Ein Fall für die Säuglingspflegestation

Ich weiß zwar nicht, ob Henryk M. Broder in seiner gewiss knapp bemessenen Freizeit einem bizarren Strampler-Fetisch frönt, aber die wilden Zuckungen, die der Breivik-Stichwortgeber derzeit vollführt, um von seiner erwiesenen Mitgliedschaft in der Sekte der zwanghaften Islamophobiker abzulenken, deuten in der Tat darauf hin, dass der arme Mann von einer klammheimlichen Vorliebe für Babywäsche geplagt wird. In seinem neuesten Pamphlet holt Broder nun zum großen Rundumschlag gegen alle aus, die nicht so völlig neben der Spur laufen wie der Großmeister der narzisstischen Selbstüberschätzung:

Es wäre gewiss unangemessen, das linksreaktionäre Gutmenschenpack, das derzeit in Schadenfreude und Selbstgerechtigkeit badet und Ursachenforschung heuchelt, in Verbindung mit dem syrischen Massaker zu bringen, das bis jetzt über 1.500 Menschen das Leben gekostet hat. Wirklich gewagt wäre es, das juste milieu, das genau weiß, von wem der norwegische Massenmörder beeinflusst wurde, für das Treiben des syrischen Präsidenten für verantwortlich oder gar mitschuldig zu erklären. Obwohl, man weiss ja nie. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass der Mann in Damaskus seinen Tag nicht mit einem Morgengebet, sondern mit der Lektüre der ‘taz’ oder des ‘Standard’ anfängt, um zu sehen, was der Kulturkretin jenseits des Naschmarkts in der Nacht erbrochen hat. Um dann bei der FR anzurufen oder anrufen zu lassen und zu fragen, ob es was Neues von Christian Bommarius zu lesen gäbe, der – ebenso wie Assad – gerne Ankläger und Richter in Personalunion spielt und nur die Vollstreckung des Urteils jemand anders überlässt.

Tatsache ist, dass der staatlich organisierte Pogrom, der derzeit in Syrien stattfindet, dem linksreaktionären Gutmenschenpack dermaßen an seinem Moralarsch vorbeigeht wie ein Furz einer Fanfarenkapelle.


So, Henryk, und nun gib endlich Ruhe, dann kriegst du auch gleich dein Fläschchen. Ehrlisch. Isch schwör.

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