Archiv der Kategorie ‘Nazi-Versteher‘

 
 

‘Pro NRW’ redet sich die Wahlklatsche schön

Die rechtsextremistische Splitterpartei Pro NRW war in den vergangenen Wochen in aller Munde. Die braunen Wanderkrakeeler konnten mit ihrer tumben Freiheit-statt-Islam-Propagandatour tatsächlich ein paar gehirnamputierte militante Salafisten provozieren, worüber Presse, Funk und Fernsehen leider ausführlicher berichtet haben, als das notwendig gewesen wäre. Diese Rechnung der Muslimenhasser ist also aufgegangen. Eine andere Rechung hat sich dagegen als jämmerlicher Rohrkrepierer erwiesen – nämlich die, dass sich die unverhoffte Medienpräsenz signifikant im Ergebnis der nordrhein-westfälischen Landtagswahl niederschlagen würde. Doch genau das ist eben nicht passiert: Pro NRW konnte mit 1,5 Prozent gegenüber 2010 (1,4 Prozent) nur marginal zulegen. Man tritt auf der Stelle. Der angekündigte Einzug in den Düsseldorfer Landtag hat sich einmal mehr als großmäuliges Wunschdenken entpuppt, das mit der Wirklichkeit nicht das Geringste zu tun hat. Pro NRW war, ist und bleibt auch in Zukunft ein politisch und gesellschaftlich irrelevantes Häufchen Elend.

Datenquelle | Copyright: Creative-Commons-Lizenz (CC BY-NC-ND 2.0)

Pro-NRW-Führer Markus Beisicht wäre allerdings nicht Markus Beisicht, wenn er das aus Sicht seiner Anhänger völlig indiskutable Ergebnis nicht trotzdem zum epochalen Wahltriumph aufblasen würde:

‘Trotz widrigster Umstände und bescheidenem Budget haben wir uns nicht nur behaupten können, sondern unser Ergebnis nach den ersten Hochrechnungen sogar noch ausbauen können. Fast zwei Prozent landesweit im einwohnerreichsten Bundesland Deutschlands – das ist eine phänomenale Leistung unserer ganzen Wahlkampfmannschaft. [...] 2014 werden wir in zahlreiche weitere Stadträte und Kreistage einziehen. Und bei der nächsten Wahl wird das Projekt Landteigseinzug trotz der bösartigen Medienhetze verwirklicht werden!’

Quelle: http://www.pro-nrw.net/?p=8529

Wirklich ärgerlich ist nur die Tatsache, dass Pro NRW mehr als ein Prozent der Wählerstimmen erreicht hat, denn das garantiert den rechtsradikalen Grundgesetzvergewaltigern 85 Cent pro Stimme. Bei 118270 Stimmen kann Pro NRW insgesamt also gut 100000 Euro einstreichen – zuzüglich 38 Cent für jeden Euro, den Pro NRW im vergangenen Jahr an Mitgliedsbeiträgen, Spenden und sonstigen Zuwendungen erhalten hat.

Aber auch das wird unsere freiheitliche Demokratie locker verkraften.

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Die NRW-Wahl bei PI und ‘Pro NRW’

Verkehrsfunk im Radio: ‘Achtung! Auf der A1 kommt Ihnen zwischen Kreuz Leverkusen und Kreuz Köln-West ein Falschfahrer entgegen!’

Autofahrer: ‘Was? Einer? Tausende!’

