Archiv der Kategorie ‘Iran‘

 
 

Wie PI arbeitet

Schritt 1: Hinweis von Spürnase ungeprüft und unrecherchiert übernehmen (Hervorhebung von mir).


Screenshot: Google Cache, 5. September 2010

Text:

Latma-TV zeigt: The Iranian bomb

Der derzeitige iranische Nummer 1-Hit ‘The Iranian bomb’ hat eine ungeahnte Ausstrahlung, kann aber die westliche Beeinflussung nicht verleugnen. Es zeigt sich, dass die Entschuldigungs- und Appeasement-Tour Obamas zu ersten Lockerungen durch das iranische Regime geführt haben.

Das Video spiegelt damit wider, welche Entwicklungsmöglichkeiten Länder wie der Iran haben, wenn sie mit der Nachsicht eines Obama behandelt werden, statt sich der üblichen Islamophobie gegenüber zu sehen. Und so kündet das Video von der strahlenden Zukunft der Region und der Welt.

(Spürnase: Josef)

Kategorie: Iran, Video | PI, 05. Sep 2010 |

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Schritt 2: Von berechtigtem Einwand


Screenshot: pi-news.net, 5. September 2010, 22.00 Uhr

Text:

#1 K-Blackbird (05. Sep 2010 21:23)

öhm Pi, das Video ist von der LatmaTV Comedy Truppe. Das sind Israelis. Wer hat euch denn die Info gegeben, das wäre der iranische

Nummer 1 Hit???

nicht irritieren lassen und einfach so tun, als hätte man gar nichts falsch verstanden (Hervorhebung von mir):


Screenshot: pi-news.net, 5. September 2010, 22.00 Uhr

Text:

Latma-TV zeigt: The Iranian bomb

Der derzeitige iranische Nummer 1-Hit ‘The Iranian bomb’ hat eine ungeahnte Ausstrahlung, kann aber die westliche Beeinflussung nicht verleugnen. Es zeigt sich, dass die Entschuldigungs- und Appeasement-Tour Obamas zu ersten Lockerungen durch das iranische Regime geführt haben.

Das Video spiegelt damit wider, welche Entwicklungsmöglichkeiten Länder wie der Iran haben, wenn sie mit der Nachsicht eines Obama behandelt werden, statt sich der üblichen Islamophobie gegenüber zu sehen. Und so kündet das Video von der strahlenden Zukunft der Region und der Welt.

(Spürnase: Josef)

Kategorie: Humor, Iran, Satire, Video | PI, 05. Sep 2010 | Druckversion | Diesen Artikel weiterempfehlen | Kommentar schreiben

Schritt 3: Eine Nacht drüber schlafen, dann den Text komplett überarbeiten und bei dieser Gelegenheit den Kommentarbereich der Beitragsattrappe von verräterischen Hinweisen säubern.


Screenshot: pi-news.net, 6. September 2010, 16.00 Uhr

Text:

Latma-TV zeigt: The Iranian bomb

Der historische Kniefall Obamas vor der muslimischen Welt in Kairo im Juni 2009 hat seine Wirkung nicht verfehlt. Klein-Adolf in Teheran hat die Zeichen der Zeit erkannt und tut das, was ein Diktator eben so macht, wenn sich Demokraten lächerlich machen: Er rüstet auf und bastelt an seiner Bombe.

Wie Hitler (‘Unsere Gegner sind kleine Würmchen. Ich sah sie in München’) ordnen Diktatoren Appeasement eben als Schwäche ein und erkennen darin knallhart ihre Chance auf Machtvergrößerung. Manche westliche Politiker haben eben ihre Lektion aus der Geschichte nicht gelernt, sondern begehen die gleichen Fehler immer und immer wieder. Der Gutmenschenvirus ist nun auch im Weißen Haus angekommen und richtet weltweit, vor allem auch in Israel, schwere Schäden an. Dort wurde eine herrliche Video-Satire über die Mullahs produziert, und wie sie lernen, die Bombe zu lieben.

