Deutschland: Einer von sieben ist arm oder von Armut bedroht
2010 ist das Europäische Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung. Der neuesten Studie des Deutschen Institus für Wirtschaftsforschung (DIW) zufolge hat dieses Jahr auch seine Berechtigung, denn 2008 lebten rund 11,5 Millionen Menschen in Deutschland (oder 14 Prozent der Bevölkerung) unterhalb der relativen Einkommensarmutsgrenze. Als relativ arm gilt hierzulande, wer weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens zur Verfügung hat, wer weniger als 50 Prozent dieses Einkommens verdient, ist per Definition tatsächlich arm.
Besonders von Armut bedroht oder bereits arm sind 19- bis 25-jährige Erwachsene, Alleinerziehende und größere Familien mit Kindern. Der Prozentsatz der Betroffenen liegt bei diesen Gruppen zwischen 25 und mehr als 50 (!) Prozent. Trotzdem spricht sich das DIW gegen höhere Hartz-IV-Sätze, weil diese nur Symptome linderten, nicht aber die Ursachen bekämpfen. Die zur Verfügung stehenden Mittel sollten besser für Investitionen in Kinderbetreuung und in verbesserte Erwerbschancen für Alleinerziehende und Familien mit jungen Kindern ausgegeben werden.
Das Dumme an diesem Vorschlag ist nur, dass jemand, der akut von Armut bedroht oder schon arm ist, nicht solange warten kann, bis diese zweifellos sinnvollen Investitionen die erwünschten Früchte tragen. Gute Absichten sind nämlich weder essbar, noch kann man damit seine Miete bezahlen.
Via noXforU.