An diesem Uraltwitz fühlt man sich zwangsläufig erinnert, wenn man die politisch inkorrekten (PI) Kommentare zum Wahlausgang in Nordrhein-Westfalen im Allgemeinen und zu der sich deutlich abzeichnenden Klatsche für die rechtsextremistische Splitterpartei Pro NRW im Besonderen liest. Zwar liegen für das gesamte Bundesland noch keine belastbaren Zahlen vor, die nach und nach eintreffenden Wahlkreisresultate lassen jedoch den Schluss zu, dass Pro NRW trotz ergeblicher Medienpräsenz in den letzten Wochen klar unter zwei Prozent bleiben wird – wie schon vor zwei Jahren, als man gerade einmal 1,4 Prozent erreichte. Für den durchschnittlich cerebral benachteiligten PI-Demokratieablehner ist das natürlich ein unfassbarer Skandal, für den es nur zwei Erklärungen gibt: Erstens sind die Wähler doof – und zweitens wurde die Wahl sowieso gefälscht. Eine kleine repräsentative Auswahl:

Ich bin sicher, die Pro-NRW-Stimmen hat man umter den Tisch fallen gelassen.

wie gesagt die Deutschen sind noch zu dumm zum wählen

Der Großteil der Einwohner NRW’s kann nur noch als blöd bezeichnet werden.

Es ist nicht zu fassen. Wieder kein Auftrieb für uns. Dummer Michel!

Massenhaft Nichtwähler, stupide Anhänger der Altparteien und höchstwahrscheinlich etliche Menschen, die diese Wahl manipuliert haben: Deutschland ist dem Abgrund wieder ein Stück näher.

Es hat einfach keinen Sinn mehr mit diesem verblödeten Stimmenvieh.

der pöbel ist halt einfach zu doof.

Für mich ist es teilweise absolut unverständlich mit welchen Betrug und welcher Ignoranz sich die ‘etablierten’ Parteien über Wasser halten.

Glaubt ihr wirklich, dass wir Deutsche noch wählen dürfen!!

das geht doch nicht mit rechten dingen zu … da wurde doch wieder beschissen wie bei jeder wahl …

Das stinkt nach Wahlbetrug. Leider waren keine internationalen Wahlbeobachter vor Ort.

1,5 % für Pro NRW ? Das riecht doch ganz stark nach Wahlfälschung!!!!!

Da kann ich nur sagen, genauso wie bei uns in BW 2011. Baden Württemberg, wir können alles, außer wählen. Nur das dümmste Schwein wählt seinen Metzger selber. Armes Deutschland.

Quelle: http://newpi.wordpress.com/2012/05/13/nrw-wahl-erste-prognose-spd-38-cdu-25-sonstige-5

Und so weiter, und so fort. Den Vogel hat allerdings Pro-NRW-Führer Markus Beisicht abgeschossen. Um 17.35 Uhr twitterte er noch siegesgewiss:

Quelle

O-Ton Beisicht nur 27 Minuten später:

Quelle

Nachtrag (15. Mai 2012): Markus Beisicht behauptet inzwischen, dass der Twitter-Account, der unter seinem Namen läuft, nicht sein Account ist. Tatsache ist allerdings, dass das Konto bereits seit drei Jahren existiert und dass Beisicht das seit geraumer Zeit auch weiß. Insofern stellt sich natürlich die Frage, warum er sich erst jetzt davon distanziert.

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Christopher von Mengersen geht fremd

Christopher von Mengersen, Kassierer beim Fast-Food-Dealer Burger King und Funktionär der ultrarechten Parteileiche Die Freiheit, geht fremd:

Rechtsextremisten der Splitterpartei Pro NRW haben am Samstag in Bonn mit Protesten gegen den Islam erneut gewalttätige Übergriffe von Anhängern radikaler Salafisten provoziert.


