Christdemokratischer Familienkrach
Er war noch keine 100 Tage im Amt, als Baden-Württembergs neuer Ministerpräsident Stefan Mappus (44, CDU) am vergangenen Montag zur ersten verbalen Blutgrätsche seiner hoffentlich nicht allzu langen Rgeierungszeit ansetzte (in Baden-Württemberg finden im kommenden Jahr Landtagswahlen statt). Opfer seines Angriffs war allerdings kein politischer Gegner, sondern Bundesumweltminister und Parteikollege Norbert Röttgen. Der ist unverschämterweise nämlich der Ansicht, dass eine Verlängerung der Atomkraftwerkslaufzeiten ohne Zustimmung des Bundesrates nicht möglich ist – was nach dem CDU-Wahldesaster in Nordrhein-Westfalen aber so gut wie ausgeschlossen ist. Doch ein frischbeackener Landesfürst wie Stefan Mappus lässt sich davon natürlich nicht beeindrucken und greift deshalb nicht nur Röttgen, sondern auch die Kanzlerin höchstpersönlich an:
‘Ich bin nicht mehr bereit, die Eskapaden des Bundesumweltministers zu akzeptieren’, sagte er am Montag. ‘Politik ist ein Mannschaftsspiel und wer Individualsport bevorzugt, der muss sich ein anderes Tätigkeitsfeld suchen.’
[...]
‘Ich erwarte vom heutigen Tag, dass der Kollege Röttgen zurückgepfiffen wird.’ Er hätte Röttgen an Merkels Stelle bereits aus dem Kabinett geworfen.
Ich hätte nie geglaubt, dass ich das mal schreiben würde: An manchen Tagen wünscht man sich fast Günther Oettinger zurück.
Aber nur fast.

21. Juni 2010 um 09:08
[...] entgegen der Rechtslage ohne die Zustimmung des Bundesrates durchsetzen. Damit stellt sich auch Brüderle offen gegen Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU), der ein solches Vorgehen für [...]
13. März 2011 um 12:12
[...] des von der früheren rot-grünen Bundesregierung eingeleiteten Atomausstiegs geschrien haben (wie etwa der baden-württembergische CDU-Ministerpräsident Stefan Mappus und seine sogenannte Umweltministerin Tanja Gönner, in ihrer absurden Haltung sogar noch [...]
13. März 2011 um 21:01
[...] Stefan Mappus ist wohl das, was man einen Atomjunkie nennen könnte. Innerhalb der CDU war er der lauteste Befürworter der im Oktober des vergangenen Jahres beschlossenen Laufzeitverlängerung für die 17 deutschen Kernkraftwerke. Dabei schreckte er selbst davor nicht zurück, Kritikern der viele Milliarden schweren Geschäftsvereinbarung zwischen Bundesregierung und Atomlobby in der eigenen Partei den Rücktritt nahezulegen und sogar deren Rauswurf aus dem Bundeskabinett zu fordern. [...]