Wie aus Sarwat A. Sabatina James wurde
Sabatina James befindet sich auf einer Mission. Und wie jede wahnhaft sendungsbewusste religiöse Fanatikerin hat natürlich auch Frau James ein Einfachstweltbild parat, das sie den Menschen – auch in des Wortes engerer Bedeutung – verkaufen will: Islam? Mächtig böse! Christentum? Hosianna! Höchste Zeit also, Frau James einmal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.
1982 im pakistanischen Dhedar geboren, siedelt Sarwat A. – wie Sabatina James eigentlich heißt – mit ihrer Familie im Alter von 10 Jahren nach Linz über. Sie lebt sich schnell im fremden Land ein, obwohl die Eltern Österreich nur als vorübergehende Heimat betrachten. Es kommt zu Konflikten, die darin gipfeln, dass Sabatina in Lahore mit ihrem Cousin zwangsverheiratet werden soll. James weigert sich jedoch und wird von ihrer Familie in Pakistan zurückgelassen. Sie muss eine Koranschule besuchen, will aber nur eins: nach Österreich zurückkehren. Zum Schein willigt sie in die Heirat ein und darf schließlich ausreisen. Zurück in Linz, kommt es zum endgültigen Bruch mit der Familie. Sabatina konvertiert zum Christentum. Der Vater droht Sabatina mit dem Tod. Sie taucht unter.
Soweit in groben Zügen die Version ihrer Lebensgeschichte, wie sie von Sabatina James selbst erzählt wird. Ob sie die Wahrheit sagt, weiß keiner. Nachgehakt hat in letzter Zeit auf jeden Fall niemand mehr. Aber vor neun Jahren. Damals recherchierte das österreichische Nachrichtenmagazin News – und stieß dabei auf einige Ungereimtheiten, die so gar nicht zu Sabatinas herzzerreißender Story passen wollten. Da wurde zum Beispiel der ehemalige Ghostwriter ihres ersten Buches (Vom Islam zum Christentum – ein Todesurteil) mit den Worten zitiert:
‘Die Geschichte ist total geschönt – Sabatina gefiel sich als Nacktmodell und hat keinen einzigen Tag als U-Boot leben müssen. Ihr ‘Exil’ war eine 140-Quadratmeter-Wohnung ihres Verlegers in Wien-Favoriten.’
Sabatinas Nacktfotos – angeblich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt und eigenen Angaben zufolge nur gemacht, um ihre Chancen als Model auszuloten – hatte News damals ebenfalls veröffentlicht. Sabatina setzte sich erfolgreich gegen die Publikation der Bilder zur Wehr, konnte gegen die Enthüllungen in der Sache aber nichts ausrichten. Und diese Enthüllungen hatten es wirklich in in sich: James wurde vorgeworfen, am 7. August 2002 in Kairo gegen Bares einen ägyptischen Moslem geheiratet zu haben, damit der in Österreich eine Aufenthaltsbewilligung erhält. Auf die Frage nach ihrer Religion soll Sabatina Islam angegeben haben, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt bereits Christin gewesen sein will.
Trotzdem spielt das Model Gottes – wie SPIEGEL-Autor Matthias Matussek sie erst kürzlich nannte – die Rolle der verfolgten Unschuld vom Lande seit fast einem Jahrzehnt höchst erfolgreich. Islambashing ist halt ein ziemlich lukratives Geschäft. Ganz nach dem schlechten Vorbild anderer selbsternannter Frauenrechtlerinnen wie etwa Necla Kelek oder Ayaan Hirsi Ali will sich möglicherweise auch Sabatina James nur ein möglichst großes Stück vom islamophoben Kuchen sichern.
Niemand fragt nach, ob das, was sie über sich erzählt, überhaupt stimmen kann, denn Sabatina James ist ja Opfer. Und Opfer lügen schließlich nicht. Oder etwa doch?




(Hervorhebung von mir, Quelle: http://www.kreuz.net/article.14031.html)