Archiv der Kategorie ‘Homophobie‘

 
 

kreuz.net meets ‘Pro NRW’

Was haben Joseph Goebbels, Heinrich Himmler, Mahmud Ahmadinedschad, der verurteilte Volksverhetzer und Holocaustleugner Johannes Lerle und Markus Beisicht, Führer der vom Verfassungsschutz beobachteten rechtsextremistischen Kleinstpartei Pro NRW, gemeinsam? Nun, Sie alle gehören – post mortem oder noch unter den Lebenden weilend – zur Autorenriege der rechtsradikalen, homophoben und antisemitischen Katholibanseite kreuz.net (siehe auch hier). Beisicht schrieb am 7. Juli 2008 unter der Überrschrift Gomorrhismus – Wird sich der Kardinal dem Homo-Perversen fügen? für das der Pius-Bruderschaft nahe stehende Propagandablog unter anderem:

Ulrich Breite [FDP, Mitglied des Rates der Stadt Köln] hat in den letzten Jahren im Kölner Rat durch verschiedene Engagements Profil gewonnen: für den Bau der Großmoschee oder für die homosexuelle Veranstaltung ‘Christopher Street Day’, bei dem er sich an diesem Wochenende wieder mit Gleichgesinnten ins Getümmel stürzen kann.

Dass er für Fragen, welche die Kölner Christen interessieren, besonders sensibel wäre, ist bislang nicht aktenkundig geworden.

Breite freut sich statt dessen nach eigenem Bekunden, mit dem FDP-Fraktionsvorsitzenden Ralph Sterck ‘eine schwule Doppelspitze’ zu bilden und trotzdem als ‘Repräsentanten der FDP voll akzeptiert’ zu sein.

Die Kirche dürfte für Breite und Sterck eher eine fremde Erfahrungswelt sein.

Quelle: http://www.kreuz.net/article.7467.html

kreuz.net, Pro NRW und Markus Beisicht – das passt. Das lässt sich übrigens auch daran ablesen, dass mit Regina Wilden ein weiteres führendes Mitglied der Pro-Gruppierungen regelmäßig für kreuz.net arbeitet (siehe hier: http://www.kreuz.net/?search=regina%20wilden) – und natürlich auch für Politically Incorrect (PI).

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Für Glaube, Sitte und Heimat

‘Glaube – Sitte – Heimat’ sind die Ideale der Schützenbruderschaften. Diese zu leben, ist Auftrag eines jeden Schützenbruders und einer jeden Schützenschwester.

Schützen-Betbuch des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften

Dirk Winter ist Getränkehändler und Schütze. Ein ziemlich guter sogar. So gut, dass er im vergangenen Sommer in Münster Schützenkönig wurde. Doch Dirk Winter hat ein Handicap: Er ist schwul. Das störte bis dahin allerdings niemanden. Das änderte sich erst, als sein Lebenspartner Schützenkönigin werden sollte. Da war es nämlich ganz schnell vorbei mit der vermeintlichen Toleranz. Winter erhielt einen Brief vom katholischen Kölner Weihbischof Heiner Koch, Chef des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften, in dem ihm klargemacht wurde, dass König und König nur vor- und hintereinander hermarschieren dürfen, nicht jedoch nebeneinander. Dirk Winter akzeptierte widerstrebend.

Damit ist die Geschichte aber noch nicht zu Ende. Denn gestern beschloss die nordrhein-westfälische Schützenbruderschaft mit 450 zu 28 Stimmen bei 18 Enthaltungen ein Verbot schwuler Schützenkönigspaare, das Schützen aus Münster und Paderborn beantragt hatten. Der christlichen Tradition wegen müssen schwule Schützenkönige künftig immer eine – zur Not auch lesbische – weibliche Ersatzkönigin an ihrer Seite haben.

Was für eine peinliche und lächerliche Farce.

Korrektur: Schwule und lesbische Schützenkönige/-innen müssen entgegen der Darstellung in meinem Artikel keinen Co-König(-in) des anderen Geschlechts ernennen. Gleichgeschlechtlichen Co-Königen(-innen) ist es jedoch nach wie vor nicht erlaubt, neben dem (der) Schützenkönig(in) herzumarschieren, sondern nur in zweiter Reihe.