Wie jetzt? Da steht doch Pro NRW! Stimmt. Nur: Sportskamerad von Mengersen war (wie auf diesem Foto zu sehen ist) in Bonn mitten drin unter den Pro-NRW-Hetzern – beziehungsweise mitten drauf (siehe auch hier). Dabei hatte er noch im Januar ganz anders über Pro NRW geurteilt:

Ich möchte ehrlich [...] sein. Ich nehme den Hauptfunktionären der PRO-Bewegung, die früher bei der NPD oder anderen rechtsextremistischen Vereinigungen aktiv waren, ihr nun zur Schau gestelltes Demokratiebewusstsein nicht ab. Ich bin der Auffassung, dass jemand, der bei der NPD einen Funktionärsposten bekleidet hat, das Weltbild dieser Partei auch zur Gänze teilt. Eine Weltanschauung lässt sich nicht so einfach ablegen, das zeigt sich auch bei den Erben der SED. Da ich jedwede Form des politischen Extremismus gleichermaßen ablehne, halte ich Abstand zur PRO-Bewegung. [...] Ich zweifle stark an ihrer demokratischen Gesinnung. Moralisch kann ich daher eine Kooperation mit PRO nicht verantworten.

Quelle: http://www.freiheitlich.me/?p=6708

Köstlich, nicht?

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Vielen Dank an Bloggeramnesty für den Hinweis.

kreuz.net meets ‘Pro NRW’

Was haben Joseph Goebbels, Heinrich Himmler, Mahmud Ahmadinedschad, der verurteilte Volksverhetzer und Holocaustleugner Johannes Lerle und Markus Beisicht, Führer der vom Verfassungsschutz beobachteten rechtsextremistischen Kleinstpartei Pro NRW, gemeinsam? Nun, Sie alle gehören – post mortem oder noch unter den Lebenden weilend – zur Autorenriege der rechtsradikalen, homophoben und antisemitischen Katholibanseite kreuz.net (siehe auch hier). Beisicht schrieb am 7. Juli 2008 unter der Überrschrift Gomorrhismus – Wird sich der Kardinal dem Homo-Perversen fügen? für das der Pius-Bruderschaft nahe stehende Propagandablog unter anderem:

Ulrich Breite [FDP, Mitglied des Rates der Stadt Köln] hat in den letzten Jahren im Kölner Rat durch verschiedene Engagements Profil gewonnen: für den Bau der Großmoschee oder für die homosexuelle Veranstaltung ‘Christopher Street Day’, bei dem er sich an diesem Wochenende wieder mit Gleichgesinnten ins Getümmel stürzen kann.

Dass er für Fragen, welche die Kölner Christen interessieren, besonders sensibel wäre, ist bislang nicht aktenkundig geworden.

Breite freut sich statt dessen nach eigenem Bekunden, mit dem FDP-Fraktionsvorsitzenden Ralph Sterck ‘eine schwule Doppelspitze’ zu bilden und trotzdem als ‘Repräsentanten der FDP voll akzeptiert’ zu sein.

Die Kirche dürfte für Breite und Sterck eher eine fremde Erfahrungswelt sein.

Quelle: http://www.kreuz.net/article.7467.html

kreuz.net, Pro NRW und Markus Beisicht – das passt. Das lässt sich übrigens auch daran ablesen, dass mit Regina Wilden ein weiteres führendes Mitglied der Pro-Gruppierungen regelmäßig für kreuz.net arbeitet (siehe hier: http://www.kreuz.net/?search=regina%20wilden) – und natürlich auch für Politically Incorrect (PI).

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Warum Hartmut Semken zurücktreten muss

Hartmut Semken, Chef der Berliner Piraten, hat ein echtes Problem. Er kann seine Klappe einfach nicht halten, wenn er sie unbedingt halten müsste. So war das nicht nur am 15. April 2012, sondern auch am 11. Oktober 2011:



Die Tatsache, dass hier einige Passagen im Nachhinein durchgestrichen wurden, ist nicht etwa das Ergebnis eigener Einsicht. Vielmehr hat sich Semken erst davon distanziert, nachdem sie einer breiten Öffentlichkeit bekannt geworden waren. Allerdings ist selbst Semkens nachträgliches Abrücken nicht mehr als ein – man muss das leider so deutlich sagen – verlogenes Lippenbekenntnis, denn er ließ danach nichts unversucht, seine unfassbaren Aussagen weiter zu verteidigen. So schrieb er am 17. April 2012:

Vor einiger Zeit erlebten wir den o.a. Aufruf, in Neumünster dem Problem, dass auch dort immer mehr Menschen der rassistischen, menschenverachtenden Ideologie der Neonazis auf den Leim gehen, zu begegnen, indem wir ‘Nazis dissen’.

