Einsamer König

Nach seinem kriegsgeilen Blogeintrag zum Thema Iran hat sich nach dem Hamburger nun auch der Berliner Landesverband der Piratenpartei von Bundesvorstandsmitglied Aaron König distanziert:

Die Äußerungen Aaron Koenigs sind inner- und außerparteilich schädlich und unangemessen und finden keine Zustimmung bei den Mitgliedern des Berliner Landesverbandes.

Wir stellen fest, dass Aaron Koenig nicht in die Strukturen des Berliner Landesverbandes eingebunden ist und nicht aktiv an der innerparteilichen Meinungsbildung teilnimmt.

Wir würden uns wünschen, dass auch Aaron Koenig dies anerkennt und dementsprechende Konsequenzen zieht.


Der Berliner Pirat Christopher Lauer schreibt dazu in seinem Blog:

Seit ich seit Juli 2009 Mitglied der Piraten bin hat sich Aaron immer seltener gemacht. Bereits im Bundestagswahlkampf war er nicht besonders aktiv, wir frotzelten oft er käme nur zum ‘Foto-Finish’, also dann wenn besonders viel Medien im Rahmen einer Aktion vor Ort anzutreffen waren. Er beteiligte sich bei der Organisation einiger Wahlkampf-Events, wobei er hier vor allem seinen Standpunkt durchdrücken wollte, was zum Beispiel dazu führte, dass der Wahlkampfkickoff am 13. August in der Bar 25 fast ins Wasser gefallen wäre. Gegen Ende des Wahlkampfes wurde er immer inaktiver, worüber wir Berliner aber auch sehr froh waren. Inzwischen war von ‘Management by Helicopter’ die Rede, nicht da sein, landen, Staub aufwirbeln, wieder abheben. Obwohl Aaron ein Mitglied des Bundesvorstands war, teilte er uns nicht mit was dort passierte und gab auch nicht Anregungen und vor allem Informationen Berliner Piraten an den Bundesvorstand weiter.

Als Pavel in zwei verschiedenen Bundesvorstandstelkos erwähnte, dass es super sei, dass Nicole Hornung im Wahlkampf nach Berlin kommt, da wir dann einen Bundesvorstand in Berlin hätten, merkte niemand an, dass wir ja eigentlich schon ein BuVo Mitglied in Berlin haben. Erst als Nicole in der Bundesgeschäftsstelle ihre Arbeit aufnahm, klappte die Kommunikation zum Bundesvorstand. Aaron Koenig wurde übrigens bis jetzt in dieser Geschäftsstelle noch nie gesehen.

Die Wahlkampfabschlussparty im Astra Kulturhaus in Berlin war dann auch das letzte Ereignis, an dem ich Aaron Koenig gesehen habe, ich denke ich spreche da auch für die meisten Piraten in Berlin.

Seither kommunizierte Aaron Koenig nur noch über sein Blog. Entstand ein neuer Post bewarb er diesen auf der Berliner Mailingliste, nahm aber nicht an der natürlich aufflammenden Diskussion teil. Er wurde weder in irgendeinem Squad gesehen, noch in seiner Crew die ihm mittlerweile im Wiki den Spitznamen ‘Pulveräffchen’ gegeben hat, noch zu irgendeinem anderen Anlass, sogar auf denen nicht, wo Presse anwesend war.

Aaron Koenig beteiligt sich nicht am Liquid Feedback Testbetrieb des Berliner Landesverbandes. Ich betone das an dieser Stelle nur deswegen, da er ja mehrfach behauptete er wolle das Thema direkte Demokratie vorantreiben, diese Begründung explizit anführte, als er wegen seiner Minarettbeiträge massiv kritisiert worden ist. Aaron Koenig hat an dem nun seit eineinhalb Monaten laufenden Testbetrieb weder eine Initiative gestartet, noch bei einer Initiative abgestimmt, noch seine Stimme delegiert. Er besitzt zwar einen Account, dieser ist aber komplett inaktiv. Er hat weder einen Blogbeitrag über das Thema verfasst noch war er bei einer der Einführungsveranstaltungen. Auf der Berliner ML behauptete er, dass er der FAZ und der Zeit einen Artikel über LF anbieten wolle, was ihm als ‘Medienprofi’ bis jetzt anscheinend nicht gelungen ist.

Aaron Koenig ist den Berlinern genauso fremd wie einem Mitglied im Bezirksverband Unterfranken oder den Mitgliedern des Saarländischen Landesverbandes. Würde er von China aus bloggen wäre der einzige Unterschied, dass wir mit der Zeitverschiebung zu kämpfen hätten.

Leider teilt Aaron Koenig wahrscheinlich diese Realitäten nicht. Obwohl er mehrfach in verschiedenen Freundlichkeitsstufen aufgefordert worden ist zurückzutreten oder wenigstens sein Verhalten zu ändern, hat er dies nicht getan. Wie Andreas Baum in seinem offenen Brief bereits anmerkte, vertritt Aaron Koenig anscheinend eine eigene Agenda, die aber nichts mit der Piratenpartei zu tun hat.

Doch damit noch nicht genug, denn der Vorstand der Piratenpartei Hamburg hat den Bundesvorstand aufgefordert, endlich die notwendigen Konsequenzen aus Königs indiskutablem Verhalten zu ziehen:

Forderung 1

Der Bundesvorstand möge beschließen, das Vorstandsmitglied Stefan König, genannt Aaron König, bis zur Neuwahl des Vorstandes am nächsten Bundesparteitag von seinen Rechten und Pflichten im Bundesvorstand zu entbinden (analog Causa Thiessen).

Forderung 2

Der Bundesvorstand möge sich zusätzlich von den unten genannten Äußerungen ausdrücklich und öffentlich distanzieren.

Forderung 3

Der Bundesvorstand möge Stefan König auffordern in seinem Blog den Hinweis ‘Alle Aussagen stehen jedoch im Einklang mit Satzung und Programm der Piratenpartei’ zu entfernen oder dem versprochenen selbstauferlegten Gegenlesen durch die Bundespressestelle endlich nachzukommen.

Der Bundesvorstand hat nun am kommenden Donnerstag die Gelegenheit, die längst überfälligen Konsequenzen aus Aaron Königs ständigen Blogeskapaden zu ziehen. Tut der Vorstand das nicht, riskiert er die Spaltung der Partei.

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Via Nics BlogHaus.


 
 
 

2 Kommentare zu “Einsamer König”

  1. memento mori
    15. Februar 2010 um 15:23

    Die Piraten und der Aaron…

    Ich beobachte die Piraten in Deutschland ja sehr gerne und sehr intensiv. Nicht zuletzt, weil mir viele ihrer Forderungen direkt aus dem Herzen sprechen. Ich schreibe nicht viel drüber, weil die meisten Dinge nicht erwähnenswert sind: Junge Partei mit …

  2. Politblogger » Piratenpartei: Vorstand hält zu seinem König
    19. Februar 2010 um 21:13

    [...] Vorstand der Piratenpartei hat in seiner gestrigen Sitzung den Antrag ihres Hamburger Landesverbandes abgelehnt, Aaron König von seinen Rechten und Pflichten als [...]