Das Video von Latma TV spiegelt wider, welche Entwicklungsmöglichkeiten Länder wie der Iran haben, wenn sie mit der Nachsicht eines Obama behandelt werden, statt sich der üblichen Islamophobie gegenüber zu sehen. Und so kündet das Video von der strahlenden Zukunft der Region und der Welt.

(Spürnase: Josef)

Kategorie: Appeasement, Humor, Iran, Satire, Video | PI, 05. Sep 2010 | Druckversion | Diesen Artikel weiterempfehlen | Kommentar schreiben

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Bisher 24 Kommentare:

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#1 wolaufensie (05. Sep 2010 21:24)

Also, dies ständige Iran-Gebasche ist doch voll daneben. Es ist doch so, dass der Iran die Kernkraft WIRKLICH nur für zivile Zwecke benötigt. Die haben doch keine Bodenschätze.

Alles klar?

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Vielen Dank an schlammungeheuer für den sachdienlichen Hinweis.

Was man über den iranisch-israelischen Konflikt unbedingt wissen muss

Der Iran hat heute in Bushehr sein erstes Atomkraftwerk in Betrieb genommen. Das ist aus zwei Gründen eine schlechte Nachricht: Erstens, weil die Kernenergie grundsätzlich unsicher ist und auch bei rein friedlicher Nutzung mehr als Probleme schafft als löst – und zweitens, weil keineswegs ausgeschlossen ist, dass der Iran seine Atomanlagen insgeheim auch zum Bau von Atomwaffen missbraucht. Dass man dieses Problem aber nicht einfach wegbomben kann, wie das aus Israel und den USA immer wieder mehr oder weniger offen angedroht wird, weil damit nahezu unkalkulierbare Risiken verbunden sind, zeigt ein kleines Erklärstück des deutsch-französischen Senders arte:



Es scheint in der Tat so, als hätte man hier nur die Wahl zwischen Pest und Cholera.

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Vielen Dank an Trent für den sachdienlichen Hinweis.

Rassenlehre à la PIpifant



Text (Fehler im Original):

#8 Schnuppi (05. Aug 2010 22:19)

Das köstliste sie schimpfen sich ‘Arier’ allerliebst, wenn das einer im Nahen Osten kann dann Israel. Begründung Israel ist so unterwandert von ‘Weissen Ariern’ aus Europa, das es eine Farce darstellt das die ‘vermischten’ ‘Indogermanvolksstämme’ sich noch Arier zu nennen pflegen, was man alenfalls im Zuge der ‘Reinrassigkeit’ noch über die Paschtunen oder die nordindisches Brahmanen sagen könnte, aber keinesfalls über Iraner, geschweige denn über Araber und Berber. In sofern kann man festhalten der einzig ‘arische Stamm’ im Nahen Osten wäre ‘volkstechnisch’ Israel, wenn Adolf das geahnt hätte. lol

Quelle

Ohne Worte.

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Vielen Dank an schlammungeheuer für den sachdienlichen Hinweis.

Ahmadinedschad: Gescheiterter Tyrannenmord?

Die Nachrichtenlage ist zwar widersprüchlich, aber wenn die vorliegenden Meldungen zutreffen, hat der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad am Mittwochmorgen einen Anschlag überlebt. Ahmadinedschad sei auf dem Weg vom Flughafen zu einer Rede im Stadion der westiranischen Großstadt Hamedan gewesen, als ein Attentäter einen Sprengsatz auf die Wagenkolonne des Präsidenten geworfen habe. Die Bombe sei 100 Meter von Ahmadinedschads Fahrzeug entfernt detoniert. Dabei soll es einige Verletzte gegeben haben. Der Attentäter soll anschließend festgenommen worden sein. Die Informationen stammen aus einer anonymen Quelle im Büro des Präsidenten. Die iranische Regierung dementiert jedoch, dass es einen Anschlag auf Ahmadinedschad gegeben haben soll.

