POLITBLOGGER INVESTIGATIV: Wulffs Weihnachtsansprache
Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger!
In den vergangenen Tagen und Wochen wurde viel über mich geredet. Weil mir ein befreundetes Ehepaar einen zinsgünstigen Kredit regelrecht aufgedrängt hat. Weil ich ständig zu Gast bei Freunden bin. Weil ein besonders enger Kumpel seine Portokasse für eines meiner Bücher um 42700 Euro erleichtert hat – wovon ich bis zum Beweis des Gegenteils selbstverständlich nichts gewusst haben werde. Und, und, und. Dam- und Herrschaften, Sie müssen das schon verstehen. Schon als Ministerpräsident hätte ich mir doch nichts von all dem selbst leisten können, denn mein monatliches Salär betrug seinerzeit nur das 40-fache des Hartz-IV-Regelsatzes. Da muss man den Gürtel ganz schön eng schnallen und sparen, wo es nur geht. Sie kennen das sicherlich auch.

Symbolträchtiges Foto: Wikipedia
Sie wissen es vielleicht nicht, aber der Entwurfstext des Artikels 54 unseres Grundgesetz war ursprünglich noch einen Halbsatz länger als die später verabschiedete endgültige Fassung. Zunächst hieß es nämlich (Hervorhebung von POLITBLOGGER INVESTIGATIV):
Der Bundespräsident wird ohne Aussprache von der Bundesversammlung gewählt. Wählbar ist jeder Deutsche, der das Wahlrecht zum Bundestage besitzt und das vierzigste Lebensjahr vollendet hat, Bonität vorausgesetzt.
Mehr Bonität hat vor mir doch kein Minister- oder Bundespräsident nachweisen können. Und das ganz ohne Schufa. Freundinnen und Freunde, das muss mir erst einmal jemand nachmachen.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Familien ein frohes und friedliches Weihnachtsfest, teure Geschenke und viele spendable Gönner.
Ihr
Christian Wulff
Bundesnassauerpräsident

22. Dezember 2011 um 21:40
[...] da, wo er wegen seiner Politprominenz – die er ausschließlich seinem Amt verdankt – Vorteile in ganz großem Stil annimmt. So einfach ist [...]