Archiv der Kategorie ‘Bahn‘

 
 

Drum prüfe, wer sich ewig bindet

Zum Artikel über das Rentner-Ehepaar, dass erst mit der Costa Concordia und dann mit der Bahn gleich noch einmal Schiffbruch erlitten hat, erreichte mich am Nachmittag die E-Mail eines besorgten Ehemannes, die ich der geneigten Leserschaft auf keinen Fall vorenthalten will:



Bahnangestellte und FDP-Mitglied – das wäre in der Tat die Höchststrafe.

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Ein Bahnfahrt, die ist lustig

Marianne und Erwin Bleser wollten vom Frankfurter Flughafen mit der Bahn nach Hause in den Westerwald fahren. Die Fahrkarten hatte das ältere Ehepaar vorab reserviert und bezahlt, doch die Bahn weigerte sich trotzdem, die beiden Rentner zu befördern. Grund: Sie hatten ihre Tickets nicht dabei.

Nun könnte man vielleicht sagen: Selbst schuld! Aber das stimmt in diesem Fall nun wirklich nicht, wie die Rhein-Zeitung zu berichten weiß:

Das Westerwälder Ehepaar Bleser aus Langenhahn hat das Schiffsunglück der ‘Costa Concordia’ im Meer vor der toskanischen Küste überlebt, [...].

[...]

[...] um ihr Leben zu retten, ließen die Blesers alle Wertsachen, das Handy und auch die Fahrkarten im Safe ihrer Kabine auf der ‘Costa Concordia’. Dem Bahnpersonal war das jedoch egal.


Vielleicht existiert in den Bahn-AGB ja ein Passus, der ungefähr so lautet:

Wenn Sie sich auf einem gerade sinkenden Schiff befinden und unbedingt von Bord wollen, stellen Sie bitte auf jeden Fall sicher, dass Sie vorher noch Fahrkarten und Geld einstecken, weil wir Sie sonst leider nicht befördern können. Entweder wollen Sie nicht ertrinken – oder eben Bahn fahren. Sie müssen sich schon entscheiden. Man kann im Leben (!) nun einmal nicht alles haben.

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Berlin 21

Stuttgart zittert noch vor ihm, Berlin hat ihn schon. Die Rede ist natürlich vom Super-Hauptbahnhof. Die Berliner Version sollte ursprünglich 300 Millionen Euro kosten – und wurde am Ende gleich viermal (!) so teuer. Damit aber noch lange nicht genug: Die Hauptstädter haben nun zwar einen riesigen Protzbahnhof, aber der erweist sich immer mehr als katastrophale Fehlkonstruktion. Als Orkan Kyrill 2007 über Berlin hinweg zog, stürzte ein Teil der Glasfassade ein. Dass dabei niemand ersnthaft verletzt oder gar getötet wurde, war pures Glück. Und jetzt – gerade einmal sechs Jahre nach der offiziellen Fertigstellung – sind nicht nur ein paar Schrauben locker:

Das Bautempo, das der damalige Bahnchef Hartmut Mehdorn durchgedrückt hat, um den Hauptbahnhof wie vom ihm gewünscht zur Fußball-WM 2006 eröffnen zu können, hat dem Bau erheblich geschadet. Optisch und jetzt auch materiell. Der Austausch der verschlissenen Verbindungsteile an den Brücken wird wohl weit mehr als zehn Millionen Euro kosten. Rund eine Million Euro hat bereits die vorläufige Sanierung verschlungen.


So sieht das also aus, wenn die Bahn einen neuen Bahnhof baut.

Stuttgart ist wirklich nicht zu beneiden.

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Vielen Dank an Gunther für den Hinweis.

Bahn: Pünktlichkeit ist relativ

Die Bahn ist immer pünktlich. Also fast immer. Behauptet die Bahn. Gut, wenn man die etwas eigenartigen Pünktlichkeitskriterien der Bahn zugrunde legt, dann mag das sogar stimmen. Denn für die Bahn sind Züge auch dann noch pünktlich, wenn sie fast 6 bis 16 (!) Minuten später ihr Ziel erreichen:

Ein Halt wird als pünktlich gewertet, wenn die planmäßige Ankunftszeit um weniger als 6 beziehungsweise 16 Minuten überschritten wurde.