Seine Rede hat Ahmadinedschad nach dem mutmaßlichen Anschlag auf jeden Fall gehalten: Sie wurde live im Fernsehen übertragen.

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Lieber Mahmud!

So, so,

‘von Mann zu Mann’

willst du mit Barack Obama also über

‘die Fragen der Welt’

im Fernsehen diskutieren. Hm, jetzt bin ich aber doch ein wenig irritiert, denn ein Gespräch unter Männern – da wirst du mir sicherlich zustimmen – setzt vor allem zunächst einmal die gleichzeitige Anwesenheit zweier Männer voraus. Obama ist der eine – und wer der zweite? Du etwa?

Ich bitte dich, das kann doch nicht dein Ernst sein.

Ich bin schockiert.

Dein (bitte nicht wörtlich nehmen)

POLITBLOGGER

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Fundstück zur Aaron-Debatte oder: Koenig geht Photoshop auf den Leim

Also diesen Aaron Koenig, immer noch Bundesvorstandsmitglied der Piratenpartei, kann man wirklich keine fünf Minuten unbeaufsichtigt lassen. Am 11. März präsentierte er der staunenden Leserschaft seines Blogs voller Stolz zum Beispiel diesen Beitrag:


Screenshot: aaron-koenig.blogspot.com

Text:

Donnerstag, 11. März 2010

Fundstück zur Genderdebatte

[Foto: Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad stehend im offenen Fahrzeug, davor eine junge Frau, die ihm den ausgestreckten Mittelfinger zeigt]

Danke an Adva Shahara-Müller für dieses wunderschöne Foto!

Eingestellt von Aaron Koenig um 00:18
Labels: Gender, Iran

Ja, vielen Dank – für dieses offensichtlich gefälschte Foto, auf das Permanent Inkompetent (PI) schon vor knapp acht Monaten hereingefallen ist:

30 Sekunden Recherche

Mehr als eine halbe Minute dauert es wirklich nicht, um das seit etwa vier Wochen im Netz kursierende Foto, das die photoshopunkundigen Irrlichter (PI) für echt halten, als ziemliche plumpe Fälschung zu entlarven. Während PI behauptet, der bearbeitete Schnappschuss habe aus

Kreisen des iranischen Widerstandes [...] seinen Weg zur islamkritischen Community in Deutschland

gefunden, ist man beispielsweise hier und hier aus guten Gründen völlig anderer Meinung.

Ob Herre und Konsorten einfach nur zu blöd zum Recherchieren sind oder wirklich jeden Bockmist glauben, den man ihnen vorsetzt, spielt in diesem Zusammenhang eigentlich keine Rolle mehr.

Der letzte Satz gilt natürlich auch für Aaron Koenig.

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EU: Massive Wirtschaftssanktionen gegen den Iran?

Die Europäische Union (EU) plant im Atomstreit mit dem Iran einem SPIEGEL-ONLINE-Bericht zufolge massive Wirtschaftssanktionen, die weit über das hinausgehen, womit man bisher erfolglos versucht hat, den Iran zu einer vernünftigen und fairen Verhandlungslösung zu bewegen:

Iran ist zwar der zweitgrößte Ölproduzent im Opec-Kartell und auch mit Gasvorkommen reich gesegnet. Rund 80 Prozent der Exporterlöse stammen aus dem Geschäft. Aber ohne ausländische Hilfe kommt das Land nicht lange über die Runden. Vor allem für die dringend nötige Erschließung neuer Förderstätten als Ersatz für auslaufende Quellen sind Investitionen von außen erforderlich. Wenn die ausbleiben, sinkt die Produktion schnell. Und, vielleicht noch schlimmer, das ölreiche Land ist weitgehend auf den Import von Ölprodukten, wie Benzin und Diesel angewiesen. Ohne Sprit-Importe bräche der Transport binnen kurzem zusammen.

