Wie rassistisch ist unsere Polizei?
Auch wenn man sich vor pauschalisierenden Generalverdächtigungen hüten sollte, muss nach den jüngsten Vorkommnissen eine Frage trotzdem gestellt und beantwortet werden: Wie kann es sein, dass eine Melanie Staab oder auch ein Alfred Berger zum Teil über einen längeren Zeitraum hinweg rassistische Karikaturen veröffentlichen können, ohne dienstrechtliche Konsequenzen befürchten zu müssen? Im Fall Berger war das zuständige Polizeipräsidium Oberbayern Nord zwar schnell bereit, die Existenz des von verschiedenen Medien behaupteten Kalenders der Gewerkschaft der Polizei (GdP) zu bestreiten, meine Nachfrage, wie Bergers Zeichnungen mit dem Beruf des Polizisten in Einklang zu bringen sind, blieb bis jetzt jedoch unbeantwortet.
Sicherlich darf man daraus keine voreiligen Schlüsse ziehen. Das wäre falsch und vor allen den vielen Beamtinnen und Beamten gegenüber ungerecht, die absolut integer sind. Dennoch wäre es fatal, wenn die Polizei eine kleine rassistische Minderheit gewähren ließe und dazu nicht unmissverständlich Stellung beziehen würde. Die Polizei muss über jeden Verdacht erhaben sein. In einem demokratischen Rechtsstaat kann es da keine zwei Meinungen geben.


