Mappus, der außerparlamentarische Regierungschef

In Zusammenhang mit den Massenprotesten der Bürgerinnen und Bürger gegen Stuttgart 21 fordert Baden-Württembergs Noch-Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) immer wieder den Respekt vor den demokratischen Institutionen des Landes ein. Doch wenn es darum geht, diesen Respekt selbst zu zeigen, will Mappus davon plötzlich gar nichts mehr wissen. Ganz im Gegenteil:

Der baden-württembergische Landtag hat den Wiedereinstieg des Landes beim Energieversorger EnBW gebilligt. Zuvor war es bei der Abstimmung zu einem Eklat gekommen. Die Oppositionsfraktionen von SPD und Grünen verließen den Saal.

Grund des Protestes am Mittwoch war die Art und Weise der Geschäftsabwicklung. SPD und Grüne warfen Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) vor, die Rechte des Parlaments verletzt zu haben. Er stelle Aktienrecht über Landesverfassungsrecht, indem er die Zustimmung des Landes im Nachhinein einhole, ohne dass dies noch Auswirkungen auf den Vertrag haben könnte, argumentierte die Opposition.


Und was sagt Don Mappiosi zu diesen Vorwürfen?

Für die Kritik von SPD und Grünen, dass das Parlament nicht einbezogen worden war, äußerte Mappus Verständnis. Er betonte, dass ein solches Vorgehen ‘die Ausnahme bleiben muss’. Trotzdem verteidigte der Ministerpräsident die geheimen Vorbereitungen und den Vertragsabschluss ohne Zustimmung des Landtags. Die EdF habe völlige Vertraulichkeit zur Bedingung für den Verkauf gemacht.

Mit anderen Worten: Wenn die Wirtschaft befiehlt, hat die Politik gefälligst zu parieren.

Demokratur 21.

Mehr zum Thema beim POLITBLOGGER:

EnBW 21 (15. Dezember 2010)

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5 Kommentare zu “Mappus, der außerparlamentarische Regierungschef”

  1. dª]V[ªX » Links 2010-12-16
    16. Dezember 2010 um 16:01

    [...] politblogger: Mappus, der außerparlamentarische Regierungschef. Über den neuesten Demokratur-Streich des ENBW-"Rückkaufs" *kotzwürg* [...]

  2. Politblogger » Die abtenteuerlichen Geschichten des Barons von Mappushausen
    30. Januar 2011 um 20:45

    [...] keineswegs nur wegen Stuttgart 21, sondern auch wegen des von ihm ganz alleine zu verantwortenden EnBW-Milliardendeals (siehe auch hier), der nach der Landesverfassung vor der Vertragsunterzeichnung vom Parlament [...]

  3. Politblogger » Mappus, das Chamäleon
    13. März 2011 um 21:24

    [...] mit Stuttgart 21 und dem von ihm unter Umgehung des Landtags eingegangenen EnBW-Deals (siehe hier, hier und hier) nicht schon genug Probleme. Da ist guter Rat natürlich teuer. Einerseits kann Mappus [...]

  4. Politblogger » Wenn der Ministerpräsident zum Störfall wird
    18. März 2011 um 22:57

    [...] EnBW 21 (15. Dezember 2010) • Mappus, der außerparlamentarische Regierungschef (16. Dezember [...]

  5. Politblogger » Kein Blitz aus heiterem Himmel
    28. März 2011 um 21:36

    [...] war es so, dass sich Mappus in den Wochen unmittelbar vor dem Urnengang vor allem wegen des am Landesparlament vorbeigetricksten EnBW-Deals, aber auch wegen der unmotivierten Attacke auf den ohnehin geschwächten Stuttgarter [...]