[...]

Für noch vielversprechender halten die EU-Sanktionsplaner Eingriffe im Finanzsektor. Sie offerieren dazu einen Fächer voller Möglichkeiten. Man könnte es Teheran zum Beispiel schwer machen, an seine im Ausland liegenden Währungsreserven zu kommen. Und man könnte die iranische Zentralbank aus dem globalen Geld- und Kreditkreislauf verbannen. Internationale Überweisungen wären dann kaum noch möglich, das Land hätte massive Probleme, seine Importe zu bezahlen – darunter litten natürlich auch die Lieferungen atomarer Ausrüstung.

Ein weiterer Vorschlag: Fielen die großen westlichen Versicherungskonzerne als Garanten für Investitionen in Iran aus, zögen sich viele Investoren lieber zurück. Blockierte Europa die üblichen Exportversicherungen, würden Lieferungen nach Iran riskanter und damit zumindest deutlich teurer. Auch Beschränkungen diplomatischer und anderer offizieller Kontakte mit Iran werden in dem EU-Konzept empfohlen, als zwar eher symbolisch, aber ‘gleichwohl bedeutend’.


Der vertrauliche EU-Maßnahmenkatalog scheint mir genau das zu sein, was der Iran jetzt braucht. Die Mullahs und ihr Handlanger Ahmadinedschad mögen irre sein, aber nicht blöd. Die Machthaber in Teheran könnten es sich schlicht und einfach nicht leisten, noch länger auf Zeit zu spielen, wenn wichtige Bereiche des öffentlichen Lebens praktisch lahmgelegt wären. Denn dann würde es wahrscheinlich nicht sehr lange dauern, bis das Volk die eigene Regierung zum Teufel jagt.

Im Moment ist das EU-Papier aber noch ein ungelegtes Ei. Dessen Erfolg wird jedoch auch davon abhängen, ob die USA, Russland und China mitziehen würden. Bei den USA bin ich mir da relativ sicher, bei Russland und vor allem bei China habe ich so meine Zweifel – zumindest soweit es um den Energiesektor geht.

Trotzdem: Die EU befindet sich auf dem richtigen Weg. Warten wir einmal ab, ob sie den auch wirklich zu gehen bereit ist.

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Aaron König verarscht die Piratenpartei nach Strich und Faden

Wir erinnern uns (Hervorhebung von mir):

Der Vorstand der Piratenpartei hat in seiner gestrigen Sitzung den Antrag ihres Hamburger Landesverbandes abgelehnt, ‘Aaron’ König von seinen Rechten und Pflichten als Bundesvorstandsmitglied zu entbinden. Die entsprechende Forderung im Hamburger Antrag fand lediglich die Unterstützung des stellvertretenden Parteivorsitzenden Andreas Popp. Gleichzeitig erklärte der Bundesvorstand, dass die Piratenpartei einen Angriff gegen den Iran nicht befürwortet – und zwar mit der Stimme von ‘Aaron König’, der damit das genaue Gegenteil dessen vertrat, was er noch vor wenigen Tagen in seinem Blog ausdrücklich gefordert hatte. König selbst will künftig keine offiziellen Statements mehr für die Partei abgeben.


Die Halbwertzeit von Königs leeren Verprechungen betrug dieses Mal allerdings nur zwei Tage, denn gestern Abend schrieb er in seinem Blog unter anderem:

Die TAZ hat mich für ihre Ausgabe vom 20. Februar nach meiner Meinung zum Thema ‘Atomstreit mit dem Iran – agiert der Westen zu lasch?’ gefragt.

[...]

Um einen Krieg im Nahen Osten zu verhindern, sollten alle Mittel eingesetzt werden – von drastischen Wirtschaftssanktionen bis hin zur gezielten Zerstörung des iranischen Nuklearpotenzials.

