PI-Leaks

Man kann über Politically Incorrect (PI) so dilletantisch wie Rachel Wolpert berichten – oder sich ernsthaft und professionell mit Deutschlands übelstem Hass- und Hetzblog beschäftigen. Steven Geyer und Jörg Schindler haben Letzteres getan und ihren beispielhaft gut recherchierten PI-Artikel heute Morgen unter anderem in der Frankfurter Rundschau veröffentlicht. Die wesentlichen Erkenntnisse, die selbst einen jahrelangen PI-Beobachter wie mich ziemlich aus den Latschen gehauen haben:

• Bei dem inzwischen nicht mehr ganz neuen PI-Eigentümer aus dem westlichen nicht EU-Ausland handelt es sich offenbar um die evangelisch-reformierte Schweizer Pfarrerin Christine Dietrich, deren Aktivitäten POLITBLOGGER schon häufig thematisiert hat. Dietrich arbeitet nicht nur immer noch als Autorin für das Blog, sondern ist auch in alle wichtigen PI-Prozesse eingebunden und hat direkten Zugriff auf den PI-Server.

• Neben Bloggründer Stefan Herre und Dietrich gehören der Polizeioberkommissar Torsten Groß (Bürger in Wut), der allseits bekannte frühere Pressesprecher der Münchner CSU, Michael Stürzenberger alias byzanz, sowie der bis vor kurzem für die Ausländerabteilung des Kreisverwaltungsreferates München tätige Christian Jung (Pseudonym: Nockerl) zur PI-Chefetage.

• Während Stürzenberger Pressesprecher des bayerischen Landesverbandes der ultrarechten Partei Die Freiheit ist, bekleidet Jung alias PI-Nockerl das Amt des Landesvorsitzenden. Stefan Herre wiederum war nicht nur Mitorganisator der Geert-Wilders-Auftritte in Berlin, sondern nimmt auch Einfluss auf die Strategie der extrem muslimenfeindlichen Partei.

• Herre verfügt – neben seinen bereits bekannten Verbindungen zu zahlreichen in- und ausländischen Rechtsextremisten – über Kontakte zum israelischen Außenministerium (und lässt sich gelegentlich von ultraothodoxen jüdischen Terroristen schmieren, siehe auch hier) und zum amerikanischen Möchtegern-Koranvebrenner Terry Jones. Noch weitaus besorgniserregender ist jedoch, dass Herre auch beim rechten Flügel der FDP und in der Senioren-Union Freunde hat. Deren Chef bot PI sogar ausdrücklich seine aktive Unterstützung an.

• Dass bekannte Publizisten wie etwa Ralph Giodano und Henryk M. Broder große Sympathien füe PI und Herre hegen, ist zwar nicht neu, erstaunlich ist in diesem Zusammenhang allerdings, dass Broder nach wie vor zu den klammheimlichen Komplizen des politisch inkorrekten Führers zählt – distanziert er sich öffentlich doch von PI (wenn auch nur halbherzig).

• Innerhalb des PI-Teams ist Stefan Herre alles andere als unumstritten. So warf ihm Frank Furter wegen der Rückkehr von kewil alias Michael Thiergart zu PI beispielsweise vor:

Es schadet uns allen, wenn PI so auftritt wie rechte Hetzerseiten a la Altermedia. [...] [kewil ist] im Grunde der Moslem auf PI. Er kommt, integriert sich nicht, will ständig extra Würste, baut ‘nen Haufen Scheiße und wundert sich dann noch über das Echo der ‘Mehrheitsgesellschaft’.

Daraufhin nannte Herre Frank Furter einen Gehirngewaschenen. Er lehne es ab, PI moderater zu machen.

