Die Geister, die Broder rief
Am Montag las Henryk M. Broder in Chemnitz aus seiner aktuellen Buchattrappe Kritik der reinen Toleranz. Der NPD-Kreisverband Chemitz fand das so toll, dass er am Tag darauf diese Pressmitteilung veröffentlichte:
Chemnitzer NPD-Stadträtin applaudiert Broders Überfremdungskritik
Publizist Henryk M. Broder wetterte im ‘Tietz’ gegen selbstmörderische Toleranz
Über 200 Chemnitzer lauschten gestern Abend im ‘Tietz’ dem Publizisten Henryk M. Broder, der aus seinem Buch ‘Kritik der reinen Toleranz’ las. Dabei wetterte er so überzeugend gegen den dekadenten Toleranz-Kult linker Gutmenschen und die Kapitulation der Deutschen vor der Überfremdung, daß manch einen linksliberalen Zuhörer heftiges Unwohlsein befiel. Nach einem Bericht der ‘Freien Presse’ wurde der Referent aus dem Publikum gefragt, ob er sich mit seiner scharfen Multikulti-Kritik nicht zum Sprachrohr von ‘Rassisten’ und ‘Rechtsradikalen’ mache, worauf Broder nur erwiderte: ‘Manchmal sind mir die falschen Freunde lieber als gar keine.’ Die ‘Freie Presse’ berichtet noch, daß am Ende der Lesung ein Chemnitzer Stadtratskandidat der NPD ans Mikro trat: ‘Herr Broder’, sagte er, ‘ich danke Ihnen für Ihre klaren Worte.’
Die Chemnitzer NPD-Stadträtin Katrin Köhler, die wegen einer Interessenten-Veranstaltung selber nicht an der Broder-Lesung teilnehmen konnte, erklärte:
‘Wer Broders Buch ‘Hurra, wir kapitulieren’ gelesen hat, wußte, was ihn an erfrischender Überfremdungskritik in Chemnitz erwarten würde. Dabei zeigt der Fall Broder, welchen Gesinnungswandel selbst Juden unter dem Eindruck einer galoppierenden Verausländerung vollziehen können. Jahrzehntelang begrüßte Henryk M. Broder genauso wie Michel Friedman die Masseneinwanderung nach Deutschland als Beitrag zur Entnationalisierung und ‘moralischen Wiedergutmachung’ für die NS-Zeit.
Während Friedman seiner antideutschen Linie treu geblieben ist, hat Broder eine scharfe Kehrtwende vollzogen und schlägt Töne an, die er selbst noch vor wenigen Jahren als ‘ausländerfeindlich’ verteufelt hätte. Heute nimmt Broder aber kein Blatt mehr vor den Mund und klagt die Verständnishuberei der ewigen Ausländerfreunde an. In seinem Buch ‘Hurra, wir kapitulieren’ schreibt er: ‘Heute bedeutet Migrationshintergrund eine Art Freifahrtschein für alle Fälle. Wer einen Migrationshintergrund hat, der braucht nur noch in ganz extremen Fällen einen Anwalt, zum Beispiel wenn er einen Filmemacher auf offener Straße abschlachtet. Bei minderen Vergehen gegen Recht, Gesetz und Ordnung reicht der Hinweis auf den Migrationshintergrund gegenüber den Medien und der Öffentlichkeit, um weitgehend Empathie mit dem Täter, Kritik am Verhalten des Opfers und die bewährte Frage zu evozieren: Was tun wir ihnen an, daß sie uns so hassen?’
Der jüdische Leitintellektuelle des ‘Spiegel’ wirft den Gutmenschen eine ‘groteske Umkehr von Ursache und Wirkung’ vor, wenn sie die Gastländer und nicht die Moslems für das Scheitern der ‘Integration’ verantwortlich machen. Über die Gutmenschen schreibt Henryk Broder: ‘Sie haben für alles Verständnis, was die Underdogs der Geschichte, die Opfer der Globalisierung und die Invaliden des Fortschritts anstellen.’ Als Chemnitzer Stadträtin pflichte ich dieser Gutmenschen-Kritik Broders aus tiefstem Herzen bei.’

