Als Ex-Blockflöte kennt sich der FDP-Bundestagsabgeordnete Joachim Günther mit Gleichschaltungen aller Art bestens aus. Vor einigen Tagen gestattete Günther seinen liberalen Parteigenossen nun einen kleinen Einblick in den umfangreichen realsozialistischen Erfahrungsschatz eines Mannes, der als Sekretär des SED-Ablegers LDPD bis zum bitteren Ende der DDR das Hohelied des angeblichen Arbeiter- und Bauernstaats bereitwillig geblassen hat. Thema seines empörten schriftlichen Vortrags war die aufsässige bundesrepublikanische
Journalistenmeute
die unverschämterweise immer noch keinerlei Zensur unterliegt. Und dann erdreisten sich diese scheinheiligen
Hetzer
auch noch, Jedermann-Rabatte und Sonderangebote in Anspruch zu nehmen. Genau wie der nette Herr Wulff. Herr- und Damschaften! Wo kämen wir da denn hin, wenn sich unser hochverehrter Bundespräsident keine kostspieligen Geschenke von Freunden in seinen unersättlichen Gierhals stecken dürfte? Wenn er in diesem Zusammenhang die ganze Wahrheit sagen müsste? So ein völlig verantwortungsloser Politiker würde sich doch nur dem unfassbar ehrverletztenden Vorwurf aussetzen, völlig unabhängig zu sein. Autobahn! Aber die
linksgrüne Berichterstattung
will uns ja sogar einreden, dass Stuttgart keinen unnützten Protzbahnhof braucht. Oder dass die Bevölkerung keinen Atomstrom mehr haben will. Diesem volksschädlichen
Kampagnen-Wahnsinn
der
unfähigen und unmoralischen Journalisten
muss nun endlich der finale Garaus gemacht werden:
Wohl aber kann man Zeitungen abbestellen, Radio- und Fernsehsender nicht mehr einschalten.
Genau. Und Joachim Günther gründet demnächst sein eigenes Medienimperium, als dessen Chef er unter zivilcouragiertem Einsatz seiner jämmerlichen Restreputation dafür sorgen wird, dass künftig nur noch gnadenlos gute Laune verbreitende deutschdemokratische Wahrheitsbulletins nach historischem Vorbild veröffentlicht werden.
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