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Wie sich das SVP-Propagandaorgan eine schwule Familie vorstellt

Auszug aus der Weltwoche vom 1. März, der mehr oder weniger inoffiziellen Zeitung der ultrarechten Schweizer Volkspartei (SVP):

Karl steht in der Küche und bereitet das Frühstück vor. Der 43-Jährige pfeift vergnügt eine Melodie und streicht vier Butter­brote. Gerade hat er mit seinem Lebenspartner Roli, 47, eine Dreiviertelstunde lang lebens­bejahenden Morgensex gehabt. Und wenn die beiden Informatiker zur Sache gehen, geht das selten still über die Bühne. Die Wohnung ­zittert ob des Stöhnens und Jaulens, und die Nachbarin hämmert beim Höhepunkt häufig an die ringhörige Wand. Die beiden Adoptivkinder von Karl und Roli sind mittlerweile auch wach geworden. Müde trotten Boris, 12, und Jolanka, 14, beide geboren in Weissrussland, ins Wohnzimmer und sehen, wie ihr ­Vater Roli den Po von Vater Karl tätschelt und ihm versonnen ‘Du kleiner Rammler’ ins Öhrchen flüstert.


Was daran wahr ist? Natürlich gar nichts, denn (Hervorhebung von mir):

Das hier könnte der ganz normale Morgen ­einer ganz normalen Familie sein mit zwei ganz normalen schwulen Vätern, die gemeinsam Adoptivkinder aufziehen.

Die Schweizer Schwulenorganisation Pink Cross hat den Text des stramm homophoben Autors Beni Frenkel in einer gemeinsamen Erklärung mit der Lesbenorganisation Schweiz (LOS) in scharfer Form zurückgewiesen:

LOS und Pink Cross halten fest, diese Schilderung ist schmutziger Phantasie entsprungen und hat keinerlei Bezug zum Alltag lesbischer und schwuler Paare mit und ohne eingetragener Partnerschaft. Gleichgeschlechtliche Paare erleben Höhen und Tiefen einer Beziehung genauso wie heterosexuelle Paare. Untersuchungen zeigen aber, dass sie bei der Erziehung von Kindern überdurchschnittlich engagiert sind und die Kinder besonders im Bereich Sozialkompetenz davon profitieren, dass sie zwei Mütter oder zwei Väter haben. Worauf der Weltwoche-Journalist seine völlig verzerrte Darstellung des Alltags stützt, ist nicht nachvollziehbar. Der Artikel entbehrt jeder Seriosität sondern ist lediglich darauf ausgerichtet, Vorurteile gegen Lesben und Schwule zu bedienen und Stimmung gegen sie zu machen.

Statt mit fiktiven Schauergeschichten zu operieren täte die Weltwoche, wenn sie ein seriöses Blatt sein will, gut daran, den Alltag von Lesben und Schwulen unvoreingenommen zu dokumentieren.

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BIG mag keine Sch(w)ulkinder

Das sogenannte Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit – kurz BIG – wurde im vergangenen Jahr von Muslimen in Köln gegründet und tritt nun auch zur Wahl des Berliner Abgeordnetenhauses am 18. September an. Natürlich hat es so eine Kleinstpartei schwer: kaum einer kennt sie, und eigentlich wird sie sowieso nicht gebraucht. Da muss man schon durch besonders markige Sprüche auf sich aufmerksam machen, um wenigstens ein bisschen wahrgenommen zu werden. Meistens geht das jedoch gewaltig in die Hose. Auch die BIG-Partei stellt da keine Ausname dar, denn wer so tumb seine offensichtliche Homophobie zur Schau stellt, wie das beim angeblichen Innovations- und Gerechtigkeitsbündis der Fall ist, der darf sich über den Vorwurf, immer noch nicht in Deutschland angekommen zu sein, wirklich nicht wundern. Aber schauen wir uns zunächst einmal an, wovon ich hier eigentlich spreche:



Zwar kann man sicherlich darüber streiten, ob und inwiefern es der Diskriminierung von sexuellen Minderheiten entgegen wirkt, wenn man Kinder schon früh in der Schule an das Thema heranführt, aber einen Versuch ist die behutsame Aufklärungskampagne des Berliner Senats allemal wert. Davon wird niemand schwul oder lesbisch. Es wird auch nicht so getan, als ob Homosexualität etwas Erstrebenswertes wäre – was übrigens auch deshalb grober Unfug wäre, weil man es sich nun einmal nicht aussuchen kann, ob man schwul, lesbisch oder hetero ist. Nein, hier wird lediglich die Lebensrealität vieler Menschen abgebildet, und mit der müssen sich Kinder und Jugendliche im Alltag genauso beschäftigen wie Erwachsene. Dagegen sprechen eigentlich nur die in jeder Kultur anzutreffenden homophoben Vorurteile, denen sich Schwule und Lesben nach wie vor ausgesetzt sehen. Eine verantwortliche Schulpolitik darf auf die aber keine Rücksicht nehmen, vor allem dann nicht, wenn sie – wie in diesem Flugblatt – auch noch falsch dargestellt wird.

Je schneller das auch die BIG-Partei kapiert, desto eher wird man ihr abnehmen, kein billiger Milli-Görüs-Ableger zu sein.

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