Die Angela mag den Sigmar nicht mehr

Zugegeben: Eine vertrauliche SMS der Kanzlerin durchsickern zu lassen, war nicht gerade die feine Art von SPD-Chef Sigmar Gabriel. Das hätte er sich wirklich sparen können. Andererseits haben wir dadurch erfahren, wie wenig bis gar nicht Angela Merkel daran interessiert war, einen überparteilichen Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten zu nominieren. Zuerst Gabriels Textmitteilung an Merkel:

‘Sehr geehrte frau bundeskanzlerin, ich habe verstaendnis fuer die notwendigen zeitablaeufe zur vorbereitung einer kandidatur fuer das amt des bundespraesidenten. Fuer den fall, dass die meinungsbildung ueber einen personalvorschlag innerhalb der koalition noch nicht abgeschlossen sein sollte, moechte ich Ihnen aber auch einen namen nennen, bei dem eine sehr hohe wahrscheinlichkeit fuer eine zustimmung der fraktionen von spd und buendnis 90/die gruenen bestuende: joachim gauck. Fuer einen solchen personalvorschlag kann ich auch im namen von herrn steinmeier, frau kuenast und herrn trittin die unterstuetzung von spd und buendnis 90/die gruenen anbieten. Ich gehe davon aus, dass dieser vorschlag vertraulich bleibt, allerdings ist joachim gauck natuerlich davon informiert. Er bittet ausdruecklich darum, dass eine solche kandidatur nicht als parteinahme fuer oder gegen eines der ‘politischen lager’ interpretiert wird. Sondern wie buendnis 90/die gruenen und spd haelt auch er eine eher ueberparteiliche kandidatur fuer sinnvoll und stuende dafuer bereit. Fuer gespraeche stehen herr gauck, herr steinmeier und ich ebenso wie frau kuenast und herr trittin jederzeit bereit. Mit freundlichem gruss, sigmar gabriel’


Nun könnte man ja eigentlich meinen, dass die Bundeskanzlerin wenigstens genauso ausführlich auf Gabriels Burgfriedensangebot antwortet. Hat sie aber nicht:

‘Danke fuer die info und herzliche grüße am’

Dass Gabriel das nicht besonders lustig fand, kann ich dann doch irgendwie nachvollziehen. Trotzdem: Macht man nicht. Außerdem ist Merkel jetzt offenbar auch noch stinksauer auf ihn.

Kindergarten.

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3 Kommentare zu “Die Angela mag den Sigmar nicht mehr”

  1. Politblogger » Wulff hat gewonnen, Merkel nicht
    30. Juni 2010 um 22:36

    [...] einen für alle Beteiligten wählbaren gemeinsamen Kandidaten von CDU, CSU, FDP, SPD und Grünen grob fahrlässig ungenutzt an sich vorbeiziehen ließ. Welche Folgen dieser krasse Fehler auf die Koalition haben wird, ist heute noch gar nicht [...]

  2. Politblogger » Barbie mit Hosenanzug
    8. September 2010 um 22:51

    [...] Der letzte, der etwas per SMS mit Merkel klären wollte, war übrigens SPD-Chef Sigmar Gabriel. Mit dem redet Merkel seitdem nicht mehr. [...]

  3. Politblogger » Die SPD-Kanzlerkandidatenbewerber im POLITBLOGGER-Elchtest
    1. Mai 2012 um 21:49

    [...] despektierlich genannt wird – weiß nicht nur, wie man eigene SMS schreibt, sondern auch, wie man fremde möglichst effektvoll veröffentlicht. Der Mann ist ein regelrechter Nerd. Dagegen können die Steinbrückmeier aber sowas von [...]