Screenshot: npd-sachsen.de
Das konnte Broder natürlich nicht auf sich sitzen lassen, dass ihm ausgerechnet Nazis Beifall klatschten:
Spatzenhirn mit Zöpfen
frau köhler,
im pressedienst der halbkriminellen vereinigung, der auch sie angehören, war gestern zu lesen:
‘Chemnitzer NPD-Stadträtin applaudiert Broders Überfremdungskritik’
[...]
sie waren bei meiner lesung nicht dabei. dafür bin ich ihnen dankbar. allein die vorstellung, im selben raum mit ihnen zu sein, lässt mir das essen von gestern hochkommen. ihre abwesenheit hat sie freilich nicht davon abgehalten, sich zu meinem auftritt zu äußern. nach der lektüre ihres statements könnte man sich fragen, ob sie dumm oder bösartig sind. ich finde, sie sind beides.
das wort ‘überfremdung’ gehört zu ihrem vokabular, nicht zu meinem. es ist weder während der lesung noch in der anschliessenden diskussion gefallen. ich habe weder implizit noch explizit gegen diejenigen ‘gewettert’, die in ihren kranken phantasien die hauptrollen spielen, also ausländer, migranten und
andere nicht-deutsche.und ich sage es ihnen gerne noch einmal, so klar und unmissverständlich, dass es sogar ihr bezopftes spatzenhirn begreifen sollte: wenn es die möglichkeit gäbe, sie und das rechtsradikale pack, das sie repräsentieren, gegen ausländer – egal welcher provenienz – auszutauschen, würde ich mich sofort dafür aussprechen.
ob sie meine bücher gelesen haben, weiß ich nicht. es ist mir auch wurscht. selbst wenn sie es getan haben, haben sie nichts verstanden. meine forderung nach mehr intoleranz richtet sich nicht nur gegen die terrorversteher von links, sie richtet sich auch gegen das gesindel, das ihre politische heimat ist.
ich habe in chemnitz meine bewunderung und meinen respekt für die dresdner bürger artikuliert, die am jahrestag der bombardierung den öffentlichen raum
besetzt und der npd den weg versperrt haben. ich habe auch angeregt, dass alle bürger mit migrationshintergrund – vom türkischen müllfahrer bis zum indischen arzt – einen tag lang streiken, um der fremdenfeindlichkeit die grundlage zu entziehen. das alles sind nicht ihre positionen.dass sie sich nun hinter einem ‘jüdischen leitintellektuellen’ verstecken, zeugt nur von ihrer schamlosigkeit im umgang mit dem, das sie irrtümlich für politik halten. es ist aber nur die pflege von ressentiments. für ihre versuche, jemand zu finden, der ihre schweinereien für koscher erklärt, stehe ich nicht zur verfügung.
wenn sie es noch einmal machen, komme ich bei ihnen vorbei und ziehe ihnen die zöpfe lang.
versprochen und grusslos
b.
Die entscheidende Frage, warum sich die Nazis von ihm so bestätigt fühlten, stellt sich Broder allerdings nicht. Selbstverständlich nicht. Die Antwort darauf würde ihm vermutlich noch sehr viel weniger gefallen als der Applaus von ganz rechts außen.
• Wie Broder die Massen manipuliert (dwdonline.de, 3. März 2010)
Vielen Dank an Arne Hoffmann für den sachdienlichen Hinweis.

7. März 2010 um 11:26
[...] “Die Geister, die Broder rief“ Kategorien:Uncategorized Schlagwörter:Broder, NPD Kommentare (0) Trackbacks (0) [...]
30. Juli 2011 um 00:07
[...] Hetzer M. Broder (18. Dezember 2009) • Henryk und die Kritiker (27. Januar 2010) • Die Geister, die Broder rief (5. März 2010) • Broder und Konsorten: ‘Keineswegs seriöse Islamkritik’ (15. Mai [...]