Das ist ungefähr so, als wie wenn ich sagen würde: Hey! Ich bin gestern beim Lotto um Haaresbreite an den Millionen vorbeigeschrammt. Ich hatte immerhin vier Richtige! Doch selbst, wenn man die billigen Taschenspielertricks der Bahn für die ganz hohe Kunst des Zauberns hält, ist es um die Pünktlichkeit der Züge ziemlich schlecht bestellt. Im Fernverkehr zum Beispiel verspätete sich im laufenden Jahr im Schnitt jeder fünfte Zug (!) um mindestens sechs Minuten, fast 10000 (!) Züge kamen zwischen Januar und August 2011 sogar mindestens 16 Minuten später als im Fahrplan ausgewiesen an ihren jeweiligen Zielbahnhöfen an. Nun könnte man ja sagen: 6 oder 16 Minuten Verspätung sind doch nicht schlimm. Aber dabei bleibt es in vielen Fällen eben nicht, weil beispielsweise Anschlusszüge verpasst werden. Da können aus wenigen Minuten Verspätung ganz schnell mehrere Stunden werden. Dazu kommt noch die völlig ungenügende Informationspolitik der Bahn, denn in der Regel – als täglicher Bahnfahrer im Fernverkehr kann ich das beurteilen – wird man von der Bahn über die tatsächlichen Verspätungszeiten absichtlich im Unklaren gelassen. Nicht nur, dass man oft erst unmittelbar vor der planmäßigen Abfahrt eines Zuges über dessen angebliche Verspätung unterrichtet wird – was manchmal dazu führt, dass mögliche Alternativverbindungen gar nicht erst in Betracht gezogen werden – man muss die genannten Verspätungszeiten normalerweise mit zwei multiplizieren, um realistisch abschätzen zu können, wie lange man auf seinen Zug warten muss. Insofern zweifle ich die offiziellen Zahlen der Bahn grundsätzlich an.

Übrigens geht es auch ganz anders und vor allem viel besser. Zum Beispiel in Japan.

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Die Wolfsburg-Verschwörung

22. Juni 2011:

Die Deutsche Bahn erstattet rund 25 Kunden den Preis für ihre Fahrt nach Wolfsburg, weil ihr ICE dort am Dienstagmorgen nicht gehalten hatte. Der planmäßige Stopp dort sei versehentlich gestrichen worden, erklärte eine Bahnsprecherin. [...] Grund für die Panne sei eine ’seltene Verkettung unglücklicher Umstände’. [...] Ein solcher Vorfall sei bedauerlich, komme bei täglich über 1200 Fernverkehrsverbindungen aber sehr selten vor.


19. Juli 2011:

Schon wieder ist ein ICE an einem Halt vorbeigefahren – und schon wieder war es Wolfsburg. Der Lokführer habe den Stopp am Montag verpasst, weil er mit einem erst im August geltenden Fahrplan unterwegs war, teilte die Deutsche Bahn mit. [...] Weil er den falschen Fahrplan hatte, fuhr der Lokführer aber einfach durch – zumal das Signal in Wolfsburg für die Weiterfahrt bereits auf Grün geschaltet war.

2. Oktober 2011:

Obwohl die Bahn hoch und heilig versprochen hat, dass das nicht wieder vorkommt, ist es wieder passiert: Erneut vergisst ein ICE-Lokführer den Halt in Wolfsburg. [...] Einen Grund konnte eine Sprecherin der Deutschen Bahn nicht nennen. [...] Ein ranghoher DB-Vertreter hatte [...] Anfang September dem [Wolfsburger] Oberbürgermeister versichert, dass die Deutsche Bahn den Stopp wirklich nicht mehr vergessen wolle.