Dem habe ich mich entgegengestellt.

Dem stelle ich mich noch immer entgegen.

Semken will ganz einfach nur Landesvorsitzender der Piratenpartei in Berlin bleiben. Dieses Ziel glaubt er durch scheinheilige Rückzugsgefechte erreichen zu können, ohne eine einzige seiner bizarren Ansichten wirklich revidieren zu müssen.

Kommt er damit durch, wird die Diskussion um den Umgang der Piraten mit Nazis und anderen Rechtsextremisten sicherlich nicht aufhören.

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PI:’Pro-NRW’-Aktivisten sind Neonazis

Zwei der drei gestern bei einer landesweiten Razzia gegen die rechtsextremistische Szene in Nordrhein-Westfalen verhafteten Personen gehören der vom Verfassungsschutz beobachteten Möchtegern-Bürgerbewegung Pro NRW an. Zitat Politically Incorrect (PI, Hervorhebung von mir):

Die am Mittwoch bei einer großangelegten Razzia in Nordrhein-Westfalen verhafteten drei jungen Neonazis sind wieder auf freiem Fuß.

Quelle: http://www.pi-news.net/2012/04/polizei-razzia-nrw-drei-neonazis-wieder-frei

Da will ich PI ausnahmsweise einmal nicht widersprechen.

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Appiratement

Die Reihe der Rechtsextremismus- und Antisemitismusskandale in der Piratenpartei reißt nicht ab. Nach Udo Hempel, Bodo Thiesen, Aaron Koenig, Benjamin Ölke, Andre Stüwe, Valentin Seipt, Kevin Barth und Boris Turovskiy hat sich nun auch der Chef der Berliner Piraten, Hartmut Semken, nachhaltig selbst diskreditiert. In seinem Blog schrieb der 45-jährige Entwicklungs- und Projektingenieur vor einigen Tagen (Fullquote, Hervorhebungen von mir):

Jeder Spatz pfeift es vom Dach, aus dem Strauch und überhaupt.

Jede Gazette weiss es – und weiss es besser als jeder, der mitten drin steckt natürlich.

In der Tat kann es sein, dass man mittendrin irgendwie betriebsblind wird.

In der Tat kann es sein, dass man gelegentlich den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht.

Aber ich kann dieses ‘wir müssen uns abgrenzen gegen Rechte Ansichten’ nicht mehr hören.

Twitter ist cool.

Es ist überhaupt das am besten geeignete Medium, um sachlich und unaufgeregt eine Diskussion zu führen, die differenziert und wohlbegründet daherkommt: das geht bekanntlich am allerbesten mit 140-Zeichen langen, höchst flüchtigen Statements.

Wenn Du da nicht ‘alle Rausschmeissen, am besten an den Eiern aufhängen’ twitterst – dann bist Du unmittelbar ein Verharmloser, Relativierer, ja heimlicher Symathisant, der nur den richtigen Faschisten und Nazis den Weg bereiten will, die Piraten zu übernehmen.

Klar, all das bin ich offenbar.

Und schlimmeres sicher auch noch.

Man kann das daran ablesen, wie ich versuche, auch das Wort ‘Ehre’ zurückzuerobern, es ein wenig zu reinigen von dem Dreck, durch den es die Nazis gezogen haben und mit dem sie es führ Jahrzehnte aus dem Wortschatz fast verbannt haben.

Klarer Fall: der Semken ist eigentlich ein Rechter, einer, der anderen die eigene Denk- und Handlungsweise aufzwingen will.

Sexist, Rassist, Antisemit – muss der Semken offenbar auch alles sein.