Und in der taz vom 19. Februar – also am Tag nach der Sitzung des Bundesvorstands – ist nachzulesen, in welcher Funktion König befragt wurde:

Auch Aaron König, 45, Autor des Blogs politicool.de und Mitglied im Bundesvorstand der Piratenpartei warnt im sonntaz-Streit vor einer Appeasement-Politik. [...]

Mit anderen Worten: Aaron König schert sich einen Dreck um parteiinterne Beschlüsse, die er – um weiter an seinem Vorstandssessel kleben zu können – selbst mitgetragen hat. Dieses bizarre Verhalten wird auch durch die Ergänzung nicht besser, die König nachträglich unter seinen Blogeintrag gesetzt hat. Ganz im Gegenteil:

P.S. Der Bundesvorstand der Piratenpartei hat auf seiner Telefonkonferenz vom 18.2. erklärt, dass er und die Partei keinen präventiven Militärschlag gegen den Iran befürworten. Ich vertrete hier also eine Minderheitenmeinung innerhalb der Piratenpartei.

Was muss eigentlich noch passieren, dass der einen Dame und den vier Herren, die immer noch zu Aaron König halten (löbliche Ausnahme: Andreas Popp), endlich ein Licht aufgeht?

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Sandkastengeneral König

Ich gehöre nicht zu denen, die militärische Gewalt als Mittel der Politik kategorisch ablehnen. Krieg darf jedoch immer nur das allerletzte Mittel sein. Und wenn ich von einem allerletzten Mittel spreche, dann meine ich das auch so. Jeder andere Weg muss zuvor notfalls bis zur Kotzgrenze und gegebenenfalls auch darüber hinaus ausgereizt werden. Das hat überhaupt nichts mit Appeasement zu tun, sondern mit gesundem Menschenverstand. Die Erfahrung der vielen sinnlosen Kriege im vorigen und zu Beginn dieses Jahrhunderts sollte uns doch gelehrt haben, dass Gewalt häufig keine Probleme gelöst, sondern nur neue geschaffen hat. Es mag zwar sein, dass Krieg in seltenen Fällen ein notwendiges Übel ist, aber auch dann bleibt es ein Übel.

Der Streit um das iranische Atomprogramm, das mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht ausschließlich auf die friedliche Nutzung der Kernenergie abzielt, rechtfertigt zum jetzigen Zeitpunkt allerdings auf keinen Fall einen Krieg. Piratenpartei-Bundesvorstandsmitglied Aaron König sieht das jedoch ganz anders:

Der peinliche Auftritt des iranischen Außenministers Mottaki auf der Münchner Sicherheitskonferenz und der in dieser Woche begonnene Einstieg in die Urananreicherung zeigt: die iranischen Machthaber lachen nur über die ‘Appeasement’-Politiker des Westens und arbeitet weiter in aller Seelenruhe an ihrer Atombombe.

Ob Wirtschaftssanktionen allein ausreichen, den ölreichen Iran zum Umdenken zu bewegen, ist mehr als zweifelhaft.

[...]

Die derzeitigen Machthaber im Iran sind tatsächlich eine Bedrohung für den Weltfrieden. Präsident Ahmedinedschad hat erklärt, man wolle das ‘Regime, das Jerusalem besetzt hält’ – ein Synonym für den Staat Israel – aus ‘den Geschichtsbücher tilgen’. Die iranische Regierung fördert Terrororganisationen wie die Hamas und die Hisbollah. Sie kennt keine Skrupel bei der Durchsetzung ihrer Interessen – kein Wunder, fühlt sie sich doch von einer ‘höheren Macht’ dazu legitimiert.

