Erst war SPD-Chef Kurt Beck schuld, anschließend gerieten imaginäre türkische Stromdiebe ins Visier der PIromanen, dann sollten es die angeblich mangelhaften Sprachkenntnisse der Hausbewohner gewesen sein, bevor schließlich der türkische Hausbesitzer und dessen Vater zu Verdächtigen erklärt wurden.
Die Liste der politisch inkorrekten (PI) Absurditäten in Zusammenhang mit der Brandkatastrophe in Ludwigshafen am 3. Februar 2008, bei der 9 Menschen starben und 60 verletzt wurden, ist genauso lange wie peinlich. Fast vier Jahre nach der entsetzlichen Tragödie scheint der nie wirklich aufgeklärte Fall nun aber eine dramatische Wende zu nehmen, die sich allerdings keineswegs nur für PI einmal mehr zum publizistischen Super-GAU entwickeln könnte (Hervorhebung von mir):
Bei ihren Ermittlungen zum Umfeld der mutmaßlichen Terrorgruppe ‘Nationalsozialistischer Untergrund’ (NSU) gehen die Behörden neuen Spuren in die militante Neonaziszene in Rheinland-Pfalz nach. Nach Informationen der Frankfurter Rundschau ist der bekannte Ludwigshafener Neonazi Malte R. ins Visier der Ermittler gerückt. Er soll eine maßgebliche Rolle bei der dortigen Nazi-Gruppe Lunara einnehmen und Schießübungen im Ausland organisiert haben. Lunara bewerten die Behörden anscheinend als terroristische Vereinigung.
Laut Dokumenten, die der FR vorliegen, gilt Malte R. den Behörden zudem als verdächtig, den Brand in einem Ludwigshafener Wohnhaus gelegt zu haben, bei dem am 3. Februar 2008 neun türkischstämmige Bewohner ums Leben gekommen waren. [...] Der Präsident des Bundeskriminalamts, Jörg Ziercke, hatte in der vergangenen Woche erklärt, den Fall neu untersuchen lassen zu wollen.
Necla Kelek, Möchtegern-Frauenrechtlerin und Islamexpertin von eigenen Gnaden, schrieb damals in einem Artikel für die Emma übrigens:

Jetzt wussten wir es also ganz genau: Die Muselmänner waren schuld daran, dass neun Menschen sterben mussten. Natürlich war sie nicht dabei, und hey, bis zum heutigen Tag hat sich nichts davon auch nur ansatzweise bewahrheitet – aber wen interessierte das schon? Necla Kelek ganz bestimmt nicht. Sie hatte die Schuldigen quasi im Alleingang ermittelt. Von ihrem Schreibtisch aus. Ohne Fakten. Ohne Beweise. Auch in Mölln und Solingen, wo übrigens nicht nur Frauen und Kinder starben und zum Teil schwerste Brandverletzungen erlitten. Kein Wort von Nelek zu den Tätern in diesen beiden Fällen: Rechtsextremistische deutsche Ausländerhasser. Aber vielleicht dachte Frau Kelek ja, dass die die Häuser nur deshalb angezündet hatten, um zu zeigen, wie rücksichtslos der Türke, der Muslim an sich doch ist.
Doch Frau Kelek wird trotzdem sicherlich auch in Zukunft niederträchtigste islamophobe Hetze verbreiten. Das ist nun einmal ihre Natur. Genauso wie es für PI ganz natürlich ist, Muslime grundlos zu hassen.
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Vielen Dank an Gelderlander für den Hinweis.