Anselm Kiefer wurde kurz vor Kriegsende in einem Luftschutzbunker geboren. Das scheint bei dem in Frankreich lebenden deutschen Maler und Bildhauer deutliche Spuren hinterlassen zu haben. Es ist zwar nicht so, dass Kiefers Kunst nicht schon in der Vergangenheit für kontroverse Debatten gesorgt hätte, aber was der Mann nun wieder aus sich herausblubbern hat lassen, dürfte selbst für äußerst tolerante Menschen dann vielleicht doch ein wenig too much sein:
Zwar seien ‘die Menschen anscheinend nicht fähig, die [Atom]Technik zu beherrschen’ sagte Kiefer weiter. Kernkraftwerke seien aber die ‘phantastischste Form der Energieerzeugung’, ‘etwas Mythologisches’. ‘Die Deutschen’, so Kiefer im SPIEGEL, ‘trennen sich zu leicht und zu schnell von ihrer Geschichte.’ Er hätte, so der Künstler, Berlin sogar nach den Plänen des Nazi-Architekten Albert Speer ‘wieder aufgebaut’.
Salvador Dalí hat einmal gesagt:
In der Kunst ist es anders als im Fußballspiel. In Abseitsstellung erzielt man die meisten Treffer.
Korrekt. Aber Abseitstore zählen trotzdem nicht. Man diskutiert nur über sie. Wenn das schon Kunst sein soll, halte ich es doch eher mit Ephraim Kishon:
Ich glaube nicht, dass die moderne Kunst Gaukelei ist – ich weiß es.
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