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Baden-Württemberg: Bei PISA nur Mittelmaß

Im Vorfeld der baden-württembergischen Landtagswahl brüstete sich die abgewählte Landesregierung ganz laut mit dem angeblich so leistungsfähigen Schulsystem im Ländle. Vergleicht man die einzelnen Bundesländer miteinander, so mag das ja durchaus stimmen, wenn auch mit einer beschämenden Einschränkung (Hervorhebung von mir):

Erneut belegt der Test die extrem hohe Abhängigkeit von sozialer Herkunft und Bildungserfolg in Deutschland. Bundesweit hat ein Kind aus der Oberschicht gegenüber einem Schüler aus einer Facharbeiterfamilie auch bei gleicher Intelligenz und Lernvermögen eine 4,5 mal so große Chance, ein Gymnasium zu besuchen.

Besonders ausgeprägt ist das soziale Bildungsgefälle in Baden-Württemberg und Bayern, wo die Chancen von Akademikerkindern gegenüber gleichintelligenten Facharbeiterkindern 6,6 beziehungsweise 6,5 mal so hoch sind. Negativ-Werte in Sachen sozialer Förderung werden auch in Niedersachsen (5,8 mal), Schleswig-Holstein (5,6) und Nordrhein- Westfalen (5,5) erreicht – während Berlin mit 1,7 den besten Wert erzielt.


Doch das ist beileibe nicht das einzige dicke Minus, dass sich die antiquierte deutsche Bildungsflickschusterei leistet, denn im internationalen Vergleich ist Deutschland trotz marginaler Verbesserungen in den letzten Jahren nach wie vor allenfalls nur Mittelmaß: Bei Mathematik, Naturwissenschaften und Leseverständnis belegt das größte europäische Land die peinlichen Plätze 16, 13 und 20. Nur auf Europa begrenzt sind es die Plätze 5, 4 und 11. Vor Deutschland liegen sowohl welt- als auch europaweit Länder, die ihren Kindern kein dreigliedriges und so früh selektierendes Schulsystem zumuten.

Das ist immer noch die traurige Bildungsrealität in Deutschland. Und auf die kann man sich nun wirklich nichts einbilden. Ganz im Gegenteil. Die vor allem von der Union bewusst geschürte Panik vor grundlegenden bildungspolitischen Reformen ist nichts anderes als die irrationale Angst vor Verbesserungen.

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