Das soziale Engagement des Michael Mronz
Michael Mronz ist ein vielbeschäftigter Mensch. Seit 1992 ist der Diplom-Kaufmann Inhaber und Geschäftsführer der MMP Veranstaltungs- und Vermarktungs GmbH. In der Kommenden Woche zum Beispiel steigt in Oberhof die 8. Wok-WM, bei der B-, C- und D-Promis wie Axel Stein und Gina-Lisa Lohfink in einer chinesischen Garpfanne eine Rodelbahn runterrutschen. Wer noch ein Ticket braucht, sollte sich an Michael Mronz wenden. Dessen Agentur hat die Vermarktung des Events nämlich übernommen.
Doch Mronz ist dieser Tage nicht in seinem Kölner Büro anzutreffen und schon gar nicht in der Wok-Hauptstadt Oberhof. Mronz befindet sich auf Reisen, allerdings in privater Mission, wie er der BILD erzählte:
Ich möchte mich für die schwächsten Erdenbürger einsetzen – die Kinder. Gerade weil wir keine eigenen Kinder haben, möchte ich ein Herz für Kinder zeigen. Wann immer ich es zeitlich schaffe, möchte ich Herrn Westerwelle auf seinen Reisen begleiten, um mich für Kinder sozial zu engagieren.
Mronz hatte in den wenigen Monaten seit Westerwelles Amtsantritt offenbar viel Zeit. Er begleitete den Außenminister erst nach Japan, dann nach China, später nach Cordoba. Nun nimmt er sich sieben Tage Auszeit für eine Reise nach Latainamerika. Von Scheckübergaben an gemeinnützige Projekte ist bei den ersten drei Destinationen nichts bekannt. Japan und Cordoba sind auch nicht als Orte bekannt, an denen die schwächsten Erdenbürger besonderen Zuspruch bedürften. So stand denn auch in Ostasien der Ausbau der Handelsbeziehungen auf der Tagesordnung der von Westerwelle angeführten Delegation. Und im Reich der Mitte lotete man weitere Möglichkeiten für deutsche Wirtschaftsunternehmen auf dem chinesischen Markt aus.
Jedem anderen Geschäftsführer würde angesichts solch häufiger Sonderurlaube – vorausgesetzt, der Anlass für die Absenz ist ein rein privater – vorgeworfen, sein Unternehmen zu vernachlässigen. Die Frage muss deshalb gestellt werden, ob ein ausgelasteter Unternehmer, der Marathonläufe, Reit-, Tennis-, Beachvolleyball- und Feldhockey-Turniere veranstaltet und Unternehmen wie auch Vereine in den Bereichen Sport-Sponsoring und Sport-Marketing (neben der Wok-WM den Bundesvision Songcontest und das TV-total-Turmspringen) unterstützt, glaubwürdig ist, wenn er sagt, er reise als Privatperson ohne geschäftliche Hintergedanken. In Brasilien findet 2014 – dies am Rande – die Fußball-Weltmeisterschaft statt. 2016 trifft sich dort die Jugend der Welt zu den Olympischen Spielen. Da ist es wahrscheinlich nur ein Zufall, dass sich Mronz auch auf dem Feld der Rechtevermarktung tummelt. Bei der Leichtathletik-WM 2009 in Berlin etwa war Mronz Marketing-Chef. Die FAZ bemerkt dazu:
Mronz gilt als Fachmann dafür, aus spröden Sportveranstaltungen schillernde wie einträgliche Events zu machen, wobei ihm seine Kontakte in die Politik, in die Wirtschaft, ins Show- und Fernsehgeschäft sowie zu Boulevardmedien helfen. Er bringt Prominente zusammen.
Interessanterweise hat Westerwelle bei seiner Latainamerika-Dienstreise aber nicht nur Mronz an Bord, der auch Vorstandsmitglied des gescheiterten deutschen America’s Cup-Teams United Internet TeamGermany war, sondern auch Ralph Dommermuth. Der ist Chef der United Internet AG und obendrein FDP-Großspender.
Man reist also unter Freunden.
Gastbeitrag von Helge.

11. März 2010 um 17:14
[...] weil er einen schwulen, sondern einen vielleicht etwas zu geschäftstüchtigen Lebenspartner hat, dessen Marketinginteressen auffällig oft mit den Reisen des Bundesaußenministers harmonieren. Nicht mehr, aber auch nicht [...]
12. März 2010 um 00:26
[...] aufgeklärtes Europa zu setzen (was ich Argument ja gerne gelten lassen würde, wenn es da nicht die eine oder andere berechtigte Frage zum eigentlichen Zweck der Reisetätigkeit des Herrn Mronz zu beantworten gäbe), denn bisher [...]