Der Friedhof der Enten
• Am 3. März 2008 behauptete Praktisch Inkompetent (PI) unter Berufung auf eine hanebüchene Story der BILD-Zeitung, die Direktorin einer Grundschule habe einen Jungen eine Stunde lang Müll aufsammeln lassen, weil er muslimischen Mitschülern Cocktail-Würstchen aus Schweinefleisch gegeben habe. Dass sich die Geschichte ganz anders abgespielt hat, wurde im Herre-Blog bis zum heutigen Tag nicht erwähnt.
• Knapp zweieinhalb Monate später verortete PI Barack Obamas Privathaus in Chicago aufgrund eines Beitrags im Schweizer Blog winkelried.info direkt gegenüber einer Moschee. Während die Winkelrieder irgendwann doch noch auffiel, dass die angebliche Moschee eine Synagoge ist, hat PI seinen Beitrag dazu nur sang-, klang- und kommentarlos gelöscht.
• Ende Juli des vergangenen Jahres ließ der Bergisch Gladbacher Recherche-Allergiker Ex-Media-Markt-Abmahnanwalt Steinhöfel Simbabwes Diktator Robert Mugabe quasi aus dem Amt bloggen. Grundlage dafür war ein Artikel in der Online-Ausgabe der Times, in dem von Mugabes vermeintlichem Rücktritt allerdings gar nicht die Rede war. Immerhin hat PI Steinhöfels hochnotpeinlichen Fehler anschließend eingeräumt – an dem aber nicht dessen offensichtlich äußerst lückenhafte englischen Sprachkenntnisse schuld gewesen sein sollen, sondern nur die sich angeblich überschlagenden Ereignisse in Simbabwe.
• Am 19. August 2008 verbreitete PI, Al-Kaida habe angeordnet, dass muslimische Frauen im Irak keine Gurken berühren, kaufen und essen dürften, weil die Gurke als solches ja männlich sei – während der Verkauf der weiblichen Tomaten nur verschleiert erlaubt sei. Auf jeden Fall stand das so im britischen Telegraph und auf einer anderen stramm islamophoben Seite. Dass PI dabei nur einer klassischen urband legend auf den Leim gegangen war, spielte auch hinterher selbstverständlich keine Rolle mehr.
• Nur 5 Tage nach der vergurkten Tomatenstory erklärten Herre und Co. den Piloten eines US-Militärhubschraubers zum tapferen Held, weil der in einem todesmutigen Flugmanöver verwundete Kameraden von einem Hausdach in Afghanistan geborgen habe. Als Beleg dafür veröffentlichte das Blog ein Foto. Dumm nur, dass der Schnappschuss nicht die Bergung amerikanischer Soldaten, sondern den Abtransport festgenommener afghanischer Kämpfer während der Operation Mountain Resolve im Jahr 2003 zeigt – was PI durchaus hätte wissen können, denn schließlich geistert dieses Foto schon seit Jahren als Hoax durch die unendlichen Weiten des Internets.
• Vor gut zwei Wochen empörte sich PI über einen Richter, der eine 80-jährige Frau zu einer Geldstrafe von 800 Euro auf Bewährung und zu einem Bußgeld von 200 Euro verurteilt hatte. Die Rentnerin habe schließlich nur vergessen, die Eier zu bezahlen, die sie in einem Supermarkt mitgehen ließ. Als sie ihren Fehler bemerkt habe, sei die ehrliche Dame zurückgegangen, um die Eier zu bezahlen. Eine
hysterische Verkäuferin
habe jedoch trotzdem die Polizei gerufen. So stand das jedenfalls im Kölner Boulevardblatt Express – und PI plapperte das einfach nach. Dass der Express den tatsächlichen Sachverhalt bis zur Unkenntlichkeit verdreht hatte, werden die PIpifanten wohl nie erfahren.
• Und last but not least unterstellte PI DFB-Präsident Theo Zwanziger am 9. März 2009, dass die eigene Frauenfußball-Nationalmannschaft bereit sei, gegen die iranische Damenauswahl in islamischer Bekleidung anzutreten – und zwar in Deutschland. Herre musste aber schon am Tag darauf das offizielle Dementi des DFB veröffentlichen. Das passiert eben, wenn man Quellen wie die staatliche iranische Rundfunkgesellschaft IRIB für seriös und glaubwürdig hält.
Wenn man all das weiß, dann fragt man sich schon, warum sich ausgerechnet PI in diesem Zusammenhang über andere Medien lustig macht. Jeder macht Fehler. Aber bei Herre und seinen unfähigen Komplizen ist das nicht die Ausnahme, sondern die Regel.
Das ist der ganz große Unterschied.
