Helgoland 21?

Sie ist nur 1,7 Quadratkilometer groß, liegt 62 Kilometer nordwestlich der Elbmündung – und steckt tief in der Krise: Helgoland. Doch damit soll jetzt Schluss sein: Die Nordseeinsel soll per Sandaufschüttung nämlich wiedervereint werden. Nein, nicht mit dem deutschen Festland, sondern mit ihrem Nebeneiland Düne, das seit einem gewaltigen Sturm im Jahr 1721 von der Hauptinsel getrennt ist. Von den zig Millionen Euro, die das Vorhaben verschlingen würde, erhoffen sich die Befürworter der Pläne einen Aufschwung für den im Niedergang begriffenen Tourismus auf Helgoland. Doch unter den knapp 1200 Einwohnern der Insel regt sich erheblicher Widerstand gegen die beabsichtigte Landgewinnung. Von Größenwahn ist da die Rede, von hässlichen Bettenburgen und sogar von arabischen Investoren. Wie stichhaltig das ganze Für und Wider ist, will ich gar nicht erst versuchen zu ergründen. Auf einen Außenstehenden wie mich wirkt das Projekt allerdings schon ein bisschen absurd. Der Natur ins Handwerk pfuschen zu wollen, hat sich nur selten als nachhaltig gute Idee erwiesen. Vielleicht wäre es schon deshalb besser, bereits vorhandene Potentiale zu optimieren und so die Grundlage dafür zu schaffen, dass die Insel auf Dauer eine Zukunft hat. Denn die eigentlichen Probleme Helgolands sind struktureller Art, die sich ganz sicher nicht dadurch lösen lassen, indem man eine künstliche Verbindung zwischen Haupt- und Nebeninsel schafft.

Immerhin: Am Sonntag dürfen die Einheimischen in einer Volksabstimmung darüber entscheiden, ob die Sandaufschüttungspläne weiter verfolgt werden.

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Ein Kommentar zu “Helgoland 21?”

  1. Politblogger » Keine Wiedervereinigung für Helgoland
    26. Juni 2011 um 21:19

    [...] seit einem Sturm im 18. Jahrhundert getrennten Nebeneiland Düne verbinden sollte (POLITBLOGGER berichtete). Inzwischen wurde das Ergebnis des Volksentscheids bekanntgegeben: 54,74 Prozent haben gegen die [...]