Ließ Merkel Atom-Gutachten manipulieren?
Die Kanzlerin will 10 bis 15 Jahre längere Laufzeiten für Atomkraftwerke – und stützt sich dabei auf ein Gutachten, dass nun ausgerechnet vom Bundesumweltministerium in der Luft zerrissen wird:
Eine interne Einschätzung des Bundesumweltministeriums, die der Süddeutschen Zeitung vorliegt, wirft den Autoren haarsträubende Fehler und sogar Manipulation vor. So sollen die Kosten, die private Haushalte künftig jährlich für den Klimaschutz zahlen müssten, viel zu hoch angesetzt sein. Von fast 2000 Euro pro Jahr durch höhere Mieten und steigende Verkehrskosten berichten die Gutachter. Laut Umweltministerium handelt es sich bei den Berechnungen jedoch um Extremfälle, ‘die offensichtlich bewusst ausgewählt worden sind, um Klimaschutz und Umstrukturierung der Energieversorgung zu diskreditieren’.
Zudem hätten die Gutachter ‘trotz anderslautendem Auftrag ausschließlich eine Kostenanalyse durchgeführt: Sie ignorieren damit den Nutzen einer ambitionierten Klimapolitik und der Entwicklung von zukunftsorientierten Energieversorgungsstrukturen’, [...].
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Und selbst an der Wirtschaftlichkeit längerer Atomlaufzeiten – zentrales Ergebnis der monatelang berechneten Szenarien – meldet die Expertise Zweifel an. Denn bei einer Laufzeitverlängerung müssten vor allem ältere Meiler mit neuen Sicherheitsvorkehrungen ausgerüstet werden, die teurer würden als gedacht. ‘Die von den Gutachtern definierten und nicht nachvollziehbaren Nachrüstkosten sind aus Sicht des für die kerntechnische Sicherheit zuständigen Bundesumweltministeriums deutlich zu niedrig angesetzt.’ Der Betrieb alter Meiler könnte sich angesichts strenger Auflagen nicht mehr lohnen.
Wie lautete gleich nochmal das Thema der Maischberger-Runde am Dienstag? Ach ja:
Kopflos, planlos, ahnungslos: Warum werden wir so schlecht regiert?
Eine wirklich gute Frage.