Semkens Reaktion auf den diffusen, nur dümmste Klischees bedienenden und rein als PR-Stunt durchgezogenen Angriff auf alle, die sich um eine sorgfältige, differenzierte Beschäftigung mit dem alltäglichen Sexismus, der auch vor den Piraten nicht halt macht, bemühen zeigt: er muss ein Sexist sein.

Und heute mal wieder Nazi.

Alles klar.

Die letzte Partei, die mit ‘diese Leute da, gegen die müssen wir vorgehen’ einen Riesenerfolg erzielt hat, in Deutschland, das ist m.E. die NSDAP.

Die hatten für alles einen Sündenbock.

Die wussten genau: wenn man ‘diese da’ nur irgendwie loswird, dann wird alles gut!

Und so haben sie dann das grausamste und widerwärtigste Verbrechen in der deutschen Geschichte begangen – und das mit einer geradezu unglaublichen Systematik und Effizienz.

Interessant ist schon, dass die Piraten die Wahlkampfmethodik, mit der die Nazis gerade Berlin erobert haben, gern kopieren (die Kiezspaziergänge, allerdings in Uniform, sind m.W. Goebbels Erfindung, auch wenn er die nicht so genannt hat), aber alles, was Nazis tun muss man natürlich kategorisch und komplett ablehnen.

Und wenn jemand feststellt, dass Deine Scheisse genauso stinkt wie die von einem Nazi – oha, dann geht’s auf Twitter sofort los!

Fuck You!

Wer Sprüche bringt wie ‘mit Nazis redet man nicht’, der ist nun mal in meinen Augen dem Nazitum näher als er selber glaubt und als gut für ihn ist.

Der gut gemeinte Versuch niedersächsischer Piraten, sich gegen die rechte Ideologie abzugrenzen, geht m.E. daher auch wieder mal komplett in die Hose: man will mit Menschen nicht mehr reden.

Mit faschistischen oder rechtsradikalen Organisationen nicht reden: kann ich unterschreiben und voll mitgehen.

Mit deren Vertretern nicht zu verkehren: alles in Ordnung.

Aber wer Menschen ausgrenzt – der grenzt nun mal Menschen aus und ist damit selber kaum besser als die Nazis selber.

Ja, in der Tat.

Das meine ich so.

Es sind die ‘Rausschmeissen’ und ‘wir müssen uns abgrenzen’ immer-wieder-Herunterbeter, die das Naziproblem der Piraten darstellen, nicht die Bodos und Dietmars.

Denn diese Nazibeisser sind es, die mich und andere zwingen wollen, so zu sein, wie sie mir das vorschreiben.

Was ist nochmal Kern der rechten Ideologie?

Irgendwas mit ‘alles Fremde vernichten’.

Das kommt gelegentlich in der weichgespülten Version daher: ‘Solln die doch hier weggehen, irgendwo anders hin’.

Aber im Kern ist es immer wieder diese eklatante Schwäche, die es den Beisser nicht erlaubt, etwas andersartiges auzuhalten, das sie zwingt, das vernichten zu müssen.

Ich habe bei den Piraten einige Freunde gefunden und auch Leute, die ich mag kennengelernt.

Und eben auch einige, in denen ich mich getäuscht habe, und die sich jetzt als Invers-Nazis rausstellen: voll-gegen-Nazis-mit-Nazimethoden.

fighting for peace is like fucking for virginity.

An sich könnte es ganz lustig sein, zuzusehen, wie diejenigen, die so totaaaal gegen Nazis sind, den Nazis immer wieder ein Podium bereite, immer wieder das dumme und dümmste Zeug streisanden.

Ad nauseam.

Leider ist das nicht lustig.

Denn die Sache ist ernst: die Piraten setzen sich für Meinungsfreiheit, für Demokratie und für eine Gesellschaft, in der jeder sich selbst finden soll, ein.

Also, so war das zuletzt, als ich nachgesehen habe.

