Pro-Banden
Der Kölner Stadtanzeiger (KStA) beleuchtet einmal mehr das dubiose Personal der Möchtegern-Bürgerbewegungen Pro Köln und Pro NRW:
Er soll ein Hoffnungsträger sein, ein Garant für ‘patriotische Kommunalpolitik’. Die rechtsextreme Partei ‘Pro NRW’ hat noch einiges vor mit dem 20-jährigen Tobias Ronsdorf aus Radevormwald. In seiner Heimatstadt ist er Spitzenmann für die Wahl zum Stadtrat, für die Wahl zum oberbergischen Kreistag wurde der Auszubildende auf den zweiten Platz der Reserveliste gesetzt.
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Ronsdorf’s Parteikameraden, die sich vor Begeisterung kaum halten können, hätten mal auf die Internet-Plattform ‘MySpace’ schauen sollen. Dort hat der Prachtkerl eine eigene Homepage angelegt. Unter Interessen war bis vor Kurzem ‘Kickboxen’ eingetragen, in der Rubrik ‘Helden’ stand ‘Alle Deutschen Soldaten der Weltkriege!’. Und unter ‘Bücher’ war Hitlers ‘Mein Kampf’ zu finden.
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“Ja sicher’, das sei seine Homepage, sagte Ronsdorf, als er vom ‘Kölner Stadt-Anzeiger’ auf die Angelegenheit angesprochen wurde. Von den Eintragungen jedoch wisse er nichts. ‘Ich habe die Seite einigen Kumpels zur Verfügung gestellt. Keine Ahnung, was die da mit meinem Account gemacht haben’, behauptete der Nachwuchsfunktionär. Die eigene Homepage mit zahlreichen Fotos den Freunden zur Verfügung gestellt, die bei Bedarf doch selber problemlos einen Account anlegen könnten? Welchen Sinn macht das? ‘So ist es aber gewesen’, so Ronsdorf kurz, ‘ich habe da schon lange nicht mehr draufgeschaut.’
Die Einträge im Internet sind mittlerweise verschwunden, die dubiosen Erklärungen des Ultrarechten bleiben. Aber Pro-Köln-Pressesprecher Markus Wiener hat ‘absolut kein Problem’ mit dem Sachverhalt. ‘Tobias ist integer, ein engagierter junger Demokrat, einer unserer Spitzenleute. Ich glaube seiner Darstellung’, sagt Wiener auf Anfrage spontan.
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Es sind Fotos aufgetaucht, die den Ehrenfelder Pro-Köln-Bezirksvertreter Heinz Kurt Täubner mit Hakenkreuz-Devotionalien bei einer Geburtstagsfeier für Adolf Hitler zeigen sollen. Täubner, der die Vorwürfe bestreitet, hat im August 2008 angekündigt, gegen ‘die Verursacher dieser ehrabschneidenden’ Behauptungen ‘unverzüglich gerichtlich vorzugehen’. Dies jedoch ist bis heute nicht geschehen.
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Dieter Danielzick aus Troisdorf, stellvertretender Vorsitzender von ‘Pro NRW’, war bis zum Dezember 2007 Generalsekretär des ‘Bündnis für Deutschland’ (BfD), das zuletzt im nordrhein-westfälischem Verfassungsschutzbericht des Jahres 2006 als ‘fremdenfeindliche, vorurteilsschürende’ Splitterpartei ‘des rechtsextremistischen Spektrums’ eingestuft wurde.
Auf der Homepage dieser obskuren Organisation wurde unter anderem das Buch ‘Freimaurersignale in der Presse’ empfohlen. Im Klappentext heißt es, ungefähr neun Zehntel aller geheimen Nachrichten und Befehle der ‘Synagoge Satans’, gemeint sind die Freimaurer, würden ‘über die Massenmedien, hauptsächlich durch Signalphotos in der Presse, weitergegeben’. Nur wer diese ‘Geheimsignale kennt und sorgfältig beachtet’, könne erfahren, ‘was in Politik, Wirtschaft, Kultur und sogar Sport (!) wirklich gespielt wird’ und wer der ‘Satanssynagoge’ angehöre.
Auch mit einem ehemaligen Repräsentanten aus Duisburg hatte die Pro-Bewegung in der Vergangenheit nur mäßiges Glück. Der Apotheker Henryk Dyker veröffentlichte auf seiner Homepage ein ‘höheres Rechtsgutachten der evolutionären, volksnahen Gesundheitseinrichtung Sonne und Erde’, in dem es unter anderem hieß: ‘Das BRD-Regime ist illegal und muss durch einen Verlebendigungsvorgang in die organische Ganzheit wieder eingefügt werden.’
So, und jetzt ist mir schlecht. Feierabend für heute.
Mehr zum Thema beim POLITBLOGGER:
• Wahlbetrug bei Pro NRW? (25. Mai 2009)
• Insiderwissen (29. Mai 2009)