POLITBLOGGER INVESTIGATIV hat aus anonymen Quellen inzwischen erfahren, warum die Züge der Deutschen Bahn nicht in Wolfsburg halten. Demnach gibt es Wolfsburg gar nicht. Vielmehr soll es sich bei Wolfsburg um eine in der streng geheimen Forschungsabsteilung des Volkswagen-Konzerns weiterentwickelte Version des Potemkinschen Dorfes handeln. Hintergrund sei eine groß angelegte Verschwörung, die vor 17 Jahren bereits die Existenz einer Stadt namens Bielefeld vorgaukelte. Die Tatsache, dass die Deutsche Bahn die ausgeklügelte Scharade nun mehrfach ad absurdum geführt habe, bedeute aber keineswegs, dass der Staatskonzern nicht an der Verschwörung beteiligt sei. Die POLITBLOGGER INVESTIGATIV zugespielten Dokumente belegen zudem, dass das Stuttgart 21 genannte Bahnprojekt Teil einer weiteren Verschwörung sein könnte. Der angeblich geplante unterirdische Durchgangsbahnhof sowie die als Neubaustrecke nach München deklarierte ICE-Trasse sollen in Wahrheit Teil einer riesigen Landebahn für außerirdische Raumschiffe sein, die seit Jahrzehnten hinter dem Mond in einer Warteschleife um den Erdtrabanten kreisten. An Bord der fliegenden Untertassen befänden sich unter anderem Elvis Presley, Kurt Cobain, John F. Kennedy, Marylin Monroe, Uwe Barschel und Johannes Paul II.

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‘Da kann man richtig Kies daraus machen’

Die Bahn prüft rechtliche Schritte gegen die baden-württembergische Landesregierung, weil diese die Realisierung von Stuttgart 21 angeblich behindert. Das – so berichtet FOCUS ONLINE – verstoße gegen die vertraglichen Pflichten, die das Land eingegangen sei:

[...], ist einer der Angriffspunkte, dass Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) eine Taskforce gegen Stuttgart 21 gebildet hat. Zudem beschäftigt er mehrere Stuttgart-21-Gegner im Ministerium, darunter einige aus dem Umfeld der Parkschützer und ‘Juristen zu Stuttgart 21′. Nach Meinung der Bahn könnte Hermann damit gegen seine ‘Projektförderungspflicht’ für den Tiefbahnhof verstoßen, die sich aus den Verträgen von Land und Bahn ergibt.

[...]

Dazu gehört der einstige Parkschützer-Aktivist Valentin Funk, der das Bürgertelefon des Ministeriums zu Stuttgart 21 bedient.

[...]

Die Taskforce des Ministers führt der grüne Nahverkehrsplaner und neue Zentralstellenleiter Gerd Hickmann. Noch vor kurzem trat er auf Veranstaltungen auf wie ‘Stuttgart 21 – schlichtweg Murks’. Ihm arbeitet auf einer bis Ende 2012 befristeten Stelle Patrick Kafka zu, wie das Ministerium bestätigte. Kafka steht mit seiner Handy-Nummer im Internet als Pressesprecher der ‘Juristen zu Stuttgart 21′. Mit Oliver Schlotz-Pissarek sitzt noch ein weiterer Mann dieser Gruppe im Ministerium. Der Richter ist vom Amtsgericht Esslingen abgeordnet und prüft Fragen des Projekts.


Kommentar eines Bahnsprechers zur versuchten Geldschneiderei der Bahn:

‘Da kann man richtig Kies daraus machen’, [...].

Stimmt. Auf den Kies sind die gewohnheitsmäßigen Täuscher und Lügner der Bahn angesichts der selbst im eigenen Haus erwarteten Kostenexplosion ja auch dringend angewiesen.

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Defekte Klimaanlagen: Bahn droht Fahrgästen mit der Bundespolizei

In der großen Ankunftshalle des Stuttgarter Hauptbahnhofs begegnet man derzeit einem Plakatmotiv, das die Fahrgäste auf das drohende Totalchaos im Zuge der geplanten Stuttgart-21-Bauarbeiten vorbereiten soll:


Creative-Commons-Lizenz (CC BY-NC-ND 2.0).