Mittlerweile hat PI auf den Geyers und Schindlers gnadenlos entlarvenden Artikel reagiert – und zwar ausgerechnet durch kewil:



Text:

Links versiffte Dumont-Presse greift PI an

Die Frankfurter Rundschau, die BZ und der Kölner Stadtanzeiger veröffentlichen heute alle denselben Artikel über PI, wo sie von einem internationalen Netz von Islamfeinden daherfaseln, von einem ‘Netzwerk der Finsternis’, und geheime Machenschaften aufdecken wollen. Dabei ist doch alles ganz einfach! Jeder kann sämtliche Artikel von PI auf PI lesen und sich selber ein Bild machen. Braucht man dazu linke Geier wie die Autoren Steven Geyer und Jörg Schindler?

Zweitens ist es das Normalste der Welt, wenn sich Gleichgesinnte treffen, eine Email schreiben oder Hilfe anbieten, seien das Philatelisten, kommunistische Politiker oder konservative Blogger, und das gilt natürlich auch für befreundete Ausländer. Drittens ist es selbstverständlich, daß in einem Team unterschiedliche Ansichten herrschen! Und diese unterschiedlichen Ansichten können auch veröffentlicht werden, (wiewohl ich den hier gerade ausgetragenen aktuellen Streit zwischen PRO und DF wenige Tage vor der Wahl für schädlich halte).

Auch manche PI-Leser scheinen zu meinen, PI sei ein monolithischer Block, der mit einer Stimme zu sprechen habe. Dem ist nicht so. Das Leben kennt kein eindeutiges Schwarzweiß, es gibt Widersprüche – in jedem einzelnen Menschen sogar! Warum soll das hier anders sein? Schauen Sie einfach unten, wer den jeweiligen Beitrag geschrieben hat, und Sie können sich ein Bild machen.

Worum es den linken Vögeln im roten Sumpf der Dumont-Presse geht, ist aber eh klar. Die Linksfaschisten möchten mit ihrer albernen Hetze unser Weblog dichtmachen. Da werden sie Pech haben!

Kategorie: Meinungsfreiheit, PI | kewil, 14. Sep 2011 | Druckversion | Diesen Artikel weiterempfehlen | Kommentar schreiben

Quod erat demonstrandum, möchte man da sagen.

Nachtrag (17. September 2011): Ich habe inzwischen Grund zu der Annahme, dass Michael Thiergart und PI-kewil nicht identisch sind.

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5 Kommentare zu “PI-Leaks”

  1. Ein paar Lesetipps… « Kruppzeuch
    14. September 2011 um 16:47

    [...] Kurzzusammenfassung gibt es beim Politblogger. Bewerten: Weitersagen:RedditFacebookTwitter Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Mittwoch, [...]

  2. Nics Bloghaus » Presseschau vom 14.09.2011
    14. September 2011 um 23:30

    [...] Arti­kel wird auch von F!XMBR und dem Polit­blog­ger kom­men­tiert. [...]

  3. Politblogger » Wo ist Herre?
    15. September 2011 um 00:43

    [...] inkorrekten (PI) Blogführer und seine Komplizen mit der Präzision eines Skalpells regelrecht seziert haben, hat sich – abgesehen von kewils toretteartiger Pöbelei und Frank Furters erschreckend [...]

  4. Politblogger » Frau Dietrichs Gespür für dramatisch inszenierte Rücktritte
    15. September 2011 um 13:54

    [...] dem voll im Ziel des rechtsradikalen Hass- und Hetzblogs Politically Incorrect (PI) gelandeten linken Haken wird die Luft für Stefan Herre und seine Gang zunehmend dünner. Nach der Veröffentlichung des [...]

  5. Politblogger » Ein Schrottpreis für Henryk M. Broder
    19. Dezember 2011 um 21:18

    [...] Broder angeblich so sehr gegen jede Form von Extremismus wehrt, hat er keine Probleme mit seiner nachgewiesenen Nähe zur rechtsextremistischen Internetseite Politically Incorrect (PI, siehe auch hier). Oder mit dem niederländischen Muslimenhasser Geert Wilders. Allerdings hat [...]