Die PIntelligenz des Udo Ulfkotte
Dass man Udo Ulfkotte genauso wenig ernst nehmen kann wie seine politisch inkorrekten (PI) Gesinnungsgenossen, ist keine neue Erkenntnis. Trotzdem kann man deren tumbe Ergüsse nicht unwidersprochen stehen lassen. Das gilt selbstverständlich auch für Ulfkottes neuestes Buch, das im vor allem durch die Verklappung publizistischen Sondermülls bekannt gewordenen Kopp-Verlag erschienen ist. Darin behauptet Ulfkotte, dass Deutschland immer mehr verblöde, weil es vor allem Einwanderer aus Ländern mit niedrigem Intelligenzquotienten importiere. Grundlage für diese sicherlich auch in Nazi-Kreisen sehr beliebte These ist das 2002 erschiene Buch IQ and the Wealth of Nations von Richard Lynn und Tatu Vanhanen, in dem die beiden Autoren eine kausale Beziehung zwischen dem nationalen Durchschnitts-IQ und dem Bruttoinlandprodukt herstellen. Demnach leben die Dummen dieser Welt in erster Linie in Afrika (je dunkler die eingefärbten Flächen, desto niedriger der IQ):

Grafik: Wikipedia
Einmal abgesehen davon, dass der IQ nur sehr beschränkt Auskunft über das tatsächlich vorhandene Intelligenzpotential eines Menschen geben kann, wurde Lynns und Vanhanens Buch fast einhellig verrissen. Bemängelt wurden vor allem die dem Buch zugrunde liegenden Daten. In 104 Ländern gab es noch nie eine IQ-Studie, die entsprechende Einordnung dieser Länder bestimmte sich nach den Untersuchungsergebnissen in benachbarten Ländern. Doch auch dort war die Basis oft so dünn, dass man daraus auf keinen Fall Rückschlüsse auf den IQ ganzer Länder ziehen konnte. So wurden beispielsweise in Barbados nur 108 Personen aus der Altersgruppe 9 bis 15 Jahre getestet, in Kolumbien waren es 50 Teenager, in Ecuador waren die 104 Probanden zwischen 5 und 17 Jahre alt, in Ägypten unterzog man 129 Kinder einem Test, und in Äquatorialguinea waren es 48 Jugendliche im Alter von 10 bis 14 Jahren – doch in all diesen Ländern erklärten Lynn und Vanhanen die Resultare zum nationalen Durchschnitts-IQ.
Von solchen Tatsachen lässt sich PI-Intelligenzbestie kewil aber nicht beirren. Er schreibt allen Ernstes:
Ulfkotte berichtet, daß die Times uns Deutsche einst für die Hellsten gehalten habe mit einem Durchschnitts-IQ von 107, derzeit sei er auf rund 100 geschrumpft, Bayern 10 Punkte höher als Bremen, mit fallender Tendenz, die Türkei habe 90, serbische Roma 70, Nigeria 67 und Pygmäen wahrscheinlich nur 54.
Gerade am letzten Beispiel läßt sich schön demonstrieren, was Intelligenz eigentlich bedeutet. Die Pygmäen kennen sich bestens aus im Urwald und sie haben alle Kenntnisse, um dort zu überleben. Ein Hypergescheiter aus Berlin mit IQ 130 würde dagegen wahrscheinlich am ersten Tag von einer Boa Constrictor erwürgt und verschluckt.
Anders herum zeigt das Beispiel der Pygmäen aber auch sehr schön, daß sie höchstwahrscheinlich an deutschen Unis versagen würden. Wir brauchen aber keine Schlangenflüsterer, sondern Techniker, Erfinder, Naturwissenschaftler. Und insofern ist Ulfkottes Herangehensweise durchaus sinnvoll.
Das ist nichts anderes als kolonialer Rassismus der allerübelsten Sorte. Für kewil, Ulfkotte und PI beginnt irgendwo südlich von Rom der Urwald, in dem nur strunzdämliche Wilde leben. Das ist die Welt, in der diese Dummschwätzer ihr geistig minderbemitteltes Dasein fristen.
Übrigens: Die Boa constrictor ist in Südamerika zuhause, während Pygmäenvölker ausschließlich auf dem afrikanischen Kontinent existieren. kewil ist also das Paradebeispiel einer intellektuellen Blindschleiche, die nur im wirren PI-Gestrüpp existieren kann. Traurig, aber wahr.

31. Dezember 2011 um 11:28
[...] davon, dass sich der Autor dieser tumben Hetzschrift – Udo Ulfkotte – offenbar einmal mehr auf ein Buch beruft, dessen absurde Schlussfolgerungen nicht auf seriöser Forschung, sondern auf [...]