Der katholische Choleriker

Über Matthias Matussek ist in der Regel nur wenig Schmeichelhaftes zu lesen. So schrieb die WELT in Zusammenhang mit Matusseks Absetzung als Kulturchef des SPIEGEL im Dezember 2007:

Am Ende hatte Matthias Matussek auch die eigenen Leute gegen sich aufgebracht. [...] Die Gründe liegen in seiner Persönlichkeitsstruktur. Schon Nichtigkeiten stimulieren Matusseks Erregungspotenzial. Das musste erst kürzlich der zur Blattkritik geladene Kabarettist Django Asül erfahren. Ohne Not war Matussek derart laut und ausfällig geworden, dass er sich auf Drängen der Chefredaktion entschuldigen musste.


Der vom Marxismus zum fanatischen Fundamentalkatholizismus konvertierte Matussek sieht sich selbst dagegen so:

‘Ich denke katholisch, ich fühle und lache und wüte katholisch, ich sündige, ich beichte, ich schaue katholisch auf die Welt.’

Das muss man schon wissen, bevor man sich Matusseks peinliche Jubelperserstory über den umstrittenen Papstbesuch in Spanien zu Gemüte führt. Zitat:

Die Straßen sind gesäumt von Begeisterten, pardon: verblendeten Jublern, Männer und Frauen und Kinder, sie lieben ihren Papst hier, sie alle halten Benedetto-Fahnen in die Höhe und kein einziger ein Schild mit dem Spruch: ‘Pfui, was das wieder kostet’.

Ob sich bei ihnen schneller rumgesprochen hat als in den deutschen Medien, dass 80 Prozent der Kosten von den Pilgern getragen werden und die restlichen 20 Prozent durch Sponsoren gedeckt sind?

Stimmt. Naja, eigentlich doch nicht:

Die Organisatoren des Weltjugendtags bestreiten, dass die 50 Millionen Euro für den Papstbesuch vom Staat getragen werden. 70 Prozent finanzierten die Pilger mit ihren Eintrittsgeldern, 30 Prozent Sponsoren. Die Kritiker halten jedoch dagegen, die Sponsorengelder könnten zu 80 Prozent von der Steuer abgesetzt werden, zudem würden die Pilger kostenlos in staatlichen Schulen untergebracht, es gibt verbilligte Metro- und Bustickets. Und das, während der Staat sämtliche Sozialleistungen und Zuschüsse radikal kürzt.

Und Kritik am Papstbesuch gibt es selbst innerhalb der Kirche in Spanien:

Aber das wird sich bis zu Matussek sicherlich nie herumsprechen.

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Ein Kommentar zu “Der katholische Choleriker”

  1. Politblogger » Matussek, Stürzenberger, Merkle-’Mannheimer’: Extremisten unter sich
    21. Januar 2012 um 13:32

    [...] Matussek, SPIEGEL-Autor und Papst-Groupie, fiel in der jüngeren Vergangenheit gleich zweimal durch seine unmittelbare Nähe zum [...]