Ich fürchte, dass die Zeit für Verhandlungen und Kompromisse vorbei ist. Durch gezielte Schläge gegen die iranischen Atomanlagen muss der Westen jetzt den Machthabern in Teheran zeigen, dass wir uns von ihnen nicht länger auf der Nase herumtanzen lassen. Dies könnte im besten Fall das Regime so schwächen, dass die iranische Freiheitsbewegung es stürzt, so wie im Februar 1979 der Schah gestürzt würde. Dies wäre dem iranischen Volk und dem ganzen Nahen Osten zu wünschen.

König mangelt es auch in Sachen Iran wieder einmal an dem notwendigen Grundwissen, das es ihm ermöglichen würde, sich wenigstens ein einziges Mal fundiert öffentlich zu einem Thema zu äußern, das nicht zu den Kernthemen seiner Partei zählt. So ist zum Beispiel zwar richtig, dass der Iran auf gigantischen Erdölreserven sitzt, aber trotzdem Benzin importieren muss, um seinen eigenen Bedarf zu decken. Der Grund dafür ist, dass das Land bei weitem nicht über genügend Raffineriekapazitäten verfügt. Wer den Iran wirklich treffen will, muss hier ansetzen. Dass das bisher nicht passiert ist, liegt allerdings nicht an der vermeintlichen Schwäche des Westens, sondern vor allem an der chinesischen Weigerung, wirksame Sanktionen gegen das Mullah-Regime mitzutragen: Würde der Ölhandel mit dem Iran komplett lahmgelegt, verlöre China auf einen Schlag seinen drittwichtigsten Erdöllieferanten.

König sollte sich aber auch einmal überlegen, warum der Iran sein Atomprogramm nicht aufgeben will. Wenn es der Teheraner Regierung darum gehen würde, Atombomben zu entwickeln, um sie anschließend in Israel zur Detonation zu bringen, wäre das ganz sicher nicht nur das Todesurteil für den Staat Israel und die Menschen, die in ihm leben. Selbst der dümmste Ayatollah weiß, dass das unweigerlich entsprechende atomare Gegenschläge zur Folge hätte. Wer an der Entwicklung von Kernwaffen arbeitet – und ich habe eigentlich keine Zweifel mehr, dass der Iran genau das tut – der verfolgt damit geostrategische Ziele. Der Iran ist da keine Ausnahme. Das Land fühlt sich von tatsächlichen und potentiellen Gegnern nur so umzingelt, denen es im konventionellen Waffenbereich hoffnungslos unterlegen ist: Saudi-Arabien, die arabischen Staaten am Persischen Golf, Pakistan, Aserbaidschan und auch die Türkei paktieren mit dem Hauptfeind USA, während die Amerikaner selbst im Irak und in Afghanistan miltärisch präsent sind. Und die faktische Atommacht Israel denkt ab und zu laut über den Einsatz so genannter Mini-Nukes nach, die die iranischen Atomfabriken zerstören sollen. Wenn man all das weiß, dann kennt man den eigentlichen Grund für das sture Festhalten des Irans an seinem Atomprogramm: Abschreckung. Der Iran unterscheidet sich dabei überhaupt nicht von den Ländern, die bereits Kernwaffen besitzen.

Der Streit um das iranische Atomprogramm darf auch nicht – so wie König das tut – auf ideologischer Ebene geführt werden. Jede Atombombe mehr auf der Welt erhöht das Risiko einer nuklearen Katastrophe, ganz gleich, wer sie besitzt. Das atomare Gleichgewicht des Schreckens mag im Kalten Krieg funktioniert haben, aber das heißt ja nicht, dass das immer so sein wird. Schon deshalb darf es keinem Land mehr erlaubt werden, ein Kernwaffenarsenal aufzubauen. Nur darum kann es gehen.

Alles andere ist tumbe Kriegspropaganda.

Mehr zum Thema:

Kriegstreiber (POLITBLOGGER, 6. Februar 2010)
Liquid Anfriffskrieg (wiki.piratenpartei.de)

Vielen Dank an nichtdiemama für den sachdienlichen Hinweis.