‘Tour de Respect’: Keine Einsicht
Bisher habe ich den Initiatoren der Tour de Respect – Elisabeth Odendahl und Jörg Sarstedt – ja immer noch zugute gehalten, dass hinter der Aktion eine an und für sich gute Idee steht. Doch davon kann spätestens jetzt keine Rede mehr sein. Zwar sind die Comicfiguren Moishe Hundesohn und Ruth des Hamburger Künstlers Daniel Haw nicht mehr die Maskottchen der Tour (Screenshot), aber dieser längst überfällige Schritt basiert nicht etwa auf Einsicht. Ganz im Gegenteil:
Wir haben uns von unseren Maskottchen Moishe und Ruthi verabschieden müssen, damit die Hetze gegen die ‘Tour de Respect’ nicht noch mehr zunimmt. Wir wünschen den beiden alles Gute!
All jene, die uns im Internet verunglimpft und mit etlichen E-Mails attackiert haben, bitten wir ausdrücklich jegliche erneute Kontaktaufnahme zu uns und weitere verleumderische Verbreitungen über die ‘Tour de Respect’ im Netz zu unterlassen! Vielen Dank.
Team Tour de Respect
Nun ja, jeder hat das Recht, sich selbst bis auf die Knochen zu blamieren. Auch Frau Odendahl und Herr Sarstedt. Doch wer in Kenntnis der Fakten nach wie vor an einem Maskottchen hängt, das nachweislich für Fremdenfeindlichkeit und Islamophobie steht und das exklusiv in einem vom Verfassungsschutz beobachteten rechtsextremistischen Blog veröffentlicht wird, der muss sich zurecht kritische Fragen gefallen lassen. Wenn diese dann so beantwortet werden wie von den Veranstaltern der Tour de Respect, dann spricht das Bände über deren innere Einstellung.
Um Missverständnissen vorzubeugen: Haws Comicfiguren sind wahrscheinlich deshalb nicht mehr die Maskottchen der Tour der Respect, weil sich mindestens ein Unterstützer (von dem ich das sicher sagen kann) aufgrund der öffentlichen Kritik von Moishe Hundesohn und Ruth distanziert hatte. Ob man die nun zufrieden gestellt hat, wage ich allerdings doch sehr zu bezweifeln. Und noch eines muss ganz klar herausgestellt werden: Es hat zumindest von meiner Seite aus keinerlei Hetze gegen die Tour der Respect gegeben. Ich habe vielmehr eine ganze Woche lang versucht, mit Frau Odendahl und Herrn Sarstedt ins Gespräch zu kommen – ohne jeden Erfolg.
Kein Schelm, wer Böses dabei denkt.