Seit dem brutalen Einsatz der Polizei im Stuttgarter Schlossgarten am 30. September des vergangenen Jahres wird zwar niemand mehr solch völlig missglückte Bespaßungsversuche lustig finden, aber dass sich dieser Feldzug sogar gegen die zahlende Kundschaft der Bahn in den Zügen richtet, überrascht dann doch ein wenig. So geschehen heute Nachmittag im IC 1269 auf der Fahrt von Karlsruhe nach Salzburg kurz vor dem planmäßgen Halt in Bruchsal, als die Fahrgäste bei Außentemperaturen von über 30 Grad vom überforderten Zugpersonal wieder einmal davon in Kenntnis gesetzt wurden, dass in zwei Waggons die Klimaanlagen ausgefallen waren. Neu war in diesem Zusammenhang allerdings die Aufforderung, die betroffenen Waggons umgehend zu räumen. Dass die Temperatur in den Waggons mit angeblich funktionierenden Klimaanlagen nicht wirklich erträglicher war, störte die Zugbegleiter natürlich überhaupt nicht. Die Zugbegleiter kamen auch nicht auf die an und für sich naheliegende Idee, den schwitzenden Fahrgästen die kostenlose Inanspruchnahme des bordeigenen Bistros anzubieten, stattdessen wurde man per Durchsage darauf hingewiesen, dass der Halt in Bruchsal etwas länger dauern würde, weil die Bundespolizei einen Bahnreisenden aus dem Zug werfen müsse, der sich beharrlich weigere, der betont ultimativ vorgetragenen Räumungsaufforderung des Bahnpersonals Folge zu leisten. Ob der Fahrgast in Bruchsal tatsächlich von der Bundespolizei aus dem Zug entfernt wurde, kann ich nicht sagen. Die Tatsache, dass der IC seine Fahrt mit siebenminütiger Verspätung fortsetzte, lässt allerdings darauf schließen, dass die angekündigte Deportation a) wirklich stattgefunden hat und b) vermutlich auch erfolgreich war.

Ein bloßes Gerücht ist dagegen, dass sich die Bahn für diesen unfassbaren Vorgang in Grund und Boden schämt. Dieser Unternehmensattappe und ihrem ständig dummschwätzenden Chef ist nämlich schon lange gar nichts mehr peinlich. Und das gilt eben auch – übrigens nicht zum ersten Mal – für die Androhung und Anwendung von Gewalt gegen Fahrgäste.

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Ich prangere an!

Die Bahn will mich nicht zwitschern lassen. Glaubst du nicht? Guckst du hier:


Fakeshot. Höhere Auflösung: Bitte hier klicken.

Mehr zum Thema beim POLITBLOGGER:

Bahn goes Twitter (7. Juni 2011)

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Bahn goes Twitter

Was haben Thorsten, Norman, Marlen, Janice, Maik, Melanie, Jana und Christian gemeinsam? Sie arbeiten für die Deutsche Bahn AG. Das alleine ist natürlich schon irgendwie ziemlich mitleiderregend, es geht aber durchaus noch schlimmer: Die acht Damen und Herren müssen ab Mittwoch früh nämlich den neuen Twitter-Kanal des Konzerns betreuen. Wer nun jedoch glaubt, seinen Frust über Zugausfälle, Verspätungen oder kaputte Klimaanlagen künftig einfach zwitschern zu können, der befindet sich quasi auf der Holzschwelle. Die Bahn will den Kontakt mit den Reisenden zwar intensivieren, allerdings schließt sie den buckligen Teil der Kundschaft von vorne herein aus: Gesprochen werden darf nur über aktuelle Angebote und Services des Konzerns im Personenverkehr. Nicht erlaubt sind dagegen alle Themen, die die Bahn in Erklärungsnöte bringen könnten – also zum Beispiel Auskünfte zu Zugverbindungen und Fahrgastrechten oder auch Stuttgart 21. Mit anderen Worten: Die Bahn betrachtet Twitter lediglich als kostenlose zusätzliche Werbeplattform, der man übrigens nur dann folgen kann, wenn man vorher freigeschaltet wurde. Ganz böse Lästerzungen – zu denen ich mich selbstverständlich nicht zähle – behaupten sogar, dass dieser Kanal deshalb voll für den Arschllerwertesten ist.