Aber wo ist da die Grenze?

Wie weit kann, muss, darf man anderen eine eigene Meinung lassen, wo muss man einschreiten?

Einigen ist das klarer als mir.

Und andere wissen genau, was ich denken darf.

fighting for peace is like fucking for virginity.

Geht mal schön weiter Abgrenzen.

Und tolle Tweets machen.

Ich arbeite lieber weiter an Programmanträgen und Positionen, bei denen ich weiss, dass wirkliche Nazis sie nicht aushalten können.

Dann verpissen die sich nämlich so schnell, wie ihr ‘wir müssen uns doch aber abgrenzen’ twittern könnt.


Alles klar, Herr Chamberlain Semken: Man muss mit den Nazis in den eigenen Reihen nur reden, dann wird schon alles gut. Irgendwie. Früher nannte man das Appeasement, heute nenne ich es Appiratement: Die völlige Unfähigkeit, sich ohne wenn und aber von Rechtsextremisten und Antisemiten zu distanzieren, bei gleichzeitiger Herabwürdigung anderer Piraten, die genau dazu sehr wohl in der Lage und auch willens sind.

Zurücktreten will Semken vorerst trotzdem nicht. Er hat sich ja, hm, entschuldigt:

Sorry, Gang, für den Fail.

Zuvor hatte sich das allerdings noch ganz anders angehört:

Und immer mehr gräbt sich der Gedanke ein, dass die lauteste Kritik von denen kommt, die ihre eigene Menschenverachtung ertappt fühlen und sich am liebsten selbst bissen.

[...]

Also nochmal für die modernen Menschen mit der geringen Aufmerksamkeitsspanne: ich lehne die rechte Ideologie aus tiefstem Herzen ab.

Und daher lehne ich es auch ab, gleiches mit gleichem zu vergelten und sich damit die eigenen Schwächen schönzureden.

Merke: Wer gegen Juden, Ausländer, Linke und überhaupt jeden hetzt, der nicht in das mickrige braune Weltbild passt, der ist nicht schlimmer als jene Piraten, die sich unmissverständlich von dieser Hassideologie abgrenzen.

Auf so eine – mit Verlaub – gequirlte Scheiße muss man erst einmal kommen.

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German Alcoholic League

Was machen die Islamkritiker von eigenen Gnaden eigentlich so in ihrer Demonstrationsfreizeit? Die rechtsextremistisch-gewaltbereite German Defence League (GDL) klärt uns anhand des in jeder Hinsicht peinlichen antiislamischen Rohkrepierers im dänischen Aarhus vor zwei Wochen in gelalltem Deutsch auf:

Quelle: http://www.german-defence-league.de/demos

Es hätte mich ehrlich gesagt auch sehr gewundert, wenn diese tumben Menschenhasser (der zweite Trinker Herr rechts auf dem Foto ist übrigens Stürzenberger-Groupie Christopher von Mengersen) nüchtern gewesen wären.

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‘Hochgradig unangenehm’

Über Karl-Michael Merkle alias Michael Mannheimer hat Nina Plonka im Stern-Blog eine kurze Geschichte geschrieben, der nichts hinzuzufügen ist:

Islamhasser mit Geldsorgen

Dass Merkle-Mannheimer immer noch nichts dazu gelernt, beweist auch ein aktueller Artikel in seinem Blog (Link: http://michael-mannheimer.info/2012/04/08/als-lehre-von-stuttgart-aarhus-und-frankfurt-zerschlagt-die-antifa), in dem er erneut einen unverblümten und unmissverständlichen Gewaltaufruf veröffentlicht.

Nun gut – dann werden seine Geldsorgen eben noch größer.

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Vielen Dank an schlammungeheuer für den Hinweis.

Völkischer Beobachter, Ausgabe Schweiz

Eidgenössischer Gossenjournalismus der naziesken Art:


Titelseite Weltwoche (Schweiz), 4. April 2012

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