Es hat sich zwar bereits früh im Jahr angedeutet, dass Bahnreisen auch im Sommer 2011 für die Kundschaft ziemlich schweißtreibend werden, aber dass am Wochenende in gleich drei ICE-Zügen die Klimaanlagen wieder nur dazu in der Lage waren, subtropische Verhältnisse herzustellen, ist für den Staatskonzern dann doch mehr als nur ein bisschen peinlich:
• In einem ICE von Stralsund nach München waren drei Waggons betroffen. Die Reisenden mussten sich entweder in Jena Plätze in anderen Abteilen suchen oder aussteigen und auf den nächsten Zug warten, sagte eine Bahn-Sprecherin. Nach Aussage einer Reisenden traten die Probleme nicht überraschend während der Fahrt auf. Die Bahn habe bereits in Berlin davon gewusst.
• Der zweite betroffene ICE fuhr die Strecke von Dresden nach Wiesbaden. In diesem Zug traten Probleme in einem Waggon auf. Etwa 50 Fahrgäste mussten laut Bahn in Eisenach aussteigen. ‘Wir entschädigen die Reisenden entsprechend’, sagte die Sprecherin.
• Am Sonntagnachmittag musste im Bielefelder Hauptbahnhof ein weiterer ICE auf der Fahrt von Berlin nach Köln gestoppt werden, berichtete das ‘Westfalen-Blatt’. Betroffen waren 500 Reisende. Sie stiegen meist auf andere Züge um, da der ICE erst später nach einer Reparatur weiterfahren konnte. Die Bahn bestätigte den Vorfall.
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Nach Angaben von Reisenden gab es am Sonntag in Jena Unmut beim Räumen der Waggons. ‘Es ist nachvollziehbar, dass dies auf Unverständnis stößt’, sagte die Bahn-Sprecherin. Die betroffenen ICE seien mit Verspätungen zwischen 30 Minuten und einer Stunde weitergefahren. Wenn Klimaanlagen defekt sind, sei das Bordpersonal angehalten, die Reisenden zu bitten, andere Plätze einzunehmen. Wenn die Züge sehr voll seien wie an diesem Wochenende, müssten Passagiere aussteigen.
Diese Praxis kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Allerdings fallen die Klimaanlagen keineswegs nur in ICE-Zügen aus. Als ich vor zwei Tagen beispielsweise mit dem IC 203 von Karlsruhe nach Stuttgart fuhr (es handelte sich dabei wie so oft um einen kurzfristig eingesetzten Ersatzzug, weil der reguläre in Karlsruhe wieder einmal nicht bereitgestellt wurde), war es im vordersten Waggon ungefähr so heiß wie am Äquator zur Mittagszeit. Der sichtbar genervte Zugchef forderte zwar dazu auf, in andere Waggons zu wechseln – was bei einem stark frequentierten Zug wie diesem aber nicht so einfach möglich ist, zumal der Zug unterwegs noch voller wurde. Immerhin: Kurz hinter Pforzheim funktionierte die Klimaanlage plötzlich wieder.
Das ist ja auch schon mal etwas. Als jemand, der im Jahr rund 35000 Kilometer mit der Bahn fährt, lernt man ganz schnell, auch die kleinen Dinge zu schätzen – denn sonst wäre man irgendwann dann doch reif für die Klapsmühle.
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