Was wäre die Bahn doch für eine tolle Firma. Wenn da nur diese aufsässigen Fahrgäste nicht wären, die für ihr Geld auch eine akzeptable Gegenleistung erwarten. Gell, Sportskamerad Grube?

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Kein prima Klima bei der Bahn

Es hat sich zwar bereits früh im Jahr angedeutet, dass Bahnreisen auch im Sommer 2011 für die Kundschaft ziemlich schweißtreibend werden, aber dass am Wochenende in gleich drei ICE-Zügen die Klimaanlagen wieder nur dazu in der Lage waren, subtropische Verhältnisse herzustellen, ist für den Staatskonzern dann doch mehr als nur ein bisschen peinlich:

• In einem ICE von Stralsund nach München waren drei Waggons betroffen. Die Reisenden mussten sich entweder in Jena Plätze in anderen Abteilen suchen oder aussteigen und auf den nächsten Zug warten, sagte eine Bahn-Sprecherin. Nach Aussage einer Reisenden traten die Probleme nicht überraschend während der Fahrt auf. Die Bahn habe bereits in Berlin davon gewusst.

• Der zweite betroffene ICE fuhr die Strecke von Dresden nach Wiesbaden. In diesem Zug traten Probleme in einem Waggon auf. Etwa 50 Fahrgäste mussten laut Bahn in Eisenach aussteigen. ‘Wir entschädigen die Reisenden entsprechend’, sagte die Sprecherin.

• Am Sonntagnachmittag musste im Bielefelder Hauptbahnhof ein weiterer ICE auf der Fahrt von Berlin nach Köln gestoppt werden, berichtete das ‘Westfalen-Blatt’. Betroffen waren 500 Reisende. Sie stiegen meist auf andere Züge um, da der ICE erst später nach einer Reparatur weiterfahren konnte. Die Bahn bestätigte den Vorfall.

[...]

Nach Angaben von Reisenden gab es am Sonntag in Jena Unmut beim Räumen der Waggons. ‘Es ist nachvollziehbar, dass dies auf Unverständnis stößt’, sagte die Bahn-Sprecherin. Die betroffenen ICE seien mit Verspätungen zwischen 30 Minuten und einer Stunde weitergefahren. Wenn Klimaanlagen defekt sind, sei das Bordpersonal angehalten, die Reisenden zu bitten, andere Plätze einzunehmen. Wenn die Züge sehr voll seien wie an diesem Wochenende, müssten Passagiere aussteigen.


Diese Praxis kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Allerdings fallen die Klimaanlagen keineswegs nur in ICE-Zügen aus. Als ich vor zwei Tagen beispielsweise mit dem IC 203 von Karlsruhe nach Stuttgart fuhr (es handelte sich dabei wie so oft um einen kurzfristig eingesetzten Ersatzzug, weil der reguläre in Karlsruhe wieder einmal nicht bereitgestellt wurde), war es im vordersten Waggon ungefähr so heiß wie am Äquator zur Mittagszeit. Der sichtbar genervte Zugchef forderte zwar dazu auf, in andere Waggons zu wechseln – was bei einem stark frequentierten Zug wie diesem aber nicht so einfach möglich ist, zumal der Zug unterwegs noch voller wurde. Immerhin: Kurz hinter Pforzheim funktionierte die Klimaanlage plötzlich wieder.

Das ist ja auch schon mal etwas. Als jemand, der im Jahr rund 35000 Kilometer mit der Bahn fährt, lernt man ganz schnell, auch die kleinen Dinge zu schätzen – denn sonst wäre man irgendwann dann doch reif für die Klapsmühle.

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