PI-Stürzenberger und die Nazis
Dass Politically Incorrect (PI) die für das braune Hass- und Hetzblog besonders erdrückende nationalsozialistische Erblast am liebsten den Linken in die Schuhe schieben würde, ist sicherlich keine Überraschung – auch wenn jeder klar denkende Mensch weiß, dass dahinter nur der absurde Versuch steckt, von der eigenen ideologischen Nähe der politisch Inkorrekten zu den Nazis abzulenken. Das hält den früheren Münchner CSU-Pressechef Michael Stürzenberger alias byzanz aber natürlich nicht davon ab, einen neuen Anlauf zu nehmen:
Der National-Sozialismus – eine linke Bewegung?
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Nachdem scharflinke Kreise aufgrund ihres erfolgreichen ‘Marsches durch die Institutionen’ heutzutage überall in Medien, Parteien, Gewerkschaften, kirchlichen und sozialen Organisationen eingesickert sind und die Meinungsfreiheit in Deutschland vor allem beim Thema Islam erneut unterdrücken wollen, ist eine Neuauflage dieser Diskussion absolut notwendig.
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Die Gemeinsamkeiten zwischen den verbrecherischen Ideologien sind nicht von der Hand zu weisen: Totalitäre Weltanschauungen, Intoleranz, Unterdrückung der Meinungsfreiheit, Einsperren von Andersdenkenden inklusive Folter und Ermordung sowie eine grundsätzlich gewaltbejahende Einstellung zur Durchsetzung der eigenen Ziele.
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Auch im Massenmorden standen die Sowjet-Kommunisten den Nazis kaum nach, was dann schließlich im August 1939 folgerichtig zur vorübergehenden Verbrüderung führte.
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Noch Fragen? Da sind Menschen mit Mordphantasien unter sich. Gleich und gleich gesellt sich gern.
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Eine Wiederaufnahme dieser historischen Diskussion um den Nationalsozialismus als linke Bewegung ist erstrebenswert.
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Dann müsste folgerichtig auch der ominöse ‘Kampf gegen Rechts’ bald in ‘Kampf gegen nationale und internationale Sozialisten’ umbenannt werden.
Als Kronzeugen für diesen geschichtsklitternden Quatsch benennt Stürzenberger – der noch vor knapp drei Jahren keinerlei Hehl aus seiner relativierenden Haltung zu den nationalsozialistischen Verbrechen machte – unter anderem die Herren Goebbels, Eichmann und sogar Hitler selbst. Das Dumme daran ist nur, dass man der historischen Wahrheit nicht durch Verleugnung entkommt. Es gab innerhalb der NSDAP unter Otto und Gregor Strasser zwar tatsächlich einen sozialistischen Flügel, doch der trennte sich bereits im Juli 1930 von der Partei, nachdem Hitler klargemacht hatte, dass er die NSDAP als faschistische und nicht etwa als sozialistische Organsisation verstanden wissen will. Es gibt auch einen klaren Unterschied zwischen dem, was Hitler oder Goebbels gelegentlich nach außen hin postulierten und dem, was die NSDAP wirklich war und wollte. Diesen Widerspruch kann man nicht dadurch beseite wischen, indem man ihn einfach ignoriert. Joachim Fest schrieb dazu in seiner Hitler-Biographie (Seiten 393/394):
Das linke Etikett trug diese Ideologie vor allem aus machttaktischen Erwägungen.
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Im Jahre 1930 war die NSDAP nach der Vorstellung Hitlers ’sozialistisch’, um sich den Stimmungswert einer populären Vokabel zunutze zu machen.
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Wie das Bekenntnis zur Tradition, zu konservativen Wertvorstellungen oder zum Christentum gehörten die sozialistischen Parolen ins manipulationsfähige Vorfeld, das der Tarnung, der Verwirrung diente und nach Opportunitätsmotiven mit wechselnden Schlagwörtern bestückt war. Wie zynisch zumindest an der Spitze die Programmgrundsätze mißachtet wurden, erfuhr einer der jungen enthusiastischen Überläufer zur Partei im Gespräch mit Goebbels. Auf die Bemerkung, dass Feders Brechung der Zinsknechtschaft doch ein Element des Sozialismus enthalte, bekam er zur Antwort, brechen müsse höchstens der, der diesen Unsinn anhöre.
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Am 4. Juli verkündeten daraufhin Otto Strassers Zeitungen: ‘Die Sozialisten verlassen die NSDAP!’ Aber kaum jemand folgte ihm, die Partei besaß, so stellte sich heraus, fast keine Sozialisten und überhaupt kaum Menschen, die ihr politisches Verhalten theoretisch gedeutet wissen wollten.
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Das Ausscheiden Otto Strassers beendete nicht nur ein für allemal den sozialistischen Grundsatzstreit in der NSDAP, es bedeutete auch einen erheblichen Machtverlust für Gregor Strasser, der seither keine Hausmacht und keine Zeitung mehr besaß.
Otto Strasser emigrierte zunächst nach Österreich, später in die Schweiz, nach Portugal und nach Kanada. Sein Bruder Gregor – Hitler war der Patenonkel seiner Kinder – wurde am 30. Juni 1934 während der von den Nazis inszensierten Parteisäuberungsaktion (dem so genannten Röhm-Putsch) von der Gestapo ermordet.
Ein persönliches Wort noch an Michael Stürzenberger: Sie sind nicht nur ein lausiger Geschichtsverdreher, sondern vor allem ein jämmerlicher Feigling, denn Sie haben meinen oben bereits verlinkten und Ihnen auch in schriftlicher Form vorliegenden offenen Brief immer noch nicht beantwortet. Sie scheuen sich offenbar vor einer ehrlichen Auseinandersetzung mit Ihrem eigenen revisionistischen Gedankengut.
Ich denke, dass man daraus nur einen Schluss ziehen kann.

27. September 2011 um 01:14
[...] Keine Frage: Michael Stürzenberger ein in seinen politischen und persönlichen Wahnvorstellungen gefangener Fanatiker. Ein Fanatiker, der den Nationalsozialismus offiziell zwar verdammt, dessen revisionistisches Geschichtsbild aber unmissverständliche Hinweise auf seine wahre Gesinnung liefert. Ein Fanatiker, der sich überhaupt nichts dabei denkt, Goebbels, Eichmann und auch Hitler selbst als Kronzeugen für seine krude Weltsicht aufzubieten. [...]
28. November 2011 um 22:11
[...] Dass Frau Zeller-Hirzel in dem besagten Interview unter anderem zugab, sich ausgerechnet beim rechten Publizistenclown Udo Ulfkotte über den Islam zu informieren oder dass Zeller-Hirzels verstorbener Bruder Hans den extrem Rechten in Deutschland nach dem Krieg sehr nahe stand, beweist allerdings nur, dass Zeller-Hirzel – trotz ihrer unbestrittenen Verdienste in jungen Jahren – als PI-Feigenblatt völlig ungeeignet ist. Und dass die Nazis alle Linke gewesen sein sollen, ist lediglich die für braune Demagogen so typische Verdrehung historischer Tatsachen. [...]