the scum of the world.’ [...]

‘fräulein krienen, zu schade, dass ich mich bei ihnen nicht mit einem tritt in die eier bedanken kann, sie verblödeter pädo-eunuch.’ [...]

‘Den Schwanz hast du schon weg und alles andere bist du auch bald los.’ [...]

‘kriegen sie erstmal ein kind, dann reden wir weiter.’

Tiefe Einblicke in die wirre Gedankenwelt eines völlig neben der Spur taumelnden Verbalamokläufers, auf die wir künftig jedoch verzichten müssen:

Publizist und ‘Spiegel’-Autor Henryk M. Broder darf die freie Autorin Tanja Krienen auf seiner Internetseite nicht mehr als ‘antisemitischen Schlamperich’ bezeichnen. Hält sich Broder nicht an dieses Verbot, muss er laut Urteil des Dortmunder Landgerichtes 250 000 Euro Ordnungsgeld zahlen – oder wahlweise sechs Monate ins Gefängnis wandern.

[...]

Auf seiner Internetseite ‘Die Achse des Guten’ hatte Henryk M. Broder unverblümt kundgetan, was er von der Autorin Krienen hielt – und neben der Beleidigung ‘Schlamperich’ auch deren transsexuellen Hintergrund verunglimpft. Auch dies wurde ihm gestern verboten. So darf ‘Herr Broder Frau Krienen nicht mehr als Herr Krienen bzw Herr/Frau Krienen anreden’, heißt es im Urteil.

Bedauerlich ist nur, dass es abseits der Broder’schen Attacken wirklich gute Gründe gibt, Tanja Krienen anzugreifen. Mir ist die bis über beide Ohren in sich selbst verschossene Dame unter anderem aus diesem Forum bekannt, wo sie wegen ihrer absurden politischen und gesellschaftlichen Standpunkte (die meiner Erinnerung nach tatsächlich auch eine spürbare Tendenz zur Befürwortung der Pädophilie beinhalteten) allerdings nicht wirklich alt wurde. Soweit mir bekannt ist, befinden sich Krienens IOFF-Beiträge heute auch unter Verschluss.

Broder hatte ausreichend Zeit und Gelegenheit, das zu thematisieren (und nicht Krienens Transsexualität) – einmal ganz abgesehen davon, dass er damit jede(n) Transsexuelle(n) unter pädophilen Generalverdacht gestellt hat. Stattdessen ließ er sich auf einen widerwärtigen Schlagabtausch mit Krienen ein, für den er jetzt zurecht eine juristische Abreibung kassiert hat. Daran kann auch die Umstrittenheit der Person Tanja Krienen nichts ändern.

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Ein Kommentar zu “Broders Nemesis”

  1. Fareus » Fräulein Krienens Gespür für Nazis
    8. September 2011 um 19:57

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